A 1: Neue Blitzer bringen schon 800 000 Euro ein

Insgesamt zwei Säulen hat die Stadt aufgestellt. Die Autobahnpolizei befürwortet die Entscheidung. Foto: Andreas Fischer
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Insgesamt zwei Säulen hat die Stadt aufgestellt. Die Autobahnpolizei befürwortet die Entscheidung. Foto: Andreas Fischer

Seit Anfang Mai steht die Radaranlage in der Baustelle Schwelmetalbrücke – bis Ende Juli waren 26 820 Autofahrer zu schnell

Von Manuel Praest

Wuppertal Seit 9. Mai stehen die neuen Blitzer in der Baustelle Schwelmetalbrücke auf der A 1 – und allein bis Ende Juli wurden bereits 26 820 Autofahrer erwischt, die zu schnell waren. Etwa 800 000 Euro sind dadurch in die Stadtkasse geflossen. Eine genaue Rechnung sei zwar nicht möglich, man gehe aber von im Schnitt 30 Euro pro Fahrer aus, heißt es aus dem Rathaus.

Damit liegt die Stadt weit mehr als auf Kurs: Kämmerer Johannes Slawig hatte im vergangenen Jahr von geschätzten einer Million Euro für 2020 und danach jährlich 1,5 Millionen Einnahmen für den städtischen Haushalt gesprochen.

Gerade weil Slawig die Blitzer aber ausgerechnet in der Haushaltseinbringung angekündigt hatte, gab es Diskussionen. Der ADAC warf der Stadt vor, dass monetäre Interessen im Vordergrund ständen, nicht die Unfallprävention. Die Stadt hielt damals dagegen: Die Bezirksregierung habe grünes Licht gegeben und auch die Unfallkommission habe sich dafür ausgesprochen.

Die Autobahnpolizei begrüße grundsätzlich ebenfalls Blitzer in Baustellen, sagt Sprecher Andreas Czogalla in Düsseldorf. Seit Mai habe es in diesem Bereich 18 Unfälle gegeben. Der Großteil waren Auffahrunfälle mit nur geringen Sachschäden und nur in einem Fall mit einer leicht verletzten Person.

Die meisten Verstöße gab es in der 60er-Zone

Die Geräte hatte die Stadt gekauft. Zum Preis wollte man sich aber aus wettbewerbstechnischen Gründen nicht äußern. Geblitzt wird auf der A 1 in beide Fahrtrichtungen (Köln und Dortmund) auf insgesamt sechs Spuren. Das Höchsttempo liegt jeweils bei 60 und 80 Stundenkilometern. Die meisten Verstöße gab es mit 12 425 in der 60er-Zone in Fahrtrichtung Köln – 1,6 Prozent der Fahrzeuge in diesem Bereich. Mehr als 7500 „Sünder“ waren aber gerade einmal zwischen einem und zehn km/h drüber, was laut ADAC zehn Euro Strafe ausmacht. Vier Fahrer, die mehr als 40 km/h zu schnell waren, müssen dagegen 160 Euro zahlen, kassieren zwei Punkte in Flensburg und müssen zudem einen Monat ihren Führerschein abgeben. Die wenigsten Raser gab es im Vergleich mit 705 in der 80er-Zone in Fahrtrichtung Köln.

Seit 30. April ist auch der Blitzer der Stadt Wuppertal auf der A 46 zwischen den Ausfahrten Vohwinkel und Haan-Ost (Fahrtrichtung Düsseldorf) im Bereich Westring wieder im Einsatz. Erstmals war die Anlage im Mai 2018 im Baustellenbereich aufgestellt worden, zwischenzeitlich aber aufgrund der Bauarbeiten an die Linderhauser Straße in Nächstebreck versetzt worden. Seit Ende April bis Ende Juli sind nun 553 Fahrer geblitzt worden – von 1,4 Millionen Fahrzeugen insgesamt, die den Blitzer passierten. 80 Stundenkilometer sind dort erlaubt. Zwei Fahrer waren mit 120 oder mehr Stundenkilometern aufgefallen.

Das Blitzer-Ensemble im Autobahnkreuz Nord ist übrigens keine Einnahmequelle der Stadt Wuppertal, sondern des EN-Kreises – und eine gute. Im ersten Halbjahr 2020 kam es, so eine Sprecherin, zu 21 934 Verfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Kreuz Wuppertal Nord: Autofahrer zahlen fast eine Million Euro

„Die Einnahmen aus Verwarngeldern und Bußgeldern betrugen insgesamt 999 397 Euro.“ Mehr übrigens als im gleichen Zeitraum des Vorjahres mit 20 688 Verfahren und Einnahmen von 856 428 Euro. Im gesamten Jahr 2019 gab es demnach 49 635 Verfahren, die Einnahmen betrugen 2 128 452 Euro. Die Zahlen hätten sich, so hieß es schon in der Vergangenheit, auf hohem Niveau eingependelt.

Auf der A 1 dürfte auch erstmal kaum mit einem Rückgang zu rechnen sein, in der zweiten Jahreshälfte ist erfahrungsgemäß deutlich mehr Verkehr auf den Straßen unterwegs. Die eingeplanten 1,5 Millionen Euro werden jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit übertroffen.

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