Museum bringt inklusives Kinderbuch heraus

Melanie Wunsch vom Neanderthal Museum zeigt das Buch. Foto: teph
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Melanie Wunsch vom Neanderthal Museum zeigt das Buch.

Sehbehinderte Mädchen und Jungen können sich über die Steinzeit informieren

Von Valeska von Dolega

Mettmann Bekanntermaßen öffnen Bücher Türen zur Welt. Vor allem Kinder brauchen Geschichten, um das sie umgebende Drumherum besser kennzulernen. Das Neanderthal Museum legt jetzt ein besonderes Buch vor, es heißt „Steinzeit-Abenteuer mit Kawi und Nuka“. Darin werden die wunderbaren Abenteuer, die die beiden Titelhelden – sie sind selbstverständlich Neandertaler – erleben, erzählt.

Das Besondere ist nicht allein die Vermittlung von Geschichte und der damit verbundene Lesespaß, es ist ein inklusives Kinderbuch, berücksichtigt also kleine Menschen mit Handicap. In Kooperation mit dem LVR-Landesmuseum, finanziert durch den LVR und die NRW-Stiftung, ist es entstanden. „Wir versuchen alle, inklusiver und diverser zu sein“, erklärt Museumsmitarbeiterin Melanie Wunsch.

Folgerichtig gibt es das, was die beiden ebenso klugen wie erfinderischen Titelhelden kindgerecht erleben – gemeinsam entdecken sie eine Rentierherde, von der sie ihren Familien stolz erzählen. Wenn sie es alle zusammen schaffen, einige Rentiere zu erlegen, haben sie für eine lange Zeit genug Essen und im Winter neue, warme Kleidung – nicht nur als gewöhnlichen Text.

Spielerischer Zugang zum Museum für Sehbehinderte auch per App

Das Buch vereint drei Varianten des Lesens spielerisch: Die Geschichte kann in Alltagssprache, so genannter Leichter Sprache und Braille-Schrift gelesen werden. Alltagssprache und Braille-Schrift stehen dabei auf denselben Seiten, die Leichte Sprache folgt jedem inhaltlichen Abschnitt in markierten Abschnitten nach je einer Doppelseite.

„Das LVR-Landesmuseum Bonn und das Neanderthal Museum bieten so eine Möglichkeit für alle Kinder, Spannendes aus der Steinzeit zu erfahren“, sagt Melanie Wunsch über diejenigen Kinder mit Lern- und Seheinschränkung, die oft bei den Standardbüchern ausgeschlossen sind. Es ist das erste Buch dieser Art, aber nicht die erste Aktion. „Spielerischen Zugang zum Museum vermitteln wir Sehbehinderten und Blinden auch per App“, erzählt die Museumsmitarbeiterin über das Projekt „NMsee“.

Das Mobile Game nimmt Gäste mit auf eine Reise in die Eiszeit und orientiert sich dabei an sogenannten „Audio Games“, also Hörspielen wie „Sound of Magic“ oder „The Nightjar“. Für Sehbehinderte bietet dieses barrierefrei bedienbare Angebot unter anderem eine Navigationsfunktion innerhalb des Hauses. Unterstützend dazu baut das Museum weitere, neue Tast-Exponate, tastbare Schilder sowie ein Bodenleitsystem in die Dauerausstellung ein.

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