Bis null Uhr Musik für Menschenrechte

Kammermusik, furiose Geigenklänge und deutliche Worte zu Menschenrechtsverletzungen. Fotos: KS

TOSCANA-HALLE 200 Gäste aus der Region kamen zur Gala für Amnesty.

Leichlingen. Vom Rauschen der vorbeifahrenden Züge ließ sich der polnische Pianist Slawomir Olszamowski nicht stören: Werke von Chopin und Schumann standen am Anfang der Konzert- Gala, zu der „Kultur Rheinland“ und die Amnesty-Gruppe Solingen am Freitagabend in die Toscana-Halle eingeladen hatten.

Eigens für diesen Anlass war das „Rheinland-Kammerorchester“ mit Mitgliedern des Hochschulorchesters und der jungen Sinfonie Köln sowie freischaffenden Musikern ins Leben gerufen worden. Spontan hatte sich auch „Klaus, der Geiger“ zum Ensemble gesellt, das die rund 200 Gäste an runden, weiß gedeckten Tischen in seinen Bann zog.

„Musik für Menschenrechte“, das bedeutetete einmal einen musikalisch anspruchsvollen Kreis, der mit dem bisher viel zu selten aufgeführten Projekt „Farfarello Classic“ rund um Teufelsgeiger Mani Neumann erst gegen Mitternacht geschlossen wurde.

Zwischen die musikalischen Parts eingebettet: ein Podiumsgespräch zum Thema Menschenrechte. Obwohl eine halbe Stunde eigentlich viel zu knapp war, ist es Sheela Fernandez (Amnesty Solingen), Waltraud Simon (Leichlinger Tafel), Iris Tappert (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und Christoph Humburg (Geschäftsführer Caritas Wuppertal/Solingen) unter der Moderation von Timm Gatter (Journalist) gelungen, Menschenrechtsverletzungen eindrucksvoll anzureißen. Sie sind längst im Hier und Jetzt angekommen: mit Altersarmut, Kindern, denen nicht mal mehr ein warmes Mittagessen sicher ist, Zwangsprostitution . . .

Missbrauch: „Die Täter dürfen nicht geschützt werden“

„Wenn wir nicht gegensteuern, wird Gewalt zunehmen, und wir haben in zwei Jahren eine andere Gesellschaft“, warnte Humburg vor sozialem Kahlschlag. Angesprochen auf die Missbrauchsfälle, die derzeit täglich für Schlagzeilen sorgen, forderte er unter viel Applaus und „als Katholik“ die Aufklärung ohne Wenn und Aber: „Die Täter dürfen nicht geschützt werden.“

„Die Welt ein bisschen verbessern - in der Nachbarschaft, in der eigenen Stadt, aber auch in anderen Ländern“, so der Kern der Ausführungen, die durch die spürbare Betroffenheit jedes Einzelnen anrührten. KS

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