Einblicke in das Leben der Neandertaler

Der neue „Höhlenblick“ liegt bislang im Zeitplan

Der Turm soll an der Fundstelle des Neandertalers stehen. Foto: Museum
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Der Turm soll an der Fundstelle des Neandertalers stehen.

Der Turm an der Fundstelle des Neandertalers soll im Juni fertig sein.

Von Valeska von Dolega

Mettmann. Wie die Neandertalerin und ihr männliches Pendant aussahen, was für körperliche Merkmale die Herrschaften hatten und wie stylish Steinzeit-Mode getragen wurde, ist längst bekannt. Das dokumentiert das Neanderthal Museum vortrefflich. Weitere Einblicke ins Leben der berühmten Vorfahren soll ab Juni der an der Fundstelle besagten Neandertalers gebaute Turm als echte Inszenierung geben. „Höhlenblick“ heißt das Bauwerk, ein luftiges Gebilde aus Stahl und Holz. Das Betonfundament ist gegossen und härtet derzeit aus, ab Februar beginnt der Stahlbau aus senkrechten Stützen nebst Querverbindungen – ohne Gerüst. „Das muss man sich wie bei einem Fisher Price-Bausatz oder wie damals beim Eiffelturm vorstellen“, veranschaulicht Bärbel Auffermann, Direktorin Stiftung Neanderthal Museum, das Prozedere.

Der barrierefreie, spiralförmig nach oben führende Weg wird von einem Soundteppich mit Wissenswertem nebst einigen Malereien zur Dokumentation des Neandertalers flankiert. Der Clou: Auf der Plattform in 22 Meter Höhe ermöglichen spezielle Ferngläser einen optischen Zeitsprung zurück in den Urzustand des Tals. „Augmented Reality“ – die Verbindung von echtem Weitblick und virtuellen Ausschmückungen macht das möglich. „Konzept und Ausgestaltung nehmen wir in Zusammenarbeit mir einer Mediengestaltungsagentur in Berlin wahr“, berichtet Bärbel Auffermann. „Drei wesentliche Aussagen sollen an der Aussichtsplattform vermittelt werden“, zählt sie Kernthemen auf.

Parksituation wird als Nächstes angegangen

Wer oben ankommt, soll wissen, dass er jetzt dort steht, wo sich einst die Höhle des Neandertalers befand. Zweitens sollen sich die Besucher dessen gewahr werden, dass es sich beim Neandertal – heute so etwas wie ein malerisches Naturparadies – vormals um eine tiefe Schlucht handelte, „das sah hier wirklich ganz anders aus“, betont Bärbel Auffermann. Und drittens ist genau der Punkt in luftiger Höhe die Stelle, an der der Neandertaler zu Grabe getragen wurde. Überdacht von einer Schädelkalotte kann der Besucherblick ungetrübt durchs Tal schweifen. Hinter dem Blick durch die Fernrohre sind mittels moderner Technik, Stichwort: Visuals, Szenen aus dem Leben des Neandertalers hinterlegt, wie die Museumschefin erläutert. Auf einem Motiv beispielsweise ist nachgebildet, wie der Neandertaler jagte. „Dargestellt wird, wie eine Wisentherde in die Enge getrieben wird“.

Seit dem Jahreswechsel betreibt das Museum einen eigenen Blog über diesen „Erlebnisumbau“. Noch vor den Sommerferien soll der Turm eröffnet werden. Ein neues Verkehrswegekonzept plus eine Aufarbeitung der Parksituation stehen als Nächstes an.

2021 bekam der Neandertaler ein neues Gewand.

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