Messe Düsseldorf bis April im Shutdown

Die Messehallen Düsseldorf bleiben auch Anfang 2021 leer. Foto: Messe
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Die Messehallen Düsseldorf bleiben auch Anfang 2021 leer.

Wegen Corona wird es vorerst keine Veranstaltungen geben, das gilt auch für die Boot.

Von Alexander Esch

Düsseldorf. Die Messe verlängert den Shutdown bis April. Abgesagt sind Tasc (Februar), Interpack und Components (Februar/März), Energy-Storage Europe (März), Euro-Cis (März), Pro-Wein (März) und Drupa (April). Interpack und Drupa waren verschoben worden, da sie aufgrund der Pandemie nicht wie geplant in diesem Jahr stattfinden konnten.

Hoffnung gibt es für die Boot. Der Termin vom 23. bis 31. Januar kann zwar nicht gehalten werden, die weltweit größte Wassersportmesse soll aber drei Monate später vom 17. bis 25. April nachgeholt werden. „Aufgrund zahlreicher Expertenaussagen gehen wir davon aus, dass sich die Lage mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die derzeitigen Maßnahmen in nahezu allen europäischen Ländern bis zum Frühjahr beruhigen wird“, sagt Wolfram Diener, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe.

Die Entscheidungen seien „nach enger Rücksprache mit Ausstellern, Partnern und Verbänden“ gefallen. Die abgesagten Fachmessen soll es turnusgemäß erst wieder zu den geplanten Terminen geben. Bei der Druckmesse Drupa ist das 2024 der Fall. Die Veranstalter planen derzeit eine „Virtual-Drupa“. Termin für die digitale Variante ist der 20. bis 23. April 2021.

Die Interpack soll im Mai 2023 zurückkehren. Hier ist die Absage auch auf den Wunsch der Aussteller zurückzuführen. „Die Rückmeldung zeigt deutlich, dass die Unsicherheit zu groß ist“, sagt Messechef Diener. Zuletzt hatte etwa der Verband der italienischen Verpackungsmaschinenbauer kritisiert, dass die Messe an ihren Plänen festhalte.

Die jährliche Pro-Wein immerhin soll als weltweit größte Fachmesse für Weine und Spirituosen schneller wieder auf dem Programm stehen, und zwar im März 2022. Als Gründe für das Vorgehen nennt Messe das „Infektionsgeschehen, die Reisebeschränkungen und rechtlichen Rahmenbedingungen“. Jede Branche habe ihre individuelle Vorbereitungszeit und Frist, die berücksichtigt werden müssten. So biete die Messe Planungssicherheit und verringere bestmöglich etwaige wirtschaftliche Einbußen, sagt der Messechef weiter.

500 Mitarbeiter in Kurzarbeit, Umbau auf Eis

Auch um das Wohl der Messe selbst geht es. „Auch wenn wir durch solides und nachhaltiges Wirtschaften finanzielle Spielräume erarbeitet haben, so sind wir doch stark von der Pandemie getroffen.“ Es gehe nun um eine Abwägung von Kosten und Nutzen. Der daraus resultierende Sparkurs hat Konsequenzen für die Mitarbeiter, die ab Januar bis zum 31. März in noch größerer Zahl in Kurzarbeit geschickt werden. Genau zu beziffern sei das noch nicht. Bislang waren gut 500 von 710 Mitarbeitern von Kurzarbeitsregeln betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen schließe Diener nach jetzigem Stand aus. Aber es würden zurzeit weder Stellen nachbesetzt, noch Neueinstellungen vorgenommen. Die Verträge von rund 35 – vor allem für das geplante Rekordjahr 2020 – befristet Angestellten seien nicht verlängert worden.

Auch große Investitionen wie sie mit dem Umbau der Halle 9 für knapp 100 Millionen Euro geplant waren, würden auf Eis gelegt. Um die Liquidität zu sichern, die vor allem aufgrund der ausbleibenden Anzahlungen der Aussteller versiegt, will die Messe laut Diener einen Millionen-Kredit aufnehmen. Dennoch liege die Eigenkapitalquote immer noch bei mehr als 50 Prozent. „Und wir glauben, dass wir im Gegensatz zu vielen anderen Messegesellschaften weiterhin ohne staatliche Subventionen auskommen werden.“

Die Bilanz für dieses Jahr ist allerdings bitter. Mit einem Umsatz von 474 Millionen und einem Gewinn nach Steuern von 82,2 Millionen Euro hatte man vor allem dank Schwergewichten wie Drupa und Interpack geplant – mittlerweile rechnet die Messe mit über 300 Millionen Euro weniger Erlösen sowie einem Verlust von 50 bis 100 Millionen Euro.

Für Hotellerie und Gaststätten kommen die Absagen zwar nicht überraschend, heißt es vom Verband Dehoga. Dennoch seien sie „ psychologisch ein tief trauriger Rückschlag“.

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