Leinenpflicht: Jetzt kontrolliert die Stadt

Daniela Petrikowski und Hund Evil nehmen die Leinenpflicht ernst. Der Ordnungsdienst kontrolliert die Einhaltung. Foto: Anna Schwartz
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Daniela Petrikowski und Hund Evil nehmen die Leinenpflicht ernst. Der Ordnungsdienst kontrolliert die Einhaltung. Foto: Anna Schwartz

Verein hatte um Hilfe gebeten. Ordnungsdienst geht jetzt Streife in Barmer Anlagen.

Von Manuel Praest

Wuppertal. Ab sofort kontrolliert die Stadt Wuppertal, ob die Leinenpflicht für Hunde in den Barmer Anlagen eingehalten wird. Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KO) werden sporadisch in der Parkanlage auf Streife gehen, Hundehalter ansprechen und auch Strafen verhängen. „Wir werden in Uniform, aber auch in zivil unterwegs sein“, erklärt Bettina Wehrmann.

Die Barmer Anlagen sind zwar Privatbesitz des Barmer Verschönerungsvereins (BVV), aber öffentlich zugänglich. Deshalb greift das Landeshundegesetz — und damit die Leinenpflicht. Deren Einhaltung sei in der Vergangenheit aber schwierig durchzusetzen gewesen, sagt Michaela Dereschewitz, Geschäftsführerin des BVV. Allein sahen sich Dereschewitz und die zwei Vereinsgärtner nicht mehr in der Lage dazu.

Ausreden von „Meiner ist ganz lieb“ bis „Ich zahle Hundesteuer“

Der Großteil der Hundehalter sei einsichtig, betont die Geschäftsführerin, aber leider gebe es schwarze Schafe. Und es seien oft die Gleichen. Auf den Parkflächen gilt die Leinenpflicht. Dass sich nicht alle dran halten, wird schon beim ersten Kontrollgang von Wehrmann und ihren Kollegen Thomas Hoppe und Dominik Kaiser deutlich: Auf einem der Wege kommt dem Trio direkt ein freilaufender Hund entgegen. Die Besitzerin ist einsichtig. Mit einer netten Ansprache und dem Versprechen, ihren Hund ab jetzt immer anzuleinen, kommt sie davon.

„Meistens hilft ein Gespräch“, sagt Hoppe. Diese Erfahrung machen er und seine Kollegen eigentlich überall, auch wenn sie immer wieder vermeintliche Argumente von Haltern wie „Das ist doch mein Recht, ich zahle Hundesteuer“ oder „Meiner ist ganz lieb“ entkräften müssen. Hoppe & Co. setzen auf den Lerneffekt, betonen aber: Setzt der nicht ein, bleibt es nicht mehr bloß bei einer Verwarnung.

Spaziergang ohne Tüte kostet 10 Euro

Ein Verstoß kann mehr als 50 Euro kosten. Ohne Tüte für die tierischen Hinterlassenschaften unterwegs zu sein, schlägt mit zehn Euro zu Buche. Und wer in flagranti erwischt wird, wenn sein Hund einen Haufen auf oder am Weg oder auf den Wiesen legt, wird unter Umständen mit mehr als 50 Euro zur Kasse gebeten.

Sporadisch, also nicht täglich, wird nun der Ordnungsdienst seine Augen offenhalten. Ein Trio in Uniform macht schon Eindruck, das merkt man auch den Hundehaltern — von denen übrigens der Rest seinen Fiffi ganz brav an der Leine führte — an.

Dereschewitz ist froh über die Unterstützung. Die Konflikte hätten zugenommen. Sie berichtet zum Beispiel von Grundschulklassen, die ihren Unterricht im Sommer auf die Wiesen verlegt hätten — und von freilaufenden Hunden gestört wurden. Von den „Tretminen“ ganz zu schweigen.

„Ich habe dafür vollstes Verständnis“, sagt Hundehalterin Talu Senyüz zur Überwachung der Leinenpflicht: „Es gibt doch genug Freilaufflächen in Wuppertal.“ Doch nicht alle Hundebesitzer sind auf dieser Linie. Eine ältere Dame muss sich erst überreden lassen, ihren Hund an die Leine zu nehmen. Die Entschuldigung „Ich habe meine vergessen“ kann Dereschewitz nicht gelten lassen. Am Ende muss Senyüz mit einer Ersatzleine aushelfen.

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