Ferien-Klassiker, Teil 26

Museum zeigt das Leben vor 100 Jahren

Markus Schmülling zeigt Besuchern das Schmiedehandwerk. Die Einrichtung entspricht dem Standard einer Werkstatt um 1880.
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Markus Schmülling zeigt Besuchern das Schmiedehandwerk. Die Einrichtung entspricht dem Standard einer Werkstatt um 1880.

LINDLAR  Im Freilichtmuseum Lindlar stehen detailgetreue Gebäude.

Von Andriana Sakareli

Holz hacken ist gar nicht so leicht. Schon gar nicht, wenn es eine bestimmte Größe haben muss, nämlich eher klein und schmal, um später damit das Feuer in der Stube entfachen zu können. Christine Kurth ist heute an der Reihe, das sogenannte Anmachholz draußen vor dem Bauernhaus zu hacken. Sie gibt sich Mühe und hat den Korb bereits zur Hälfte gefüllt.

Das Freilichtmuseum Lindlar des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) zeigt das Leben vor 100 Jahren auf einer 25 Hektar großen Fläche.

Leben auf dem Land bedeutete vor 100 Jahren vor allem eines: sehr viel Arbeit. Wie die Menschen damals mit der Natur lebten und sich versorgten, zeigt das Freilichtmuseum Lindlar des Landschaftsverbands Rheinland auf einer 25 Hektar großen Fläche. Die Gebäude sind detailgetreu und teilweise mit vollständiger Ausstattung in das Museum versetzt worden. Ein Beispiel dafür ist das Wohn- und Stallhaus aus dem 19. Jahrhundert, wo Christine Kurth diesmal Dienst hat.

Sie spielt die Bäuerin und steht den Besuchern Rede und Antwort, ohne aus der Rolle zu fallen. Sie führt durch den Wohnraum, wo der Webstuhl und ein großer Holztisch stehen. In der Flurküche hängt der Kessel über dem Feuer, direkt nebenan ist der Stall. Wer seine Notdurft verrichten musste, tat dies neben den Tieren im Stroh. „Denn eine Toilette gibt es nicht“, erzählt Kurth.

Regelmäßige Vorführungen machen den Besuch zum Erlebnis

Das Stroh benötigte die Bauersfamilie auch, um damit das Dach zu decken, Körbe zu flechten oder Hüte anzufertigen. Ein weiterer, wichtiger Rohstoff war für die Menschen auf dem Land die Milch. In der Zehntscheune macht eine Ausstellung auf ihre Bedeutung aufmerksam.

In direkter Nachbarschaft duftet es nach frisch gebackenem Brot aus der Backstube von 1729. Die Besucher stehen Schlange, um einen Laib zu kaufen. In der Schmiede von 1880 arbeitet Markus Schmülling. Der Handwerksmeister knetet gerade ein Stück Eisen durch, das er vorher im Feuer erwärmt hat.

„Das wird ein Spielzeug für Männer“, sagt er und will nicht zu viel verraten. Einige Handgriffe später ist Schmülling fertig und das Publikum von seinem Flaschenöffner begeistert.

ANFAHRT

PKW Aus Richtung Köln A 4 bis Abfahrt Untereschbach, Richtung Lindlar (L 299) etwa 15 Kilometer bis zum Parkplatz am Museumsgelände 

EINTRITT Erwachsene 6 Euro, Kinder unter 18 Jahren frei EVENT Bauernmarkt am 29. und 30. August, 10 bis 18 Uhr www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

Es sind die regelmäßigen Vorführungen, die einem das Leben und Arbeiten von früher nahe bringen. Auch alte Tierrassen leben im Freilichtmuseum. Nicht nur der Alltag und die Geschichte der einfachen Leute sind auf dem landschaftlich üppigen Gelände dokumentiert. Im Haus Dahl dreht sich alles um die Gutsherrenfamilie.

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