Schäden

Ufermauern sind durchs Hochwasser beschädigt

Dieses Foto zeigt nach Angaben des Wupperverbands nur ein Zehntel der Treibgutmenge, die an dieser Stelle aus der Wupper geholt wurde. Foto: Wupperverband
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Dieses Foto zeigt nach Angaben des Wupperverbands nur ein Zehntel der Treibgutmenge, die an dieser Stelle aus der Wupper geholt wurde.

Im Wuppertaler Stadtgebiet sind viele Auswirkungen der Flutwelle noch zu sehen

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Die Spuren des Hochwassers sind in Wuppertal an vielen Stellen noch zu sehen: Sperrmüll lagert auf der Straße und auch am Ufer der Wupper zeugen umgerissene Sträucher, Müll und an einigen Stellen Treibguthaufen davon, dass die Wupper vor drei Wochen ein reißender Fluss war.

Der Wupperverband ist dafür zuständig, dass das Wasser ungehindert fließen kann. Deshalb kümmert er sich aktuell um große Gegenstände wie Baumstämme und anderes Treibgut, das den Wasserfluss behindert. Ein Ende dieser Arbeiten erwartet Wupperverbandssprecherin Ilona Weyer „in den nächsten Wochen“.

Weitere Aufgaben wie die Einschätzung und Behebung der Schäden an den Ufermauern liefen parallel und würden danach noch weitergehen. „Das gesamte Ereignis wird uns sicher noch lange beschäftigen“, so Weyer. Unmittelbar nach dem Hochwasser hätten vor allem das THW und die Feuerwehr geholfen, berichtet sie. Die Hilfsorganisationen hätten geborgenes Treibgut gelagert, unter anderem an der B 7.

„Die Natur holt sich das Gebiet zurück.“

Ilona Weyer, Wupperverband

An zwei Stellen hat das Hochwasser größere Schäden an den Ufermauern verursacht: an der Kabelstraße und am Döppersberg. Am Döppersberg hat der Wupperverband die Mauer provisorisch mit sogenannten Big Bags gesichert – großen mit Lehm gefüllten Plastiksäcken. Darüber hinaus hätten sie fünf kleinere beschädigte Stellen in der Mauer gefunden.

Die umgeknickten und überspülten Pflanzen, die am Ufer auffallen, seien dagegen keine Gefahrenstellen, so Ilona Weyer. Der meiste Bewuchs der Ufer sei auf natürliche Weise entstanden. „Auch nach dem Hochwasser wird hier auf natürliche Weise wieder Bewuchs entstehen. Die Natur holt sich das Gebiet zurück“, versichert sie. „Einige Pflanzen werden sich sehr schnell wieder ansiedeln oder erholen, andere werden einen Moment benötigen. Man kann hier in die Kraft der Natur vertrauen.“

Für Sauberkeit der Wupperufer sorgt normalerweise vor allem das Wupperputz-Team des Eigenbetriebs Straßenreinigung (ESW) und der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG). Dieses Team begann vor einigen Jahren als Beschäftigungsmaßnahme, inzwischen ist die zweite Mannschaft engagiert worden. Fünf Männer und Frauen bestreifen in normalen Zeiten die Ufer und sammeln ein, was menschliche Besucher hinterlassen oder was der Fluss anspült. Auch die gefährliche Pflanze Bärenklau, die Verbrennungen verursachen kann, entfernen sie.

Von Anfang April bis Ende September gilt Artenschutz

„Wir sind jetzt wieder unterwegs“, berichtet Carsten Melech, Teamleiter Straßenreinigung und Winterdienst beim ESW. Aktuell stehe an, den Bereich Rutenbeck, der vom Hochwasser sehr mitgenommen ist, wieder auf Vordermann zu bringen. Aber bis das Team die gesamten Wupperufer wieder hergerichtet hat, wird es dauern.

Dass es vielen Wuppertalern in den Fingern juckt, die Ufer von toten Pflanzen, angeschwemmten Gegenständen und Müll zu befreien, kann Patrick Herzog, Teamleiter im Bereich Umweltschutz der Stadtverwaltung, berichten. Er organisiert die Aktion Wupperputz, bei der einmal im Jahr Freiwillige Müll an den Wupperufern sammeln. Schon so mancher Bürger habe gefragt, ob man nicht jetzt eine Aktion machen könne.

„Wir haben die Überlegung auch angestellt“, sagt Patrick Herzog. Aber es sprächen einige Punkte dagegen. Einerseits der logistische Aufwand und die Pandemie. Aber vor allem der Artenschutz: „Von April bis September dürften tiersensible Bereiche wie die Wupperufer nicht betreten werden.“ Zumindest nicht von vielen Menschen. Ausnahmen für geschulte Personen wie im Wupperputz-Team seien möglich.

Hintergrund

Wupperverband: Die gesetzliche Aufgabe des Wupperverbands ist die Vorflutsicherung – die Gewährleistung des Abflusses. Im gesamten Wuppergebiet betreut der Verband 2000 Kilometer Gewässer. Viele Teile davon sind durch das Hochwasserereignis betroffen.

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