Radtour

Mit dem Fahrrad auf dem Jakobsweg

Den Schnappschuss von der Fahrradtour nach Spanien hat Johann Kraemer für seine Liebsten zu Hause festgehalten.
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Den Schnappschuss von der Fahrradtour nach Spanien hat Johann Kraemer für seine Liebsten zu Hause festgehalten.

Wülfrath. 65-jähriger Wülfrather radelt 2600 Kilometer zum Kap Finisterra in Spanien.

Von Tanja Bamme

Johann Kraemer hat 47 Jahre gearbeitet. Als der Wülfrather im Januar vergangenen Jahres in den Ruhestand ging, brauchte er „dringend eine Entschleunigung“. Das vormals stressige Leben als Bäcker und Versicherungsvertreter hat dem 65-Jährigen einiges abverlangt. „Es war an der Zeit, dass ich runterkomme“, erinnert sich Johann Kraemer, der auf eine ganz besondere Idee kam: eine Radtour über den Jakobsweg.

Im April dieses Jahres ging es dann los. Der Rentner, der von Wülfrath über Köln nach Frankreich und Spanien fuhr, hat am Ende rund 2600 Kilometer auf dem Tacho gezählt. „51 Tage, bis zum 1. Juni, war ich unterwegs. Ich wäre auch gerne noch mit dem Rad zurückgefahren, aber das hätte zu lange gedauert.“

Zahlreiche Zwiegespräche mit Gott hat der gläubige Kalkstädter in der Zeit geführt. Und natürlich auch allerhand Menschen kennengelernt. Dabei war die Sprachbarriere kaum ein Hindernis. „Wir haben uns mit Übersetzern weitergeholfen, das hat gut funktioniert. Man war, auch wenn ich alleine unterwegs war, eine Einheit.“

Pauschal hat er 50 Euro am Tag ausgegeben, günstig war die Reise also nicht. „Aber ich würde es wieder machen, wenn ich könnte. Oder ich fahre woanders hin, Ziele habe ich genug.“

Noch ist Ehefrau Carola Kraemer nicht in Rente. „Ich habe noch ein paar Jahre“, sagt sie. Bis dahin unterstützt sie ihren Mann aber bei seinen Vorhaben. Angst, dass ihm auf dem Weg nach Spanien etwas zustoßen könnte, hatte sie nicht. „Wir haben jeden Tag telefoniert, und ich wusste, dass es ihm gut ging.“

Beeindruckend ist auch, dass Johann Kraemer ganz ohne Motorantrieb gefahren ist. Schwer war sein Fahrrad aber auch ohne Akku und Motor, denn Johann Kraemer hat sein ganzes Hab und Gut in Gepäcktaschen am Rad montiert. „Das waren dann locker 20 Kilogramm, eigentlich viel zu viel. Ich habe zwischendurch immer mal wieder Sachen nach Hause geschickt, weil ich sie einfach nicht gebraucht habe. Aber so lernt man eben aus seinen Fehlern“, gibt er wieder.

Sein persönliches Ziel war übrigens nicht die Pilgerstadt Santiago de Compostela, sondern die 100 Kilometer entfernte Landspitze Kap Finisterra.

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