Interview zur Kultur

Marie Jacquot fühlt sich an der Düsseldorfer Oper willkommen

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Die Dirigentin Marie Jacquot ist Kapellmeisterin an der Deutschen Oper am Rhein. 

Die neue Kapellmeisterin an der Düsseldorfer Oper hat in den ersten Monaten ihrer Tätigkeit eine spannende Zeit erlebt.

Das Gespräch führte Nele Dohmen 

Düsseldorf. Frau Jacquot, Sie sind im September 2019 als Kapellmeisterin an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg gekommen. Wie war Ihre Ankunft hier?

Marie Jacquot: Ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt. Zu Beginn habe ich bei Freunden mitten in der Stadt gewohnt. Gleich am Carlsplatz. Und mir sind die Leute direkt als sehr angenehm aufgefallen. Am Wochenende ist hier so viel los, das ist bestes Stadtteilleben.

ZUR PERSON

VITA Marie Jacquot ist 29 Jahre alt. Die in Paris geborene Dirigentin ist im September 2019 als Kapellmeisterin an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg gekommen. Es ist ihre zweite Stelle in dieser Funktion: Vorher ist sie in Würzburg engagiert gewesen. Gastdirigate gab es unter anderem beim Rhode Island Philharmonic Orchestra, beim Wiener Kammerorchester und an der Münchener Staatsoper.

Wo wohnen Sie denn jetzt?

Jacquot: Tatsächlich nicht mehr ganz in Düsseldorf, ich wohne im Duisburger Süden. Das ist einfach deutlich billiger, und da ich eh so viel unterwegs und kaum zu Hause bin, ist das auch gut so. So bin ich schnell am Flughafen und sowohl an der Düsseldorfer Oper als auch am Duisburger Haus.

Wie ist denn Ihre neue Arbeit als Kapellmeisterin der Deutschen Oper am Rhein?

Jacquot: Ich fühle mich so willkommen an der Oper. Die Sänger, die Musiker, der Generalmusikdirektor Axel Kober, alle sind so angenehm. Und auch so fair, Axel Kober hat mir zu Beginn vor jeder Aufführung eine Nachricht mit „toi toi toi“ geschickt. Es ist hier fast wie in einer Familie.

Sie dirigieren zwei Orchester einer Oper, die Düsseldorfer Symphoniker und die Duisburger Philharmoniker. Da gibt es wohl Unterschiede?

Jacquot: Ja, es gibt deutliche Unterschiede. Erstmal ist ein Orchester wie ein Mensch, die Persönlichkeiten sind immer anders. Die Düsseldorfer haben einen großen, runden, breiten, „deutschen“ Klang. Die Duisburger sind sehr virtuos, klingen etwas knackiger und heller. Aber beide Orchester haben eine phänomenale Klangkultur.

Wie war es, als junge Frau die Arbeit mit diesen Orchestern zu beginnen?

Jacquot: Wissen Sie, ich werde ja oft gefragt, wie es ist, eine der noch wenigen weiblichen Dirigentinnen zu sein. Aber diese Tatsache hat überhaupt keinen Einfluss auf mein Leben, sie stand mir noch nie im Weg. Auch als ich jünger war, habe ich nie daran gedacht, und heute fühle mich als Künstlerin, nicht als Frau oder Mann. Ich weiß, dass ich da auch Glück habe, vielen Frauen geht es in allen möglichen Berufen anders, und sie müssen um ihre Position sehr hart kämpfen. Heute haben wir aber schon mehrere Vorbilder, und irgendwann wird es selbstverständlich sein, dass auch Frauen dirigieren.

Das ist es also noch nicht?

Jacquot: Das ist auch eine Altersfrage. Ein Beispiel: Ein Cellist aus dem Düsseldorfer Orchester hat dazu letztens seine Oma befragt: Und die sagte, dass sie sich einfach keine Frau am Dirigentenpult vorstellen kann. Aber wenn sie einmal zu uns kommen würde, wäre es danach sicher ganz anders.

Ein besonderer Moment in ihrer neuen Stelle?

Jacquot: Das war sicher die Tatsache, dass ich bei Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ einen Urenkel des Komponisten als Statisten auf der Bühne habe. Als er das erste Mal während einer Musikprobe auf die Bühne kam, war ich so gerührt.

Ihr Vertrag ist auf zwei Jahre angelegt. Können Sie sich vorstellen, zu verlängern?

Jacquot: Absolut. Die Atmosphäre ist so gut. Die Führungskräfte versuchen immer, ihren Mitarbeitern die Chance zu geben, dass sie weitere Erfahrungen sammeln können. Axel Kober gibt mir die Möglichkeit, so viele Gastspiele anzunehmen, die für mich extrem wichtig sind. Da ist das Haus sehr kooperativ.

Was wünschen Sie sich denn für das neue Jahr?

Jacquot: Nichts. Ich habe alles, was ich mir wünschen kann. Ich lebe von meiner Leidenschaft und kann alle Erfahrungen machen, die ich brauche.

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