Advent

Lichtermarkt: „So wollte das keiner“

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Immer wieder gibt es auf dem Lichtermarkt in Elberfeld große Lücken zwischen den einzelnen Buden.

WUPPERTAL In diesem Jahr löst die Budenstraße wenig Freude aus. Besserung ist vorerst nicht in Sicht.

Von Andreas Boller

Zwischen den Jahren, also vom 27. bis 29. Dezember, ist eine Begehung des Elberfelder Lichtermarktes geplant. An dem Spaziergang durch die Fußgängerzone werden Vertreter der Stadt, der Bezirksvertretung Elberfeld und des Veranstalters Cultura GmbH teilnehmen. Sie suchen neue Wege, um den Lichtermarkt in den kommenden Jahren attraktiver zu machen.

Dass es bei den Wuppertaler Weihnachtsmärkten – und speziell beim Lichtermarkt – noch reichlich Luft nach oben gibt, ist kein Geheimnis. Die Wuppertaler scheinen sich inzwischen damit abgefunden zu haben, dass in der Fußgängerzone zwar rund 70 weihnachtlich beleuchtete Buden stehen, diese aber mehr oder weniger zufällig in der Gegend verteilt sind.

Daran wird sich vermutlich nichts ändern, denn bei einer Ausschreibung bis 2023 meldete sich als einziger Interessent die Cultura GmbH, die schon seit vielen Jahren für die Gestaltung des Lichtermarktes verantwortlich zeichnet.

Die Stadt hatte bei der Auslobung für die Jahre 2019 bis 2023 einen Katalog mit Vorgaben für die Märkte in der Elberfelder Fußgängerzone, in Barmen und auf dem Laurentiusplatz aufgelistet. Nach diesen Kriterien sollte der geeignetste unter mehreren Bewerbern für Elberfeld ausgesucht werden.

Eine der Vorgaben sieht vor, dass sich der Markt auf die zentralen Plätze Neumarkt, Kerstenplatz, Willy-Brandt-Platz und optional Von-der-Heydt-Platz, Kirchplatz und Kasinokreisel konzentrieren soll. „Unsere Möglichkeiten, über die Ausschreibung Einfluss auf die Gestaltung zu nehmen, sind leider begrenzt, weil sich nur ein Bewerber gemeldet hat“, sagt Dezernent Matthias Nocke.

Die Cultura GmbH verfolgt ein anderes Konzept und hat die Budenstraßen entlang der Schaufenster aufgebaut. Nocke spricht daher nun von einer „qualitativen Verbesserung der kleinen Schritte“, die durch die Begehung nach Weihnachten eingeleitet werden soll.

Baumaßnahmen erschweren zusammenhängenden Markt

Für das laufende Jahr hatte die Cultura GmbH als Interimslösung erst im Mai den Zuschlag bekommen. Da hätten sich viele der Händler schon für andere Standorte entschieden, sagte Hartmut Wilke von der Cultura GmbH. 2017 hatte ein Streit zwischen der GmbH und der Interessengemeinschaft der Elberfelder Einzelhändler den Lichtermarkt fast platzen lassen. Die Einzelhändler wollten die Organisation des Marktes in andere Hände übergeben. Die Stadt sprang als Schlichter ein und schrieb nach einer Gesetzesänderung und aufgrund der Klageandrohung beider Seiten im Falle einer freien Vergabe die Märkte für fünf Jahre aus.

Allerdings muss die Stadt ihre Forderung nach einer Konzentration auf die zentralen Plätze selbst relativieren. In den kommenden Jahren sind umfangreiche Umbauten in der Fußgängerzone geplant. 2019 wird der Von-der-Heydt- Platz neu gestaltet, ab 2020 soll der Neumarkt ein neues Gesicht und eine neue Verkehrsführung erhalten.

„Beide Plätze können nur eingeschränkt genutzt werden“, sagt Thomas Kring (SPD) von der Bezirksvertretung Elberfeld. Er kritisiert, dass die Gründung einer städtischen Markt GmbH von Teilen der Verwaltung torpediert worden sei. „Die Ausschreibung erfolgte zu spät, und daher haben wir nun ein Ergebnis, das so keiner haben wollte“, sagt Thomas Kring. Auch in Barmen seien nicht alle Wünsche in Erfüllung gegangen, denn während sich die Verwaltung und die Barmer Händler eine Ausdehnung des Marktes bis zum Geschwister- Scholl-Platz wünschen, lehnen die Schausteller als dortiger Veranstalter dies ab.

SICHERHEITSLAGE

REAKTION Laut Aussage der Polizei wurde auf den Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg bisher nicht mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen reagiert. Entsprechende Anordnungen lägen nicht vor. So jedenfalls der Stand bis gestern Nachmittag.

AUSRÜSTUNG Die Polizei behält die Weihnachtsmärkte seit dem Anschlag 2016 an der Gedächtniskirche in Berlin intensiv im Auge. Das geschehe aber auch, um Taschendiebstählen und anderen Delikten vorzubeugen. Es würden uniformierte Kräfte und Zivilstreifen eingesetzt, so ein Sprecher der Polizei.

SCHWERE WAFFEN Die Ausrüstung der Beamten mit Schutzwesten und Maschinenpistolen wie nach dem Attentat vor zwei Jahren sei nicht vorgesehen.

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