Mobilität

300 neue Räder für die Schwebebahn

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Als im Sommer nur noch 13 Bahnen einsatzbereit waren, zogen die WSW die Notbremse.

Zentrale Voraussetzung für Wiederaufnahme des regulären Schwebebahn-Betriebs ist erfüllt.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Wegen eines außerplanmäßig großen Räderverschleißes transportiert die Schwebebahn seit den Sommerferien nur noch an den Wochenenden Fahrgäste. Die gute Nachricht für die Freunde der Schwebebahn: Die Ersatzteilversorgung mit neuen Rädern ist vorerst sichergestellt. Vom Hersteller Bochumer Verein werden bis zum ersten Quartal 2021 rund 300 neue Räder geliefert. Damit ist die zentrale Voraussetzung zur Wiederaufnahme des regulären Betriebs erfüllt, der von den Stadtwerken für den Spätsommer 2021 geplant wird.

Bei der Beseitigung der rund 200 für die neue Modellreihe festgestellten Mängel dreht sich vieles, aber nicht alles, um die Räder und Radprofile. Die zu kurze Lebensdauer der Räder ist der limitierende Faktor im Schwebebahnbetrieb. Vor der Teil-Betriebspause kam weder die Werkstatt in Vohwinkel mit dem Austausch noch der Hersteller in Bochum mit der Fertigung der acht Räder pro Schwebebahn hinterher.

Das Problem trat laut WSW seit Frühjahr auf, und nach den Sommerferien wäre eine Rotation mit 21 Bahnen für einen 3,5-Minutentakt nicht mehr möglich gewesen. So zogen die WSW in den Sommerferien die Notbremse, als nur noch 13 Bahnen einsatzbereit waren und die defekten Räder Schäden am Schwebebahngerüst verursachten. „Die Räder sehen nach 20 000 Kilometern aus, wie sie selbst nach 60 000 Kilometern nicht aussehen dürften“, sagte Ulrich Jaeger, Geschäftsführer von WSW mobil, im August.

Inzwischen haben die Stadtwerke an den Radprofilen gefeilt und die Reichweite auf 30 000 Kilometer erhöht – ein erster Teilerfolg, denn das Ziel sind mindestens 40 000 Kilometer Fahrleistung ohne Räderwechsel. An der Lösung dieser Aufgabe arbeiten auch Experten der Deutschen Bahn mit.

Am vergangenen Freitag wurden, wie vor jedem Wochenende, Testfahrten und Fahrschulfahrten unternommen, bei denen eine verbesserte Spurkranzschmierung mit einem biologisch abbaubaren Schmierstoff eingesetzt worden ist.

WSW: Aufnahme des Verkehrs im August 2021

„Wir haben jeden Bereich systematisch untersucht und arbeiten die Mängel jetzt Punkt für Punkt ab. Wichtig ist, den Fokus zu keinem Zeitpunkt zu verlieren. Der Kessel ist weiterhin unter Druck und wir haben noch eine Reihe komplexer Probleme vor der Brust“, sagt Markus Hilkenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wuppertaler Stadtwerke GmbH. Im Alleingang ist die Reparatur der Schwebebahn für die WSW nicht zu schaffen. Am August-Termin 2021 für die Rückkehr zum regulären Betrieb soll sich aber nichts ändern. „Die Koordination zwischen Schwebebahnhersteller, den Ersatzteillieferanten und den WSW ist eine Kraftanstrengung, weil wir alles auf das Ziel ausrichten, pünktlich wieder an den Start zu gehen“, so Hilkenbach weiter.

Die angekündigte personelle und technische Aufrüstung in der Schwebebahnwerkstatt wurde zum Teil schon umgesetzt. So ist eine neue Drehmaschine in Betrieb genommen worden, damit die Profilierung der Räder in eigener Regie erfolgen kann. Zwei neue 10-Tonnen-Schwerlastkräne wurden in der Schwebebahn-Werkstatt montiert. Ab dem ersten Quartal 2021 werden 20 zusätzliche Mechaniker und Elektriker, darunter eine Elektrikerin, das Werkstatt-Team verstärken.

Größere Fortschritte gibt es aus Aachen noch nicht zu vermelden, wo die ersten beiden Bahnen zu Lasten von Hersteller Kiepe im Unternehmen Talbot repariert werden sollen. Die größten Probleme liegen in der Verkabelung sowie in der Verklebung der Dachaufbauten. Die Stadtwerke begleiten das Abarbeiten der Mängelliste mit eigenen Mitarbeitern vor Ort.

Ulrich Jaeger ist überzeugt, dass die Einschränkung des Schwebebahn-Betriebs im Sommer eine alternativlose und richtige Entscheidung gewesen ist. „Die ersten Erfolge sind einer echten Energieleistung der Mannschaften der Schwebebahnwerkstatt und der Gerüstbauwerkstatt Gutenbergstraße zu verdanken. Auch die Zusammenarbeit mit dem Hersteller hat sich in den vergangenen Monaten erheblich verbessert“, sagt Ulrich Jaeger.

Die Wuppertaler Stadtwerke hatten im Sommer erklärt, dass sie vorerst auf eine Klage gegen den Hersteller Kiepe verzichten und eine einvernehmliche Zusammenarbeit bei der Reparatur der 31 Bahnen anstreben werden.

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