Aufregung

OB Mucke fordert Entschuldigung von IHK-Chef

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Da war die Stimmung besser: IHK-Präsident Thomas Meyer (l.) und der Wuppertaler OB Andreas Mucke (r.) auf dem IHK-Neujahrsempfang 2018 – hier mit (v.l.) IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge, dem Solinger OB Tim Kurzbach und dem Remscheider OB Burkhard Mast-Weisz. 

WUPPERTAL In der Outlet-Frage zeichnet sich ein Ende des Streites ab. Wuppertal ist auf den Präsidenten der Kammer allerdings nicht gut zu sprechen.

Von Lothar Leuschen

Das Tischtuch zwischen Wuppertal und dem Präsidenten der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), Thomas Meyer, ist zerschnitten. Und es braucht schon eine große Nähmaschine sowie reichlich Zwirn, um es zu flicken. Meyer soll sich entschuldigen, verlangt Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) in einem Schreiben an den IHK-Präsidenten. Andere Funktionsträger in Wuppertal verweigern für die Zukunft gar das Gespräch mit dem IHK-Präsidenten.

Was ist geschehen? Wuppertal und Remscheid streiten sich seit Jahren um die Ansiedlung eines sogenannten Designer Outlet Centers, in dem es Markenware aus der Vorsaison oder aus Überproduktionen vergleichsweise günstig zu kaufen gibt. Während sich der Präsident der IHK in dieser Frage ohne Umschweife auf die Seite Remscheids schlug, bestand Wuppertal zunächst auf die eigenen Outlet-Pläne. Als die sich zerschlugen, blieb die Stadt bei der Klage, um ihren Einzelhandel vor der drohenden Konkurrenz durch das Schnäppchenparadies in Remscheid-Lennep zu schützen.

Das hat Meyer letztlich auf die Palme gebracht. Während eines Empfangs der IHK in Remscheid platzte dem Präsidenten der Kragen. Er nannte das Verhalten der Wuppertaler Stadtspitze „beschämend“ und „verlogen“. Eine solche Politik mache ihn krank. Zwar war in Remscheid von der so gescholtenen Wuppertaler Stadtspitze kein Vertreter anwesend. Aber durch einen Bericht im Remscheider General-Anzeiger drang die böse Kunde dennoch in die Nachbarstadt.

Seither kennt die Empörung keine Grenzen. Sie wuchs vielmehr noch, als der Hauptgeschäftsführer der IHK, Michael Wenge, die Kritik des Präsidenten in einem Gespräch mit Kommunalpolitikern im Rathaus in Wuppertal-Barmen auch noch wiederholte. Das will Oberbürgermeister Mucke nicht auf sich beruhen lassen. In einem Brief an Meyer fordert er nicht weniger als eine Entschuldigung des Präsidenten bei Verwaltung und Politik. Die Wertungen Meyers entbehrten jeder Grundlage. Er weise die Vorwürfe entschieden zurück, schrieb Mucke. Außerdem sei der Ton vollkommen unangemessen. „Sie schaden der Stadt, dem Wirtschaftsstandort, den Wuppertaler Unternehmen und Ihrem Amt“, schrieb Mucke. Er erwarte vom IHK-Präsidenten ein dem Amt angemessenes Auftreten.

Formulierungen „nicht sonderlich glücklich“

Für Stadtkämmerer Johannes Slawig (CDU) hat Thomas Meyer sich als Gesprächspartner disqualifiziert. „Wer mich als verlogen bezeichnet, mit dem setze ich mich nicht mehr an einen Tisch“, sagt er. Meyer habe die roten Linien einer sachlichen Auseinandersetzung weit überschritten.

Der so Kritisierte befindet sich derzeit auf einer Auslandsreise. Erst am 25. November wird er in Wuppertal zurückerwartet. Über den Hauptgeschäftsführer der Kammer lässt Meyer ausrichten, dass er sich dann selbstverständlich zu den Vorwürfen äußern werde. Wenge räumt gegenüber der Westdeutschen Zeitung ein, dass die Formulierungen an jenem Abend in Remscheid nicht sonderlich glücklich gewählt gewesen seien. „Das ist dem Präsidenten auch bewusst“, sagt Wenge. Aber in der Sache liege Meyer „nicht völlig verkehrt. Wir sind schon der Meinung, dass durch das Verhalten der Wuppertaler Stadtspitze viel Vertrauen zerstört worden ist.“ Darüber wird zu reden sein, wenn der IHK-Präsident wieder im Lande ist – voraussichtlich aber erst, nachdem er sich bei OB Mucke entschuldigt hat.

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