Sicherheit

Neue Ausrüstung für Düsseldorfer Polizei

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Eine Polizistin in Düsseldorf nimmt eine „Bodycam“ in Betrieb. Nun sollen Modelle mit verbesserter Technik kommen. 

DÜSSELDORF Streifenbeamte erhalten bessere Kameras und voraussichtlich auch Elektroschockpistolen (Taser), die helfen, Angreifer zu stoppen.

Von Christian Herrendorf

Warnschüsse sind ein Mittel, das die Polizei nur im Extremfall einsetzt. In den vergangenen Wochen waren Düsseldorfer Beamte gleich zwei Mal in Situationen, in denen sie eben solche Warnschüsse abgeben mussten. An zwei Stellen in der Stadt waren Männer mit Äxten auf andere losgegangen und hatten auf alle anderen Hinweise nicht reagiert.

Ein Distanz-Elektroimpulsgerät, auch Elektroschocker oder Taser genannt. Polizisten sollen Rettungskräfte rufen, wenn sie einen Taser eingesetzt haben, um die medizinischen Folgen zu protokollieren. 

In Zukunft könnte den Polizisten ein anderes Mittel zur Verfügung stehen: ein Taser, ein Distanz-Elektroimpulsgerät, umgangssprachlich Elektroschocker. In anderen Städten, Berlin und Bremen zum Beispiel, werden sie bereits getestet. In NRW soll bald ein Pilotprojekt folgen, so steht es im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Landesregierung. Das wäre dann eine von zwei Neuerungen in der Ausrüstung für die Düsseldorfer Streifen.

Polizeipräsident Norbert Wesseler äußert sich verhalten positiv zu Tasern: „Das System scheint mir technisch ausgereift zu sein. Das kann eine sinnvolle Ergänzung sein, deshalb bin ich persönlich eher dafür“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir müssen allerdings schauen, ob die Kollegen mit einer solchen Ausrüstung noch beweglich genug sind.“

Bei Tasern werden Projektile abgeschossen, die mit Drähten verbunden sind. Darüber geben die Geräte gezielt Stromstöße auf den Körper eines Angreifers ab, so dass er seine Muskeln nicht mehr kontrollieren kann und außer Gefecht gesetzt wird. Es handelt sich folglich um eine nicht-tödliche Waffe und kommt deshalb bei Angreifern, Randalierern und Fliehenden sowie zur Selbstverteidigung von Polizisten in Betracht.

Zurzeit sind die Bilder einer Bodycam oft zu schlecht

Erwerb, Besitz und Führen von Tasern ist in Deutschland untersagt, Ausnahmen können die Landesinnenminister zulassen. Das Verbot beruht auf den Schmerzen, die Taser verursachen können. Während des Testlaufs in Bremen sollen die Polizisten deshalb stets Rettungskräfte rufen, wenn sie einen Taser eingesetzt haben, um die medizinischen Folgen zu protokollieren.

Die zweite Neuheit sind bessere Kameras an der Ausrüstung (Bodycams). Die Düsseldorfer Polizei zählte zu den Behörden in NRW, die sich an einem Pilotprojekt beteiligt haben. Die Polizeiinspektion Mitte erhielt im vergangenen Jahr 50 Kameras, auch um zu schauen, ob dadurch die Bereitschaft zu Attacken gegen Polizisten sinkt.

DER EINSATZ VON BODYCAMS IN DER REGION

PILOTSTÄDTE Auch Wuppertal gehört gemeinsam mit Köln, Düsseldorf, Duisburg und dem Kreis Siegen-Wittgenstein zu den Pilot-Kommunen.

TEST Bei dem Pilotprojekt handelt es sich um einen Praxistest, der zwei Jahre dauern soll und dessen Ergebnisse vom Institut für Polizeiwissenschaft ausgewertet werden. Start war im Frühjahr 2017.

WUPPERTAL In der Nachbarstadt werden die kleinen Kameras insbesondere im Bereich der Polizeiwache Barmen zum Einsatz gebracht. Nach einem wissenschaftlich fundierten System werde den einzelnen Dienstgruppen vorgegeben, wann die Kameras mitzuführen seien, erklärte ein Polizeisprecher zu Beginn der Testphase. So soll eine Vergleichbarkeit zwischen Einsätzen mit und ohne Kamera erreicht werden.

„Es gibt viele Fälle von häuslicher Gewalt oder von gewalttätigen Übergriffen auf Polizisten. Da kann man das Videomaterial gut auswerten und verwenden, weil sonst oft Aussage gegen Aussage steht. Die Bilder müssen aber auch als Beweis in einem Gerichtsprozess funktionieren“, sagt Polizeipräsident Wesseler. Damit spricht er die zentralen Erkenntnisse des bisherigen Pilotprojekts an: Die Kameras wurden grundsätzlich positiv bewertet, allerdings genügte die technische Qualität nicht.

Daraus ergibt sich für den Düsseldorfer Polizeipräsident folgende Konsequenz: „Wir haben im Pilotversuch die Kinderkrankheiten des Systems kennengelernt. Vermutlich wird jetzt neu ausgeschrieben, um Geräte ohne Kinderkrankheiten zu kaufen.“

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