Neugestaltung

Neuer Werth wird 1,3 Millionen Euro teurer

So stellen sich die Planer den neu gestalteten Werth vor. Entwurf: Greenbox Landschaftsarchitekten
+
So stellen sich die Planer den neu gestalteten Werth vor.

Wuppertal. Die Innenstadt in Wuppertal-Barmen soll ein neues Pflaster erhalten. Jetzt geht es an die Detailplanung.

Von Martin Lindner

Die Neugestaltung des Werth in Barmen wird um rund 1,3 Millionen Euro teurer ausfallen als ursprünglich kalkuliert: Die Kosten für die Baumaßnahme steigen von 9,64 Millionen auf 10,976 Millionen Euro. Thomas Helbig, Geschäftsführer der ISG (Immobilien-Standort-Gemeinschaft) Barmen-Werth, bezeichnet dies als „relativ normale Baukostensteigerung“ wenn die Detailplanung in Angriff genommen wird. Alles werde so umgesetzt, wie in der Planung vorgesehen. „Es ist nicht so, dass wir anstelle von Plastikgriffen auf einmal goldene bestellt haben“, betont er. Selbst bei gründlichsten Vorplanungen komme es zu Preisschwankungen. Schließlich handele es sich auch um eine komplette Neugestaltung der zentralen Einkaufsstraße und Fußgängerzone in Barmen, das sei „mehr als nur einmal drüber lackieren“.

Bei den meisten Projekten in Wuppertal gebe es Kostenverdoppelungen und sogar –verdreifachungen, die 1,3 Millionen Euro befinden sich daher im Rahmen, meint er. Die Fußgängerzone in Barmen, die als eine der ersten Deutschlands gilt, habe schon mehr als 60 Jahre auf dem Buckel. Da sei ein frischer Anstrich notwendig, so Helbig lächelnd und in Vorfreude auf den Baubeginn. „Die Fußgängerzone am Werth neu zu gestalten, ist gut angelegtes Geld“, ist er überzeugt.

Ulrike Schmidt-Keßler vom Presseamt der Stadt teilt zum Verfahren mit, dass es eine Kostenschätzung gibt, bevor eine Ausschreibung veröffentlicht wird. Dann warte man die Angebote von Bauunternehmen für die auszuführenden Arbeiten ab. Die Stadt nehme das wirtschaftlichste Angebot an, dabei berücksichtige sie jedoch ebenso die Qualitätskriterien.

Am 1. März dieses Jahres wurde die Umsetzung des Gewinnerentwurfs aus dem in 2018 durchgeführten Wettbewerb zur Neugestaltung des Werth zu Gesamtkosten von 9,64 Millionen Euro beschlossen. Die Angebote von vier Planungsgruppen schwankten zwischen acht und 12,2 Millionen Euro. Zur Begründung, warum nicht der günstigste Bieter gewählt wurde, heißt es in der Beschlussvorlage, dass der teurere nach Prüfung „die gewünschten Qualitäten und Erfahrungen mitbringt, die für die Umsetzung dieser anspruchsvollen Baumaßnahme notwendig sind.“ Ferner kenne er die Anforderungen, die bei Arbeiten in belebten Innenstadtpassagen zu beachten seien. Der zusätzliche Eigenanteil der Stadt beläuft sich laut Beschlussvorlage auf 304 000 Euro.

In der Sitzung der BV Barmen am Dienstag, 7. Dezember, sollten die Bezirksvertreter zur Neugestaltung der zentralen Fußgängerzone angehört werden und eine Empfehlung abgeben. Doch die Sitzung wird pandemiebedingt ausfallen. Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU) erklärte auf Nachfrage, dass Stellungnahmen auch schriftlich dem Stadtrat eingereicht werden können, der für die Neugestaltung schließlich in seiner Sitzung am 21. Dezember grünes Licht geben muss. Doch ob diese Sitzung stattfinden kann, sei aufgrund von Corona nicht sicher, so Lücke. Einen derartigen Beschluss dürfte der Rat seines Wissens nach auch nicht online fassen. Lücke hofft, dass im schlimmsten Fall aber wenigstens Baustellenvorbereitungen stattfinden können.

Wenn alles nach Plan läuft, wird im Februar oder März mit dem ersten Bauabschnitt am Oberen Werth begonnen. Komplett abgeschlossen sollen die Arbeiten im Jahr 2025 sein. Ursprünglich war mit Kosten in Höhe von 7,2 Millionen Euro gerechnet worden.

Kulturteppich

Der Gewinnerentwurf schlägt vor, den Werth in Barmen als „Kulturteppich“ zu gestalten. Das Muster der Pflasterung soll einen gestreiften Teppich nachahmen, was auf Wuppertals historische Verbindung zur Textilindustrie hinweist. Die Fußgängerzone soll außerdem als Raum für kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen dienen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Protestzug gegen Corona-Maßnahmen verläuft in Remscheid „störungsfrei“
Protestzug gegen Corona-Maßnahmen verläuft in Remscheid „störungsfrei“
Protestzug gegen Corona-Maßnahmen verläuft in Remscheid „störungsfrei“
Identitätsschwindel führt zu Festnahme
Identitätsschwindel führt zu Festnahme
Identitätsschwindel führt zu Festnahme
Universität Wuppertal stellt auf grünen Strom um
Universität Wuppertal stellt auf grünen Strom um
Universität Wuppertal stellt auf grünen Strom um
Frau stirbt in Wohnung - Verdacht auf ein Tötungsdelikt
Frau stirbt in Wohnung - Verdacht auf ein Tötungsdelikt
Frau stirbt in Wohnung - Verdacht auf ein Tötungsdelikt

Kommentare