Es geht um 180.000 Euro

Leitender Mitarbeiter der Wuppertaler Stadtreinigung verdächtigt

 Die Staatsanwaltschaft lässt gegen einen ESW-Mitarbeiter ermitteln.
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Wuppertal. Ein Leitender Mitarbeiter des Eigenbetriebs Straßenreinigung Wuppertal (ESW) ist nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft festgenommen und nur gegen Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Der Mann soll seit 2021 eine Summe von mehr als 180 000 Euro veruntreut haben. Das ist allerdings noch eine Momentaufnahme, wie Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert verriet. Die Ermittlungen laufen noch, womöglich sei der entstandene Schaden noch größer.

Der Mitarbeiter soll Rechnungen von Fremdfirmen kopiert und an seinem PC manipuliert haben. So berechnete er dem ESW Dienstleistungen, die es gar nicht gegeben hat. Das Geld floss dabei nicht zu den Fremdfirmen, sondern direkt aufs Konto des Beschuldigten. Irgendwann sei dem ESW aufgefallen, dass sich die Kontodaten mit denen des Leitenden Angestellten decken. Am vergangenen Donnerstag erstattete die Stadttochter Strafanzeige.

Der mutmaßliche Betrüger habe sich bereits einen Anwalt genommen und kooperiere mit den Behörden, so Oberstaatsanwalt Baumert. Sein Rechner wurde sichergestellt und sein Haus durchsucht. Der Beschuldigte soll dabei eingeräumt haben, am PC Rechnungen manipuliert zu haben.

Außerdem hat die Staatsanwaltschaft bereits Vermögen gesichert. Ein Jaguar des Mannes wurde ebenso wie Schmuck aus einem Schließfach gesichert, um den Schaden auszugleichen.

Forderung nach politischer Aufarbeitung

Auch Rainer Spiecker, Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit, zu dem auch der Betriebsausschuss ESW gehört, hat sich zu dem Geschehen geäußert. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses am 24. August habe die Betriebsleitung des ESW eine Stellungnahme abgegeben – allerdings in dem Teil der Sitzung, der nicht öffentlich war. Zu den Details dürfe Spiecker nichts sagen, da die Ermittlungen noch laufen. „Es ist gut, dass das aufgedeckt wurde – aber die Frage ist, wo das Controlling war.“

Der Ausschuss müsse sich nun um die politische Aufarbeitung kümmern. Es stellten sich die Fragen, ob das Vier-Augen-Prinzip eingehalten worden und ob eventuell schon in den Vorjahren etwas passiert sei. „Ich werde in der nächsten Sitzung einen nicht öffentlichen Teil auf die Tagesordnung setzen“, sagt der Vorsitzende. Der Ausschuss wolle sich das Ganze erklären lassen. „Der Ausschuss hat ein Informationsrecht, das muss nicht-öffentlich ganz transparent sein.“

Spiecker sagte, dass es wohl Strukturveränderungen beim ESW – insbesondere bei der Überprüfung der Rechnungen – geben müsse. „Im Nachhinein ist es zwar aufgefallen, aber das Controlling hat erst versagt“, sagte Spiecker. „So, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.“ -neuk-

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