Innenstadt     

Lieferfahrzeuge in der Fußgängerzone zerstören immer wieder Spielgeräte

Auf dem Von-der-Heydt-Platz gibt es seit dem Umbau eine Wasserfläche und Memory-Spiele.
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Auf dem Von-der-Heydt-Platz gibt es seit dem Umbau eine Wasserfläche und Memory-Spiele.

Wuppertal. Die Stadt hat einige Spielgeräte in der Elberfelder Innenstadt abgebaut – und rät davon ab, neue aufzubauen.

Das Problem seien Autofahrer, die mit ihren Lieferfahrzeugen Schäden verursachen, und Vandalismus. Die meisten der Spielgeräte seien nicht mehr zu reparieren, so die Verwaltung. „Wir müssen darüber nachdenken, welche anderen Möglichkeiten es gibt“, sagt der Elberfelder Bezirksbürgermeister Thomas Kring (SPD).

„Nichtkommerzielle Spielmöglichkeiten tragen zur Aufenthaltsqualität in der Innenstadt bei, gerade für Kinder und Familien ist das wichtig.“ Das bestätigt Matthias Zenker von der Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt: „Wir sind als IG1 im Rahmen der Qualitätsoffensive für die Innenstadt eingebunden und sprechen auch über solche Spielpunkte. Sie werden sehr positiv bewertet.“

Die CDU-Fraktion in der Elberfelder Bezirksvertretung hat vor einigen Wochen nachgefragt, was mit den abgebauten Spielgeräten passieren soll. Sind sie eingelagert, sollen sie wieder aufgebaut werden? Die Bezirksvertretung hat sie teilweise mitfinanziert. Nun liegt die Antwort vor. „Dass die Spielpunkte nicht lange halten, müssen wir erst einmal sacken lassen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Joachim Knorr zu der Antwort der Stadt. Die Politiker wollen sich absprechen und nach Ideen suchen, wie Spielgeräte dennoch ihren Platz in der Innenstadt bekommen können.

Reparatur oft nicht möglich oder finanziell nicht lohnenswert

Welche Lebenserwartung Spielgeräte haben, lasse sich nicht pauschal sagen, so Stadtsprecherin Katrin Petersen. Das hänge von Material und Standort ab. „Die Reparatur von Spielgeräten ist immer aufwendig und kostenintensiv, da aus Gründen der Sicherheit nur Originalteile der Hersteller zum Einsatz kommen.“ Ob die Spielgeräte in Ordnung sind, werde wöchentlich durch geschultes Personal kontrolliert, alle vier Monate durch einen ausgebildeten Spielplatzkontrolleur und einmal im Jahr gibt es eine Hauptinspektion. Wenn Schäden entdeckt werden, fallen Spielgeräte durch lange Lieferzeiten in der Regel mehrere Monate lang aus, und in vielen Fällen lohne sich die Reparatur aufgrund des Zustands des Spielgeräts finanziell überhaupt nicht. In der Vergangenheit ging es beispielsweise um die Pandabären-Wackeltiere am Turmhof. Sie wurden ersatzlos abgebaut. „Die Reparaturen durch Beschädigungen durch den ständigen Lieferverkehr hatten mehrere tausend Euro gekostet“, teilte die Stadt mit. „Der Standort war nicht mehr tragbar. Mittlerweile ist hier auch ein anderer Pflasterbelag eingebracht worden, sodass die damalige Befestigungsmöglichkeit auch nicht mehr funktioniert.“

Fußgänger-, Rettungs- und Lieferwege müssen frei bleiben

Auf Anfrage der CDU-Fraktion listet Nicola Wessels, Leiterin des städtischen Teams für Projektmanagement und Vergabe, die aktuellen Probleme auf. Beim Umbau des Von-der-Heydt-Platzes wurde ein Drehreifen abgebaut. Er und der weiche Untergrund zum Schutz bei Stürzen, der aber auch als Stolpergefahr gilt, seien durch den Verkehr irreparabel beschädigt. Seit dem Umbau befinden sich auf dem Platz eine Wasserspielfläche und mehrere Memory-Spiele. Letztere würden aber nicht gut genutzt, hat Bezirksbürgermeister Thomas Kring beobachtet: „Ich habe noch nie ein Kind damit spielen gesehen.“

Für die Neugestaltung des Platzes gab es einen Gestaltungswettbewerb. Die Spielgeräte waren Teil des Entwurfs, der letztlich umgesetzt wurde. Mehr Spielgeräte seien in diesem Bereich auch nicht unterzubringen, so die Stadt, weil neben den Flächen für Fußgänger auch gewährleistet sein muss, dass Lieferverkehr und Rettungsdienste die Wege nutzen können.

Auch an anderen Stellen in Elberfeld gibt – oder gab – es Spielgeräte. Die „Tolle Rolle“ an der Schlossbleiche sei durch Vandalismus zerstört worden, berichtet Nicola Wessels. In der Vergangenheit habe es dort schon mehrfach Schäden durch Fahrzeuge gegeben. Eine Reparatur lohne nicht. Beim Spielgerät am Kasinogarten sei ein Lager beschädigt, die Reparatur nicht möglich. Auch ein Spielpunkt am Islandufer wurde aufgrund von Beschädigungen abgebaut. Dort werde noch geprüft, ob eine Reparatur möglich ist.

In der Antwort an die Politiker kommt Nicola Wessels zu dem Schluss: „Von einer Wiederaufstellung der Spielgeräte sollte aus den geschilderten Gründen Abstand genommen werden.“ Spielgeräte in den Innenstädten hätten ein generelles Problem. „Durch den Verkehr kommt es fast zwangsläufig zu Anfahrschäden“, also Schäden durch Fahrzeuge, die dort gegen gefahren werden. Kathrin Petersen sagt: „Grundsätzlich wäre es schön, wenn sich die verschiedenen Nutzergruppen in einer Innenstadt alle wohl fühlen könnten. Dies gilt natürlich auch für Kinder und Jugendliche. Aus diesem Grund versuchen wir, wann immer es geht, Kinder und Jugendliche an Planungen zu beteiligen. Spielpunkte sind eine Möglichkeit die Innenstädte für Kinder attraktiv zu gestalten. Die Wünsche der jungen Wuppertaler gehen aber weit darüber hinaus.“ Zahlen, wie viel Geld die Stadt für Spielgeräte in den Innenstädten ausgibt und welchen Anteil beispielsweise die Bezirksvertretungen übernehmen, kann sie nicht nennen.

Drei Spielpunkte in Solingen,keiner in Remscheid

Haben Wuppertals Nachbarstädte bei Spielgeräten ähnliche Probleme mit dem Lieferverkehr und Vandalismus? In Remscheid gebe es keine solchen Spielpunkte in der Innenstadt, teilt Pressereferentin Viola Jurić mit. In der Solinger Fußgängerzone gibt es drei Spielpunkte für jüngere Kinder mit insgesamt sechs kleineren Spielgeräten, berichtet Pressereferentin Sabine Rische. „Vier funktionieren ohne Ausfälle, zwei wurden im September vor dem Zöppkesmarkt abgebaut. Man wollte die Zeit nutzen, um sie zu überholen.“ Es habe Lieferschwierigkeiten bei den Kugellagern gegeben. Nun seien sie aber angekommen und die Spielgeräte sollen wieder eingebaut werden, sobald die Witterung es zulässt. „Zwei Wipptiere stehen zudem an der Gläsernen Werkstatt an der Hauptstraße. Sie funktionieren einwandfrei. Außerdem gibt es noch einen Kleinkinder-Spielplatz auf dem Fronhof, auch hier gibt und gab es keine Beeinträchtigungen.“

Historie

Auch 2010 und 2014 haben Elberfelder Politiker um einen Bericht zum Zustand der Spielpunkte gebeten. Die Aufstellung geht auf das Jahr 1999 zurück: Die Bezirksvertretung hatte beschlossen, für Spielpunkte 40 000 D-Mark aus ihren Mitteln zur Verfügung zu stellen.

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