Verkehr

Neue Schwebebahnen treffen aus Spanien ein

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Ulrich Jaeger, Geschäftsführer von WSW mobil, nahm gestern einen neuen Wagen in der Schwebebahnwerkstatt in Vohwinkel in Empfang. Bis November wird der Wagen dort zusammengebaut. 

WUPPERTAL Technische Probleme machten eine Pause nötig. Nun geht die Lieferung weiter. Bis Mitte 2019 werden die Wagen in Vohwinkel zusammengebaut.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Nach einer mehrmonatigen Pause setzen die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) den Austausch der Schwebebahnen fort. Am gestrigen Montag wurde der vierzehnte Gelenktriebwagen der neuen Baureihe in der Schwebebahnwerkstatt in Vohwinkel angeliefert, dort soll er bis November zusammengebaut werden. Ab 2019 geht er in Betrieb.

Ab November soll es im Zwei-Wochen-Rhythmus mit der Anlieferung weitergehen, die Wagen werden Stück für Stück gegen Fahrzeuge der Baureihe der 1970er Jahre ausgetauscht, bis im Sommer 2019 die neue Flotte mit 31 Schwebebahnen komplett ist. Der Austausch der Bahnen, die in Valencia von Kiepe Electric produziert werden, hatte Ende 2015 begonnen und war nach einem Zwischenfall im Mai 2017 ausgesetzt worden, als ein Fahrzeug der Modellreihe bei einer Fahrt das Gerüst berührte. Der Sachschaden war gering, niemand wurde verletzt.

Tempo 60 km/h bleibt für die Stadtwerke das Ziel

„Es stand relativ schnell fest, dass die Ursache komplexe fahrdynamische Prozesse beim Beschleunigen und Abbremsen sind. Es hat leider lange gedauert, dieses Problem zu berechnen und zu dokumentieren. Bei einem Tempo bis 40 Stundenkilometer ist ein solcher Zwischenfall ausgeschlossen“, sagt Ulrich Jaeger, Geschäftsführer von WSW mobil. Die Technische Aufsichtsbehörde der Bezirksregierung hatte daraufhin die Betriebsgenehmigung unter der Auflage des Tempolimits erteilt. Dies war die Voraussetzung für weitere Lieferungen aus Spanien.

SCHWEBEBAHN

TERMINE Die letzte Fahrt einer Schwebebahn der Baureihe 1972 bis 1974 soll voraussichtlich im Mai 2019 stattfinden.

AUSTAUSCH Der Austausch der Bahnen soll im Sommer 2019 abgeschlossen werden. Einen genauen Termin nennen die WSW nicht, haben sich aber intern eine Frist für die Umstellung der Flotte gesetzt.

TAKTZEITEN Das Betriebssystem ermöglicht Tempo 60 km/h und einen Zwei-Minuten-Takt. Um die technischen Voraussetzungen für eine Betriebsgenehmigung zu schaffen, ist ein weiteres Projekt zur Optimierung der Bahnen von WSW und Kiepe Electric geplant.

122 Millionen Euro investieren die WSW in die Schwebebahnen. Ist der Austausch abgeschlossen, werden sie auf ein neues Betriebssystem mit 750 Volt (bisher 600 Volt) umgestellt. Das neue Betriebssystem ermöglicht 60 km/h. Ulrich Jaeger ist zuversichtlich, dass mit Kiepe Electric die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Bahnen im gewünschten Tempo und Zwei-Minuten-Takt fahren.

Bei Tempo 40 ist die Bahn aktuell im Drei-Minuten-Takt unterwegs. Zeitweise war nur Tempo 30 möglich, was längere Fahrzeiten und volle Bahnsteige zur Folge hatte. Damit der Kaiserwagen auf den neuen Stand der Schwebebahn-Technik gebracht werden kann, geht er im Frühjahr für mehrere Monate „vom Netz“.

Ausdrücklich lobt Jaeger die intensive Wartung der älteren Schwebebahnen durch die Mitarbeiter der Schwebebahnwerkstatt in Vohwinkel. Die Bahnen sind schon viel länger als vorgesehen im Einsatz. Im Mai 2019 soll die letzte Fahrt mit einer Bahn der 1972er Baureihe mit einer Feier würdig begangen werden. Zudem kündigte Jaeger an, dass eine dieser Bahnen eingelagert wird. Wie sie später einmal verwendet wird, ist noch offen.

Martin Bang, Geschäftsführer von Wuppertal Marketing, begrüßt die Entscheidung. „Ich finde es gut, dass sich die Stadtwerke alle Optionen offen halten. In zwei, drei Jahren, wenn das neue System erprobt ist, lohnt es sich, noch einmal darüber nachzudenken, ob eine der Bahnen auf das neue Betriebssystem umgerüstet werden kann. Diese Bahnen gehören für viele Wuppertaler und ihre Gäste seit Jahrzehnten zum Stadtbild.“

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