Neue Mitte für Leichlingen: Fluch oder Segen?

So sehen die öffentlich gemachten Pläne für das Innenstadtprojekt aus: mit einem Zentrum (hellrot), das sich über die Neu-kirchener Straße erstreckt. Vorne, in einer Flucht mit dem Rathaus, soll ein zweites Geschäftshaus entstehen. Plan: Mesa

INNENSTADT Pläne sind vor der morgigen Ratssitzung ins Netz gestellt worden.

Leichlingen. Die mahnenden Worte von Verwaltungschef Bürgermeister Ernst Müller nach mehr Diskretion blieben unerhört: Noch bevor das neue Gesicht der Innenstadt morgen im Rat von der AS Projektentwicklung als Investor und vom Stuttgarter Architekten Bernhard Reiser vorgestellt wird, sind jetzt Ansichten im Internet zu finden.

Die bisher bekannten Eckdaten: die in Teilen abgesenkte Neukirchener Straße, die Einkaufsmeile über die Hauptverkehrsader hinweg und die Tiefgarage mit 490 Stellplätzen bekommen hier erstmals konkrete Züge. Gut zu sehen auch ein zweites Geschäftshaus, das in einer Flucht mit dem Rathaus errichtet werden soll.

Ins Rollen gebracht wurde das Bekanntwerden der geheim gehandelten Skizzen von Ratsmitglied Ronald Micklich (früher Pro NRW, jetzt parteilos). Die Bürgerinitiative „Rettet den Stadtpark“ hat nicht lange gezaudert, sondern gleich in ihrem Internet-Auftritt nachgezogen – rechtzeitig vor dem Lichterzug, der heute Abend um 18 Uhr an der Brückenstraße 21 Gegner der Innenstadtbebauung auf den Plan rufen soll.

Da die Unterlagen nun ohnehin kein Geheimnis mehr sind, preschen auch einige Christdemokraten in einem offenen Brief an die Presse vor. Darin wird das Projekt „schon allein aus wirtschaftlicher Sicht als nicht umsetzbar“ bezeichnet. „Stadtplanerisch sei es eine Katastrophe“, es gebe kein plausibles Vermietungskonzept, die geplante Größenordnung der Verkaufsflächen werde dem Leichlinger Einzelhandel massiv schaden, so geht es weiter in den Befürchtungen, die von den CDU-Fraktionsmitgliedern Rainer Hüttebräucker, Andreas Heusner, Gerhard Hangert und dem sachkundigen Bürger Helmut Wagner in harten Tönen mitgeteilt werden.

Von Seiten der FDP hatte Lothar Esser schon vor einigen Tagen appelliert, die hitzige Debatte um die Innenstadtgestaltung „von der emotionalen auf eine sachliche Ebene“ zurückzuführen und vor allem mit Blick auf das Plus an Handelsflächen die kalkulierte Größe als notwendig eingeschätzt, damit die Stadt wettbewerbsfähig bleiben kann.

Die morgige Ratssitzungbirgt einigen Zündstoff

Bürgermeister Ernst Müller wertete das neue Projekt schon häufiger „als großen Wurf“. Der sehr mutige, aber konsequente Schritt sei notwendig, um Geschäfte mit Magnetwirkung in die Stadt zu holen. „Der Stadt fehlt die Mitte“, so hat sich Architekt Bernhard Reiser im Gespräch mit dem Solinger Tageblatt geäußert. Mit der neuen Stadtgalerie sollen bestehende Geschäfte in Leichlingen wieder einen zugkräftigen Partner an ihre Seite bekommen.

Bleibt abzuwarten, zu welchen Explosionen der Zündstoff führen wird, den die Diskussion so offensichtlich birgt. KS

Die öffentliche Ratssitzung beginnt morgen um 17 Uhr in der Aula Am Hammer. Bevor die Innenstadt-Pläne erläutert werden, steht eine Einwohnerfragestunde auf der Tagesordnung.

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