Neue Schwebebahn kommt später

In etwa so soll es aussehen, wenn die neuen Züge der Schwebebahn über der Talachse im Einsatz sind. Archiv-Simulation: WSW

MODERNISIERUNG Die Wuppertaler müssen mindestens bis Oktober 2015 auf den Nachfolger ihres Wahrzeichens warten.

Von Lothar Leuschen

Wuppertal. Das Warten auf die neuen Schwebebahnwagen will kein Ende nehmen. Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) kündigen die Auslieferung des ersten neuen Wagens nun für Oktober 2015 an. Grund sei, dass die Schwebebahn nun einmal einmalig sei und die neuen Wagen deshalb schwer zu bauen seien. Diese Begründung ist so alt wie die Pannenserie, die den Neubau des Verkehrsmittels in den vergangenen fast 20 Jahren begleitet hat.

Fast anderthalb Jahrespäter als vorgesehen

NEUE ZÜGESCHWEBEBAHN Mit jährlich 24 Millionen Fahrgästen ist das Wuppertaler Wahrzeichen auch das wichtigste Verkehrsmittel in der Stadt. GENERATIONSWECHSEL Seit 1995 wurden Gerüst, Fahrschiene und Bahnhöfe komplett erneuert. 2011 erfolgte der Auftrag für 31 neue Züge vergeben. Sie sollen 122 Millionen Euro kosten. www.neue-schwebebahn.deZunächst war die Auslieferung des ersten Waggons der neuen Serie für den Sommer dieses Jahres angekündigt worden. Diese Zusage mussten die Stadtwerke und das Düsseldorfer Unternehmen Vossloh Kiepe bereits im vergangenen Jahr zurückziehen.

Stadtwerke-Geschäftsführer war angeblich im Werk in Valencia

Die Düsseldorfer bauen die Wagen in ihrem Werk in Valencia. Dort hat sich nach Informationen unserer Zeitung der zuständige Geschäftsführer der WSW, Ulrich Jaeger, vor wenigen Wochen umgetan. Vermutlich ist er mit der Erkenntnis zurückgekehrt, dass auch der schon deutlich verschobene Termin nicht eingehalten werden kann. Bis jetzt haben die Stadtwerke diese Erkenntnis auf jeden Fall für sich behalten.

Nun also Oktober 2015, fast anderthalb Jahre später, als es die ursprüngliche Planung vorsah. „Das ist eben kein Verkehrsmittel von der Stange“, begründet der Sprecher der Stadtwerke, Holger Stephan, die neuerliche schlechte Nachricht. Wirklich aufzuregen scheint das bei den Stadtwerken aber niemanden.

Der Zwei-Minuten-Taktsoll die Talachse entlasten

Dabei drängt die Zeit. Die neue Schwebebahn soll dank eines moderneren Betriebssystems in der Lage sein, in einem Zwei-Minuten-Takt von Vohwinkel nach Oberbarmen und zurück zu fahren. Damit stiege die Kapazität des 110 Jahre alten Verkehrsmittels – so könnte die B 7 vom Individualverkehr entlastet werden. Das ist umso notwendiger, als durch die Sperrung der Bundesallee im Zentrum Elberfelds die Umleitungsstrecken phasenweise stark belastet sind. Aber Entlastung durch die neue Schwebebahn gibt es nun frühestens Ende 2016.

Hinzu kommt, dass die aktuellen Schwebebahnen immer mehr Schwächen zeigen. Hier funktionieren Weichen nicht, dort sind Fahrzeuge defekt, wie WSW-Sprecher Holger Stephan auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. Dann quält sich der Schwebebahnersatzverkehr in Bussen über die Talachse – und statt einer Entlastung wird diese zusätzlich verstopft.

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