Nach Amokfahrt vor drei Jahren: Polizisten sagen aus

Verfahren gegen Brandstifter und Bankräuber läuft

Von Sabine Maguire

Mettmann/Wuppertal Der Notruf an der Mettmanner Polizeiwache war um 5.50 Uhr eingegangen. Da hatte ein Heiligenhauser gerade versucht, zwei Tankstellen in der Düsseldorfer Straße in Brand zu setzen. Bei der ersten war kein Benzin aus der Zapfsäule geflossen, dort demolierte er einen Feuerlöscher. An der zweiten setzte er dann die herausgelaufene Benzinlache in Brand, die Mitarbeiter konnten noch schnell den Notknopf drücken und die Benzinzufuhr abschalten.

Da war der 38-Jährige schon auf dem Weg zur Polizeiwache am Adalbert-Bach-Platz, wo er auf dem Innenhof beinahe drei Polizisten überfuhr, die sich dem Flüchtenden in den Weg stellten. Er habe draußen einen lauten Knall gehört und sei kurz vor Dienstschluss vor die Türe geeilt, sagte nun einer der Beamten im Zeugenstand aus. Offenbar war der Angeklagte gegen eine Gabionen-Wand gefahren, um dann zu drehen und geradewegs auf die Polizisten zuzufahren. Dann fuhr er bis zur Kreuzung am Südring und nach einem Wendemanöver Richtung Innenstadt. „Er hat sämtliche Verkehrsregeln missachtet“, beschrieb ein Zeuge die rücksichtslose Fahrweise. Mittlerweile hatten ihn die Polizeibeamten, die er beinahe umgefahren hätte, mit dem Streifenwagen verfolgt.

Amokfahrer verlor unterwegs einen Reifen

Dazu habe man auch noch versucht, andere Verkehrsteilnehmer auf die drohende Gefahr hinzuweisen. In der Innenstadt angekommen, habe der Amokfahrer notgedrungen anhalten müssen, weil er einen Reifen verloren hatte. Um ihn zum Aussteigen zu bewegen, hatten die Streifenbeamten dem Heiligenhauser die Waffe vorgehalten, was der mit einem Lachen quittiert habe, um sich dann freiwillig auf die Straße zu legen. Gefolgt von einem hyperaktiven Redeschwall, inmitten dessen der Mann den Beamten erzählt haben soll, dass er bereits ein paar „dicke Dinger“ gedreht habe.

All das liegt nun schon drei Jahre zurück, im Februar hatte der 38-Jährige noch innerhalb eines Tages zwei Bankfilialen in Mettmann und Velbert überfallen. Schon nach den Brandstiftungen war der Angeklagte in die Psychiatrie eingewiesen worden, über seine Schuldfähigkeit wird nun der psychiatrische Gutachter entscheiden müssen.

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