Michael Müller tritt als Fraktionschef zurück

Wuppertaler CDU wählte neuen Kreisvorstand.

Von Lothar Leuschen

Wuppertal. Wuppertals CDU stellt sich neu auf. Wenige Tage nach der Wahl Matthias Nockes zum Vorsitzenden des CDU-Kreisverbands hat Michael Müller angekündigt, als Fraktionschef im Stadtrat zurückzutreten. Er lehnt die Zusammenarbeit mit dem neuen Parteivorsitzenden ab.

Dabei hatte Müller selbst am Freitagabend in der Gesamtschule Barmen mutmaßlich entscheidend zur Wahl Nockes und damit zur Ablösung von Rainer Spiecker beigetragen. Mit seiner Rede gegen den Dezernenten für Sicherheit, Ordnung, Sport und Kultur mobilisierte er die Mehrheit der 190 Stimmberechtigen für den Herausforderer Nocke, gegen den Amtsinhaber Spiecker. Der ehemalige Landtagsabgeordnete war seit etwa fünf Jahren Vorsitzender der Kreispartei.

Müller brachte mit seiner Kritik an Nocke die Mitglieder gegen sich und gegen den alten Vorstand auf. Müller kritisierte, dass Nocke seine Kandidatur über die Zeitung bekanntgegeben hatte, ohne vorher den Kreisvorstand zu informieren. Er warf Nocke außerdem vor, für die Zustände im Einwohnermeldeamt verantwortlich zu sein und den Handball-Bundesligisten Bergischer HC aus der Stadt zu treiben. Müllers Wutrede wurde zunehmend mit Buhrufen quittiert. Schließlich beantrage Alt-Oberbürgermeister Peter Jung das Ende der Debatte. Von 188 gültigen Stimmen entfielen danach 112 Stimmen auf Nocke, 76 auf Spiecker. Den Vorstand komplettieren die Kreisvorsitzende der Jungen Union Caroline Lünenschloss und Christian Wirtz als Stellvertreter Nockes.

Nocke will Vorsitz in zwei Jahren wieder abgeben

In seiner Bewerbungsrede hatte Nocke das „Ende der Selbstverzwergung“ seiner Partei in Wuppertal gefordert und mehr Profil sowie öffentliche Wahrnehmung mit klaren politischen Positionen gefordert. Er erneuerte seine Ankündigung, den Vorsitz in zwei Jahren wieder abgeben zu wollen. Ihm gehe es um die Kommunalwahl und darum, mit den Grünen einen geeigneten Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister zu finden.

Der Ratsfraktion steht hingegen sicher ein Machtwechsel bevor. Müllers anscheinend unkontrollierter Ausbruch zunächst gegen Nocke und dann gegen den gesamten Parteitag hat selbst eine Vielzahl treuer Weggefährten so sehr verwirrt und verärgert, dass Nocke seinen Erfolg nicht nur seiner ausdrucksstarken und kampfeslustigen Rede zu verdanken haben dürfte. Seine erste Aufgabe wird es nun sein, die Fraktion neu zu sortieren.

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