Kinder- und Jugendtheater

Monster ziehen ins Theater

Auch Monster müssen mal ausruhen. Foto: Lars Emrich
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Auch Monster müssen mal ausruhen.

Das Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater feierte eine gelungene Premiere.

Von Daniel Diekhans

Wuppertal. Monster sind ein Kinderschreck? Die „Zwei Monster“, die das Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater zeigt, sind das definitiv nicht. Als steckten das blaue und das rote Ungeheuer selber noch in den Kinderschuhen, tollen und albern sie herum. Wenn sie doch mal furchterregend sein wollen, die Zähne fletschen und fauchen, prusten die kleinen Zuschauer los. Und die Großen im Publikum staunen über die Beweglichkeit der Darstellerinnen Charlotte Kaufung und Alyson Hille. Trotz dick gepolsterter Kostüme machen sie Liegestütze und Kopfstand. Karate können sie sowieso.

Monster streiten übers Gebirge aus Plüschtieren hinweg

So unangreifbar stark sich die beiden auch geben – ihre Schwächen sind sehr menschlich. Geht der Tag oder kommt die Nacht? Das klingt nach einer harmlosen Frage. Die Monsterfreunde aber geraten deswegen in einen ausufernden Streit. Was wohl auch daran liegt, dass sie nicht direkt miteinander kommunizieren können. Die Bühnenmitte füllt nämlich ein Gebirge aus Sitzkissen und Plüschtieren (Ausstattung: Laurentiu Tuturuga).

„Du hast angefangen! Nein, Du!“ heißt das Bilderbuch von David McKee, das die Vorlage für „Zwei Monster“ liefert. Seit Mitte der 80er-Jahre hat es Generationen von Kindern begleitet.

Regisseurin Beate Rüter sorgt dafür, dass die Bühnenadaption auf gleich drei Ebenen Spaß macht. Punktgenau gesetzt sind die Dialoge, die auf den großen Knatsch zusteuern. Die Schimpfwörter, die sich Blau und Rot an den Kopf werfen, sind so phantasievoll-abgedreht, dass sie alle im Saal zum Lachen reizen.

Rührend, witzig und am Ende steht eine große Botschaft

Gleich zu Beginn weht Zirkusluft über die Bühne, wenn der Erzähler Michael Karp und Musikerin Karola Brüggemann als Clowns auftreten. Karp führt nicht nur durch die Handlung, sondern greift auch gern mal ein. Rührend und witzig zugleich ist, wenn er die Monster zu erziehen versucht. Er braucht mal Geduld, mal List – und hat Erfolg damit.

Dank der Songs von Niels Wörheide verwandelt sich das Sprechstück in ein Musical. Applaus brandet auf, wenn Kaufung und Hille mit geübten Stimmen verkünden: „Monster sind Sportskanonen, und dürfen sich nicht schonen.“

Zum sportlichen Wettkampf gerät dann auch das Steine-über-den-Berg-Schmeißen, mit dem sich die beiden Streithähne bekriegen. Als Linienrichter thront Michael Karp auf der Leiter und zählt (fast immer) gewissenhaft die Punkte. Am Ende ist der ganze Berg abgetragen. Ja, manchmal müssen erst gewaltige Hindernisse beseitigt werden, bevor sich zwei wieder vertragen können.

AUFFÜHRUNGEN

TERMINE „Zwei Monster“ läuft im Theater im Berufskolleg Bundesallee 222, 42103 Wuppertal. Wochenend-Aufführungen um 16 Uhr sind angesetzt für den 15. und 29. März sowie am 25./26. April.

KARTEN Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene, Kinder, Schüler und Studierende zahlen 6 Euro.

www.kinder-jugendtheater.de

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