Bessere Lebensbedingungen für Tiere

Mehr Platz für die Seelöwen im Zoo

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Davon werden die Seelöwen profitieren: Ihr Terrain soll größer werden. 

WUPPERTAL Die Eisbären verlassen in der näheren Zukunft den Wuppertaler Tierpark. Ihr bisheriges Terrain ist schon verplant.

Von Katharina Rüth

Die Eisbären Anori und Luka sollen Wuppertal verlassen. Denn nach Ansicht von Direktor Arne Lawrenz kann ihnen der Zoo nicht die Lebensbedingungen bieten, die sie brauchen. Der Auszug der Eisbären ist ein Beispiel für das Konzept des Grünen Zoos, der den Tieren bessere Lebensbedingungen bieten will. Langfristig geplant sind weitere große Gehege für mehrere Arten.

Eisbärmännchen Luka soll den Wuppertaler Zoo verlassen, um artgerechter untergebracht zu werden. 

Um den Eisbären den Platz zu bieten, den er für optimal hält, „bräuchten wir einen Riesenbereich“, sagt Lawrenz. Die Tiere müssten sich bis zu 50 Meter von den Besuchern zurückziehen können. Bei einer groben Schätzung wären Ausgaben von rund 25 Millionen Euro dafür nötig gewesen. Dabei verstoße der Zoo nicht gegen Vorschriften, aber die Bären zeigten Stresszeichen, wenn viele Menschen den Zoo besuchten. Dazu sind Anori und Luka bald geschlechtsreif. Mit einem zusätzlichen Jungtier würde die Anlage den Anforderungen nicht mehr entsprechen.

Lawrenz betont, dass sie diese Überlegungen schon seit längerem angestellt haben. Die aktuelle Diskussion über die Eisbären sei nur Anlass gewesen, sie öffentlich zu machen. Wann sich eine neue Bleibe für die Bären findet, ist offen. Das kann in wenigen Wochen oder erst in zwei Jahren passieren. Denn sie sollen nur in eine wirklich gute Anlage.

Danach werden die Seelöwen von dem zusätzlichen Platz profitieren, denn ihr Gehege entspricht bereits nicht mehr den Vorschriften. So soll vom Seelöwen- Gehege aus zunächst eine einfache Verbindung gebaut werden, so dass die Meeressäuger durch beide Becken schwimmen können. Sobald es möglich ist, soll das Doppelgehege ausgebaut werden, eventuell mit einer Rutsche zwischen den Becken. Dann kann die Seelöwenfamilie – derzeit ein Männchen, drei Weibchen und ein Jungtier – noch größer werden. Zudem soll eine Filteranlage Zeit, Arbeit und Energie sparen, die jetzt für das Reinigen und Neubefüllen der Becken gebraucht wird.

Wölfe hatten versucht, ihr zu kleines Revier zu verlassen

Auf 500 000 bis 600 000 Euro schätzt Lawrenz die Kosten für den Umbau. Die Filteranlage werde noch einmal so viel kosten, sich aber amortisieren. Die Größe des Geheges war auch der Grund für den Auszug der Wölfe. Dabei war ihr Bereich erst um ein Vielfaches vergrößert worden. Doch das gefiel den Tieren so gut, dass sie es tatsächlich als ihr Revier betrachteten. Und frustriert waren, dass es nicht groß genug war. „Dafür müssten wir wohl halb Wuppertal zum Wolfsgehege machen“, sagt Lawrenz. Die Wölfe hätten in Bäume gebissen und versucht, das Revier zu verlassen. Nach dem Auszug der Wölfe zogen Rothunde ein, eine bedrohte asiatische Art.

Auch bei den Schimpansen steht ein Umzug an. Die Zukunft von Epulu und Kitoto bewegt viele Fans des Zoos. Viele kennen Epulu, der auf Menschen geprägt ist. Die Hoffnung, die Schimpansen könnten das Außengelände mit den Bonobo-Affen benutzen, zerschlug sich, denn die Affen bekriegen sich.

INFEKTIONSGEFAHR

SCHWEINE Die Schweinepest bedroht auch Zootiere. In Wuppertal könnten Pinselohrschweine, Hirscheber und Hängebauchschweine gefährdet sein. Die Behörden hätten empfohlen, eine fünf Meter hohe Plexiglaswand um die Schweinegehege zu bauen, damit niemand aus falscher Tierliebe infizierte Wurst verfüttere. Das hält Direktor Lawrenz für nicht praktikabel. Er überlegt, die Hängebauchschweine abzugeben, um Pinselohrschweine und Hirscheber zu behalten. Die Hühner hatte er wegen der Vogelgrippe bereits abgegeben.

Nur wenn die Bonobos drin bleiben, können die Schimpansen nach draußen. „Das lieben sie so sehr, dann wollen sie gar nicht mehr zurück“, berichtet Lawrenz. Er weiß jetzt, „dass es extrem wichtig ist, dass sie Tag und Nacht nach draußen können.“ Weil sie auch neue Pfleger akzeptiert haben, hat er seine frühere Meinung geändert, will für sie eine bessere Unterkunft suchen. Möglicherweise ergebe sich bald etwas. Auch für weitere Tiere stehen langfristig Veränderungen an: Das Elefanten-Gehege soll größer werden und vielleicht Pinselohrschweine und Antilopen aufnehmen. Auch das Vogelhaus muss saniert werden. Welches der Projekte als erstes umgesetzt wird, darauf will sich Lawrenz nicht festlegen: „Da greift vieles ineinander, das ist nicht berechenbar“, sagt der Zoodirektor.

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