15-Jährige verschwand vor zwei Jahren

Vermisste Remscheiderin ist heute ein Fall für „Aktenzeichen XY“

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Am 22. Juni verschwand die 15-jährige Leonie. Die Schauspielerin Vivien Sczesny (r.) schlüpfte für „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ in die Rolle der Remscheiderin.

REMSCHEID Vor zwei Jahren verschwand die 15-Jährige aus Remscheid. Der Fall ist am Mittwoch im Fernsehen.

Von Axel Richter

Die Männer sind Polizisten. Es gibt nicht viele Fälle, die sie nah an sich heranlassen. Zwei bilden eine Ausnahme. Für Kriminalkommissar Alexander Kresta heißt er Tanja Mühlinghaus, für Hauptkommissar Stefan Weiand trägt er den Namen Leonie. Beide Mädchen aus dem Bergischen werden vermisst. Das Verschwinden der 15-jährigen Leonie aus Remscheid wird am Mittwoch zum Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“.

Das Mädchen verschwand am 22. Juni 2016 spurlos. In Höhe der Stadtsparkasse auf der oberen Alleestraße nahm sie Abschied von einer Freundin. Danach, so schilderte die Freundin später der Polizei, sei Leonie in ein schwarzes Auto gestiegen und mit zwei Männern davongefahren. Diese Schlüsselszene stellte ein Kamerateam für den Mainzer Sender im Sommer auf der oberen Alleestraße mit zwei Schauspielerinnen nach.

Stefan Weiand ist am Mittwochabend in der Sendung.

„Wir hoffen, dass sich nach der bundesweiten Ausstrahlung weitere Zeugen melden, die die Szene beobachtet haben, und natürlich, dass Leonie nach ihrem Verschwinden irgendwo gesehen wurde“, sagt Stefan Weiand. Alle bisherigen Spuren, die die Fahnder verfolgten, lösten sich in nichts auf. Einer wollte Leonie in Hückeswagen gesehen haben, dann sollte ihr Handy in Ostdeutschland geortet worden sein. Doch Leonie, hineingeboren in schwierige Familienverhältnisse, aufgewachsen in Pflegefamilien und betreut vom Remscheider Jugendamt, blieb verschwunden.

Das gilt für die allerwenigsten Vermisstenfälle, mit denen die Polizei im Bergischen Land zu tun bekommt. 2000 Fälle sind es pro Jahr. Demente Heimbewohner, die hilflos umherirren, zählen dazu. Und Erwachsene, die in Suizidabsicht das Haus verlassen haben. Besteht Gefahr für die Menschen, bindet die Polizei Taxifahrer und Busfahrer mit in die Suche ein. Personenspürhunde kommen zum Einsatz, oder auch ein Hubschrauber.

Das Mädchen wandte sich älteren Männern zu

Bei den allermeisten Vermisstenfällen handelt es sich um Kinder und Jugendliche. 1400 sind es pro Jahr. Auch sie bleiben meist nicht lange verschwunden. Das gilt für den Dreijährigen, der nach draußen spaziert, weil die Mama die Tür nicht abgeschlossen hat. Das gilt für den Zwölfjährigen, der beim Spielen die Zeit vergessen hat. Und das gilt auch für die Ausreißerin, die nach einem Streit mit den Eltern nicht mehr nach Hause will. Sie alle bleiben meist nur wenige Stunden oder allenfalls ein paar Tage weg. Die vor 20 Jahren verschwundene Tanja Mühlinghaus aus Wuppertal schrieb zwei Briefe nach Hause. Dass sie das freiwillig getan hat, gilt bei den Fahndern als fraglich. Kresta, der die Suche nach ihr leitete, beschäftigt der Fall bis heute. Manchmal wache er nachts auf, gehe noch einmal die Ermittlungsansätze durch, mache sich für den nächsten Tag Notizen, berichtete er.

AKTENZEICHEN XY

SENDETERMIN Die Sendung wird am Mittwoch um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Neben anderen Vermisstenfällen wird über das Verschwinden von Leonie berichtet. 

HINWEISE Die Polizei bittet um Mithilfe. Während und nach der Sendung können die Zuschauer im Studio anrufen. Auch die Polizei in Remscheid nimmt jederzeit Hinweise entgegen.

Von Leonie gibt es kein Lebenszeichen. „Natürlich hat man sofort Bilder im Kopf“, sagt Weiand. Der Polizist weiß, dass sich das Mädchen älteren Männern zugewandt hat. Solange es aber keine eindeutigen Hinweise auf ein Verbrechen gibt, will er die Hoffnung, die heute 17-Jährige lebend zu finden, noch nicht aufgeben. Am heutigen Abend ist er mit im Studio, wenn „XY“ die Fernsehzuschauer um Hilfe bittet.

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