Forst

Mit 84 ackert Mr. German noch im Wald

Immer im Einsatz, vor allem im Wald – schließlich ist Günter Pukall gelernter Forstwirt.
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Immer im Einsatz, vor allem im Wald – schließlich ist Günter Pukall gelernter Forstwirt.

Günther Pukall unterstützt den Ronsdorfer Verschönerungsverein.

Von Friedemann Bräuer

Wuppertal. Mit Axt und Kettensäge geht er auf den 30 Hektar des Ronsdorfer Verschönerungsvereins ebenso souverän um wie mit zarten Pflänzchen oder jungen Trieben. Und er ist für die Pflege der Natur dort von immenser Wichtigkeit, wie Martin Schwefringhaus, der Vereinsvorsitzende, bestätigt. Die Rede ist von Günther Pukall, einem kräftigen älteren Herrn, der vier Tage in der Woche an insgesamt 20 Stunden (Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 12.30 Uhr) zusammen mit zwei ehrenamtlichen Helfern das über die Straße Friedenshort zugängliche Gelände „in Schuss“ hält.

Das Außergewöhnliche: Günther Pukall ist stolze 84 Jahre alt und bekommt von seinem Hausarzt regelmäßig bei reinen Kontrollbesuchen bestätigt, dass er topfit und kerngesund ist und im Gegensatz zu den meisten seiner Altersgenossen, die allmorgendlich darauf achten müssen, dass sie ihren Medikamentenplan akribisch einhalten, keinerlei Pillen oder segensreiche Pülverchen braucht. „Rücken, Gelenke, alles okay, keine Schmerzen, keine Beschwerden“, sagt der auffällig muntere Senior und verrät auch gleich sein Geheimrezept: „Immer in Bewegung bleiben. Wer rastet, der rostet“, lautet die Devise des Mannes mit dem markigen Händedruck.

Und deshalb hat sich der gelernte Forstwirt auch nicht lange bitten lassen, als ihn der damalige Ehrenvorsitzende des Ronsdorfer Verschönerungsvereins, Bernd Drache, für die Pflege des Naherholungsgeländes anheuern wollte. Günther Pukall: „Macht einfach Spaß hier im Wald. Früher habe ich das allein gemacht, jetzt habe ich zwei ehrenamtliche Helfer.“

Wald und Natur müssen es für ihn einfach sein. „Als ich von Niedersachsen nach Wuppertal kam und noch keine richtige Arbeit hatte, habe ich mal einen Tag in der Fabrik gearbeitet und sofort erkannt, dass das nichts für mich ist“, schaut er zurück auf die rund 70 Jahre seiner beruflichen Tätigkeit, unter anderem 30 Jahre bei der Stadt Wuppertal, die stets Kopf und Muskulatur gefordert hat. Für Günther Pukall waren die physischen Herausforderungen in der Natur allerdings nicht genug, denn als in Wuppertal das erste Bodybuilding-Studio eröffnet wurde, war er gleich dabei und stählte als Dreißiger auch nach Feierabend noch Bizeps, Trizeps und Latissimus.

1971 übernahm er das Studio, und um für seine Schützlinge ein Vorbild zu sein, meldete er sich für die deutschen Bodybuilding-Meisterschaften an. Er wurde in seiner Altersklasse, wegen seiner harmonischen Maße auch gleich „Mr. German“ in der Kategorie „40 plus“.

Früher 180 Kilo, heute die Hälfte

Zweimal war er auch Meister im „Bankdrücken“, bei dem man aus der Rückenlage eine schwergewichtige Hantel hochhieven und eine Zeit lang halten muss. „180 Kilo habe ich damals noch geschafft. Heute sind es nur noch die Hälfte.“ Womit der durchtrainierte Naturliebhaber andeutet, dass er auch jetzt im heimischen Keller noch ein vielseitiges „Foltergerät“ regelmäßig – „viermal pro Woche“ – betätigt. „Die Muskulatur muss ständig gefordert werden, sonst schlafft sie ab“, ist seine schlüssige Erklärung. „Wenn man auch im Alter nur herumsitzt, dann stellen sich schnell die ersten Wehwehchen ein“, weiß Pukall allerdings nur aus dem Bekanntenkreis. Offensichtlich aber nicht aus der eigenen Familie: „Meine ältere Schwester ist 88, mein Bruder 86 und meine jüngste Schwester, unser Nesthäkchen, ist 82 Jahre alt“, unterstreicht er die „guten Gene“ der Pukalls.

„Wenn der Günther hier Feierabend macht, dann kümmert er sich um seinen Garten und seinen Fischteich, in dem auch wertvolle Kois schwimmen“, bescheinigt Martin Schwefringhaus seinem besten Mann Aktivitäten fast rund um die Uhr.

„Das Studio unten auf der Talachse habe ich 1996 verkauft“, so Günther Pukall. „War einfach zu zeitaufwendig“, meint der vierfache Vater und Opa einer inzwischen 32 Jahre alten Enkelin und wendet sich einem gefällten Baum zu, der so nach und nach zu handlichen Brennholzstücken verarbeitet wird.

Info

Der Ronsdorfer Verschönerungsverein wurde 1869 gegründet. Er hat ein Gelände einschließlich eines Spielplatzes geschaffen, das von Bürgern nicht nur des Stadtteils zur Naherholung genutzt wird.

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