Verkehr

Neuer Radweg verbindet Trasse und City

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WUPPERTAL Der Wall in Elberfeld bekommt eine eigene Spur für den gegenläufigen Radverkehr. Gratis-Autoparkplätze fallen weg.

Von Manuel Praest

Wuppertal. Eine Verbindung für Fahrradfahrer von der Nordbahntrasse zum Wuppertaler Hauptbahnhof — ein Wunsch, den die Radfahrlobby, aber auch die Politik schon vor längerer Zeit für Wuppertal geäußert hat. Ein Wunsch, der langsam Realität wird: Bis Februar soll der Wall als Einbahnstraße zwischen Neumarkt und Schlossbleiche für den gegenläufigen Radverkehr freigegeben werden. Bis dahin sollen Markierungen und Beschilderung abgeschlossen sein, so Dirk Lange vom Fachressort der Stadt.

Die Freigabe ist ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg zur Fahrrad-Region Bergisches Land. Radfahrer könnten beispielsweise von Solingen aus über die Korkenziehertrasse komplett über angenehme Radwege bis zum Elberfelder Hauptbahnhof fahren.

Die Freigabe des Walls sei überfällig, sagt Klaus Lang vom ADFC. Auch Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt freut sich. „Der Wall ist ein wichtiger Baustein für eine der wichtigsten Radverkehrsverbindungen der Stadt: der Anbindung der Nordbahntrasse mit der Elberfelder Innenstadt.“ So sei Elberfeld-Zentrum endlich auch per Rad gut erreichbar.

Markierungen und Beschilderung müssen geändert werden

Es ist kein Umbau des Walls, betont Dirk Lange, und mit 4900 Euro fallen die Kosten auch eher gering aus. Doch für Radfahrer wird es eine enorme Erleichterung: Sie müssen, um in Richtung Döppersberg zu kommen, nicht mehr über Gathe und Morianstraße — unter Radlern eher unbeliebt — fahren. Und in Verbindung mit der Neuen Friedrichstraße, die bis 2022 Fahrradstraße werden soll, gebe es dann die Achse vom Bahnhof in die City. Die Friedrichstraße soll voraussichtlich bereits in diesem Jahr freigegeben werden. „Wir denken, dass das positiv angenommen wird“, sagt Lange.

Wandel zur Rad-Stadt funktioniert nicht ohne Konflikte

Dabei werden auch die Seitenstreifen neu geordnet. Ein Ergebnis: Der bislang auf der westlichen, also linken Seite hauptsächlich für den Lieferverkehr genutzte Streifen wird aufgegeben – dort führt dann die Fahrradspur lang. Wegfallen werden damit auch die zu bestimmten Zeiten gratis angebotenen Plätze für Autos. Im Einvernehmen mit dem Beirat für Menschen mit Behinderung wurden die Schwerbehindertenparkplätze auf die östliche Seite verlegt.

RAUF AUFS RAD

AUSBAU Das Radwegenetz im Bergischen wird immer umfangreicher – auch wenn noch zahlreiche Lücken klaffen. Doch es gibt Planungen. Ein Baustein ist die Veloroute, die von Düsseldorf über Hilden und Solingen nach Wuppertal führen wird und nun in die Umsetzung geht. Sie verläuft über vorhandene Radwege und Straßen und nutzt auch einen Abschnitt der Korkenziehertrasse. In Remscheid soll eine innerstädtische Verbindung deutlich verbessert werden, indem die Balkantrasse von Lennep nach Lüttringhausen verlängert wird.

PANORAMARADWEG Wie umfangreich das zusammenhängende Netz an Radwegen inzwischen ist, zeigt das Kartenmaterial zum Bergischen Panoramaradweg. Über 220 Kilometer lang ist das Netz der Bergischen Panorama-Radwege. Es verbindet die ehemaligen Bahntrassen im Bergischen Land, im südlichen Ruhrgebiet und im Sauerland miteinander; zudem gibt es Anschlüsse an die Flussradwege an Rhein, Ruhr und Sieg. Rund 150 Kilometer führen über weitgehend ebene, frühere Bahnstrecken; auch der Rest der Wege ist für Jedermann zu bewältigen. Das gesamte Panorama-Radwege-System ist komplett beschildert.

NAHERHOLUNG Jedes Jahr zwischen März und Ende Oktober fährt der Bergische Fahrrad-Bus an Wochenenden und Feiertagen zwischen Leverkusen-Opladen, Wermelskirchen und Marienheide.

KARTENMATERIAL Radler finden Karten und Planungshilfen für Rad-Ausflüge unter anderem beim ADFC und bei der Tourismusagentur Das Bergische:

www.adfc-nrw.de www.dasbergische.de (Suche: einfach bergisch radeln)

Weniger Platz als vorher werden nach der Ummarkierung des Walls die Taxifahrer haben – voraussichtlich zwei Plätze fallen weg. Gespräche zum Beispiel mit der Taxizentrale habe es allerdings nicht gegeben, ist deren Geschäftsführer Nico Höttges sauer. Man wolle deshalb noch mal den Kontakt mit Stadt und Politik suchen.

Auch Matthias Zenker von der Elberfelder Händlergemeinschaft IG 1 findet die Achse Nordbahntrasse – City wichtig, um mehr Radfahrer in die Innenstadt zu bekommen. Schon jetzt seien die Fahrradständer gut nachgefragt. Den Wegfall von Parkplätzen sieht er aber kritisch. „Wuppertal ist keine prägnante Fahrradstadt und nicht vergleichbar mit Köln oder Münster.“ Klaus Lang vom ADFC hält jedoch dagegen. Es gebe Untersuchungen, wonach Fahrradfahrer mehr Kaufkraft in eine City bringen als Autofahrer.

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