Notfall

Lkw-Fahrer liegt in kritischem Zustand auf Standstreifen - keiner hilft

Der Notarzt alarmierte einen Rettungshubschrauber.
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Als der Notarzt eintraf, befand sich der Lkw-Fahrer in kritischem Zustand. Keiner hatte angehalten.

Die Autobahnpolizei zeigt sich bestürzt über das Verhalten der Vorbeifahrenden - Mann hielt in sengender Hitze sogar einen Zettel „112“ hoch. Dringender Appell an alle Bürger.

Düsseldorf. Stell Dir vor, es geht Dir richtig schlecht - aber niemand hält an. Genau das ist in dieser Woche einem Lkw-Fahrer auf der A40 Richtung Venlo geschehen. Die Autobahnpolizei macht den Fall nun publik - mit einem eindringlichen Appell an alle Autofahrer.

Was war geschehen? Einem Einsatzteam der Autobahnpolizei war aufgefallen, dass kurz vor dem Autobahndreieck Essen-Ost auffällig viele Verkehrsteilnehmer in Höhe eines auf dem Seitenstreifen stehenden rumänischen Sattelschleppers abbremsten. Die Polizeistreife näherte sich dem Sattelschlepper. Die Fahrertür stand weit auf.

Vor der Zugmaschine: der Fahrer - halb sitzend, halb liegend. In sengender Hitze befand er sich offenbar in Notlage. Mit der Hand hielt er einen Zettel hoch mit der Aufschrift „112“.

Als die Beamten sich dem Mann näherten, deutete er immer wieder auf seinen Brustkorb. Sofort alarmierten die Polizisten Notarzt und Rettungsdienst. Während sie Erste Hilfe leisteten, hielt schließlich ein weiterer Verkehrsteilnehmer an und unterstützte die Beamten. Kein anderer Autofahrer hatte angehalten.

Kein Autofahrer hat angehalten - nur eine wählte den Notruf

Bei den weiteren Ermittlungen zeigte sich: Nur eine einzige Autofahrerin hatte per Handy die Feuerwehr verständigt. Kein anderer Verkehrsteilnehmer hatte angehalten oder zumindest den Notruf gewählt - „und das, obwohl sie alle an der Stelle abgebremst haben“, zeigt sich der Sprecher der Autobahnpolizei Düsseldorf, Kim Freigang, bestürzt.

Fassungslosigkeit bei der Polizei

Das Geschehen auf der A40 gehöre zu den Tiefpunkten dessen, was er bisher bei der Polizei erlebt habe, sagt Freigang. Alle Kollegen seien fassungslos über die Untätigkeit all jener, die einfach vorbeigefahren sind. „Dass jemand aus Sorge nicht anhält, kann man ja vielleicht noch verstehen. Aber einen Notruf absetzen - das kann wirklich jeder.“

Der rumänische Fahrer wurde in kritischem Zustand vom Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Aufgrund seines Zustandes konnte er bisher keine weiteren Angaben machen.

Dringender Appell: Wenigstens den Notruf wählen!

Die Polizei appelliert an alle Bürger: „Jeder kann sich einmal selbst in einer Notlage befinden. Erste Hilfe oder zumindest das Wählen des Notrufs sollte für jeden selbstverständlich sein.“

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