Neues Pissoir irritiert Passanten

Stadt wollte einfache Lösung für Szene am Döppersberg.

Wuppertal. Die Stadt Wuppertal hat auf dem Döppersberg ein Kunststoff-Pissoir aufgestellt. Dort können jetzt vor allem die Angehörigen der Trinker- und Drogenszene ihre Notdurft verrichten. Was jedoch Passanten irritiert: Die Männer öffnen seit einigen Tagen ihre Hose am Döppersberg ohne Sichtschutz. Das ist so gewollt. Die Stadt wolle das Pissoir nicht verstecken, damit kein Rückzugsort geschaffen wird, an dem Drogen konsumiert werden, erklärt ein Stadtsprecher.

Anwohner hatten sich beschwert, dass regelmäßig Menschen in Häusereingängen ihre Notdurft verrichten. Seitdem das Café Cosa als Anlaufstelle vorübergehend verschwunden ist, hat die Szene keine öffentliche Toilette mehr in der Nähe. Das Sozialamt kaufte ein Pissoir; Reinigung und Leerung kosten 1600 Euro jährlich.

Lange stand es verdeckt von einem Zaun – dessen Plane musste wegen des Sturms entfernt werden. Geschäftsleute fordern nun: „Ein Sichtschutz muss sein.“ Und auch die Nutzer selbst finden die neue Situation unangenehm, berichtet Café-Cosa-Leiterin Klaudia Herring-Prestin. Bevor die Planen verschwunden sind, kam die neue Toilette noch gut an. „Die konnten es erst gar nicht glauben, dass die Stadt das extra für sie angeschafft hat.“

Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius bezeichnet die Lösung als pragmatisch. Die Kritik könne er nicht nachvollziehen: „Wer es nicht sehen will, der muss doch einfach nur wegschauen.“ neuk

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