Gründer

Er macht aus Plastikmüll „Surfstoff“

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Der Wuppertaler Florian Mönikes stellt aus Plastikabfällen aus dem Meer „Surfstoff“ her. 

WUPPERTAL Der Wuppertaler Florian Mönikes hat seinen eigenen Modebetrieb gegründet. Der Student vertreibt Shirts aus recyceltem Material.

Von Markus Wessels

Mit „Surfstoff“ hat ein Wuppertaler Student seinen eigenen Modebetrieb gegründet und vertreibt seit einem Jahr T-Shirts und Pullover mit maritim-sportlichen Designs. Das Besondere: Alle Kleidungsstücke bestehen vor allem aus natürlichen Inhaltsstoffen, ergänzt durch Fasern aus recycelten Plastikflaschen. Auch soziale Standards sollen bei der Produktion berücksichtigt werden.

„Vor drei Jahren habe ich ein Praktikum beim Wuppertaler Stadtmarketing gemacht“, berichtet der gebürtige Wuppertaler Florian Mönikes. „Dabei hatte ich unter anderem die Aufgabe, Merchandise-Produkte, also auch Kleidungsstücke, zu entwerfen“, so Mönikes. „Mein Vater leitet eine Surf- und Segelschule an der Ostsee. Dort verkaufen wir auch Sportkleidung“, erzählt Mönikes, „so habe ich angefangen, erste T-Shirts mit Surfmotiven zu designen, zum Beispiel für das Team der Schule.“

Die Rückmeldungen waren positiv – Mönikes beschloss, die Tätigkeit auszubauen. „Derzeit bin ich vor allem Student der Wirtschafts- und Sportwissenschaften, aber die praktische Tätigkeit macht mir Spaß.“ Das Sortiment besteht aktuell überwiegend aus T-Shirts und Pullovern, aber auch eine erste Jacke findet sich im Angebot. „Es kann gut sein, dass bald andere Kleidungsstücke hinzukommen“, verrät der Wassersportler. Gerade seien die Lagerkapazitäten aber fast ausgeschöpft: „In meiner Wohnung habe ich extra Schränke für die Kisten, aber so langsam stapelt es sich davor.“

Ob der Handel in Zukunft für den Lebensunterhalt reicht, scheint für Mönikes eher zweitrangig zu sein. Im Vordergrund steht für den jungen Unternehmer, dass mit seiner Mode die Leidenschaft für das Meer und die Natur, aber auch für deren Erhalt zur Geltung kommen. „Plastikmüll ist ein großes Thema. Wir wollen dazu beitragen, unseren Lebensraum und damit auch unseren Surfraum zu schützen.“

Ziel ist ein sinnvolles und nachhaltiges Produkt

Derzeit kümmert sich der Jungunternehmer vor allem um das Design. „Das habe ich mir größtenteils selbst beigebracht. Wenn ich nicht zufrieden bin oder Feedback brauche, habe ich Freunde, die Design studiert haben und mir weiterhelfen.“

Die Textilien kauft er als „Rohlinge“ ein. „Alle Textilien sind mit Biobaumwolle hergestellt. Ergänzt durch einen Anteil an Holzfasern“, so Mönikes. Die in der Kleidung verwendeten Holzfasern Tencel, Modal und Bambusviskose werden aus Buchen-, Eukalyptus- und Bambusholz hergestellt. Die recycelten Flaschen werden verwandelt in Polyester. „Alle Produzenten, bei denen ich einkaufe, sind Mitglied der Fair-Wear-Foundation. Dieses Siegel stellt sicher, dass im Ausland produzierte Kleidung sozialen Kriterien genügen.

REINIGUNG DER MEERE

SPENDE 1 Euro pro Shirt spendet „Surfstoff“ an das „Pacific Garbage Screening Projekt“, das sich für die Reinigung der Meere einsetzt. Idee dahinter ist eine schwimmende Plattform, die Plastikpartikel aus dem Wasser filtern kann.

Sein Druck ist „Made in Wuppertal“. „Ich arbeite viel mit der Ölberger Manufaktur ‚Mit Hand und Herz‘ zusammen, die mit Siebdrucktechnik arbeiten“, erklärt Mönikes. „Derzeit arbeite ich daran, eigene Schnittmuster zu entwerfen und diese herstellen zu lassen.“

Die Frage, wie viele Stunden in der Woche er neben dem Studium und seiner Arbeit in der Surfschule für seine neue Selbstständigkeit aufbringt, kann er nicht genau beantworten. „Manchmal setze ich mich an einem freien Nachmittag aufs Sofa, fange mit einem Design an, und auf einmal ist es schon 22 Uhr. Und dann müssen noch viele Pakete gepackt werden.“ Sein Ziel kann Mönikes ganz einfach zusammenfassen: „Ich möchte ein sinnvolles und nachhaltiges Produkt verkaufen.“

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