Millionen für Gründer-Campus

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Das Gewerbegelände an der Uellendahler Straße, ehemaliger Standort von Poco. Foto: Andreas Fischer

Headquarters investiert an der Uellendahler Straße — und lobt den Standort Wuppertal.

Von Manuel Praest

Wuppertal. Gut zwei Jahre ist es her, als der Poco-Markt an der Uellendahler Straße in Wuppertal, oberhalb der A 46, seine Pforten schloss. Doch seitdem laufen bereits im Hintergrund die Planungen für eine neue Nutzung des Areals: Das Unternehmen Headquarters aus Köln will dazu mehrere Millionen Euro investieren und in einer ersten Stufe ab 2020 auf 2500 Quadratmetern einen Campus für Gründer und Freiberufler sowie Firmen digitaler und kreativer Natur schaffen.

Letztere sollen als Inkubatoren und Berater kooperieren, etwa für Start-ups. Bis 2022 sollen 210 Arbeitsplätze geschaffen werden. Langfristig wäre sogar eine Erweiterung der Fläche auf 20 000 Quadratmeter möglich. Bei der Stadt kommen die Pläne grundsätzlich positiv an.

Alter Verbindungsweg zur Trasse soll reaktiviert werden

Möglichkeiten biete auch die Nähe zur Nordbahntrasse. Einen alten Verbindungsweg direkt auf das Gelände will der neue Eigentümer reaktivieren. „Das würden wir begrüßen“, sagt Walter. Die Stadt unterstütze das Gesamtvorhaben, wo es planungsrechtlich möglich sei. Noch seien aber viele Details zu klären.

Die zuständige Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD) blickt hoffnungsvoll auf die Pläne. Dass sich auf dem riesigen Gelände etwas tue, „ist wichtig“. Ein Punkt, auf den sie Wert legt: eine Sanierung nach Denkmalschutzmaßstäben. Einer der früheren Eigentümer habe etwa die historischen Fenster ausgetauscht. Vielleicht könne der neue Besitzer das rückgängig machen.

Hinter Headquarters stehen, so Projektmanager Alexander Müller, unter anderem Investoren, die sich bereits beim 2014 eröffneten Bürocampus Factory Berlin engagiert haben. Auf dem ehemaligen Brauerei-Gelände in der Hauptstadt haben Firmen wie Google eine Heimat gefunden.

Headquarters hat bereits zwei Standorte in Köln mit mehr als 3000 Quadratmetern. Das Konzept sei so erfolgreich, dass man eine weitere Dependance eröffnen wollte, so Müller, der gemeinsam mit Frederik Menge das Projekt betreut. In Köln fehlte eine passende Fläche, zudem vermisste er die Unterstützung der Stadt. „In Wuppertal war das anders“, lobt der 34-Jährige die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Wirtschaftsförderung.

Für Wuppertal spreche die optimale Verkehrsanbindung etwa durch die Nähe zum Flughafen Düsseldorf, auch die gute Uni sei ein Pluspunkt. Zudem verfüge die Stadt über ein „kreatives Umfeld“, sagt Müller mit Blick auf die Utopiastadt und den bald stattfindenden „Solar Decathlon“. „Wuppertal hat ,Hidden Champions‘“.

Und anders als etwa in Düsseldorf gebe es noch keinen Mitbewerber. Zwar biete Codeks am Arrenberg auf den ersten Blick ein ähnliches Angebot. Müller sieht Headquarters aber nicht einfach nur als größeren Co-Workingspace. Man habe nicht nur Start-ups im Blick, sondern Firmen und Macher, „die bereits einen Schritt weiter sind“, so Müller. „Und dafür brauchen wir große Flächen.“

Vor allem größere, digitale Unternehmen sollen hierher ziehen

Von „Mietern“ will er nicht sprechen, sondern von „Members“, Mitgliedern, die Teil des Konzeptes werden. „Wir wollen alle Charaktere zusammenbringen, so dass Synergien entstehen und jede Partei von den Eigenschaften der anderen profitieren und lernen kann“, beschreibt Müller.

Ziel von Headquarters sei es, ein Ökosystem zu schaffen in NRW für digitale Unternehmen. „Daher wird unser Konzept gezielt größere Firmen, sogenannte Corporates ansprechen, die beispielsweise eine Abteilung oder auch eine Ausgründung im Headquarters integrieren können.“

Die Wirtschaftsförderung in Wuppertal begrüßt die Planungen. Das Projekt bestätige die Strahlkraft des Gründer- und Technologiestandorts.

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