Elberfeld

Laurentiusplatz: Stadt soll autofreie Friedrich-Ebert-Straße prüfen

Die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Laurentiusplatz und Auer Schulstraße könnte für Autos gesperrt werden. Foto: Andreas Fischer
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Die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Laurentiusplatz und Auer Schulstraße könnte für Autos gesperrt werden.

Wuppertal. Die Bezirksvertretung Elberfeld stimmt für Vorschlag der SPD – CDU will Debatte statt Verbot.

Von Eike Rüdebusch

Die Bezirksvertretung Elberfeld hat in ihrer jüngsten Sitzung im Haus der Jugend Barmen beschlossen, dass die Stadt prüfen soll, wie die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Laurentiusstraße und Auer Schulstraße autofrei werden kann. Die SPD hatte dazu einen Antrag gestellt. Alle bis auf die Fraktion der CDU haben dem Vorschlag zugestimmt.

Der Punkt war der mit dem meisten Diskussionsbedarf in einer sonst von weitgehender Einigkeit getragenen Sitzung. Vor dem Haus der Jugend hatten Aktivisten von Fridays for Future auf den Antrag hingewiesen, haben ein Plakat präsentiert und mit Kreide auf dem Boden ihre Unterstützung kundgetan. Soufian Goudi, Fraktionsvorsitzender der SPD, erklärte, dass das Thema ein Dauerbrenner sei und zuletzt wieder im Bürgerbudget aufgetaucht sei. Deshalb wolle man eine Lösung politisch anstoßen und von der Verwaltung prüfen lassen. CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Knorr wollte das Thema weniger auf die betroffenen 85 Meter beziehen als stadtweit behandeln. Man müsse über den Platz hinaus und auf die Stadt bezogen denken, wenn es um Verkehrswende gehe. Er sei kein Freund von „Zwangsmaßnahmen“, sagte Knorr. Statt Sperrung müsse ein Angebot beim ÖPNV geschaffen werden, dass die Menschen zum Umsteigen bewege. Er sagte, eine Sperrung sei gefährlich für Geschäftstreibende, Arztpraxen und Anwohner.

Jan Hoffmann (Grüne) entgegnete, dass mit dem Mehr an Platz mehr Möglichkeiten für die Gastronomen entstünden, die bisher auf dem Gehweg die Außengastronomie betreiben. Aus seiner Sicht profitierten die. Er verwies aber darauf, dass die Verkehrsverschiebungen für das ganze Viertel mitgedacht werden müssten.

Goudi parierte die Bedenken mit der Bemerkung, dass die Verwaltung alle Punkte in einem Konzept berücksichtigen werde. Die BV beschließe keine Sperrung, sondern fordere die Verwaltung auf, das zu prüfen. „Ich glaube, die Verwaltung kann das.“ Zudem merkte er an, dass Verkehrswende eben auch „gemacht“ werden müsse, nicht nur diskutiert.

Wuppertals OB Uwe Schneidewind merkte auf Anfrage an, dass die Stadt das Vorhaben, ebenso wie die Quartiersgarage an der Bergstraße, wohlwollend prüfen werde. Er sagte, wenn Mobilitätswende von den Bürgern getragen und an konkreten Orten spürbar werde, dann sei es auch leichter, grundsätzlicher darüber zu diskutieren. „Wir brauchen solche Experimentier-Orte“, an denen die Bürger spüren, was das mit einer Stadt machen kann.

Fridays-for-Future-Vertreter Jonah Näckel, der vor der Sitzung demonstriert hatte, kritisierte den OB für die bisherige Passivität in Sachen Verkehrswende. Zwar sei der Ansatz nachvollziehbar, aber was sei denn, wenn keine Beispiele aus der Bürgerschaft kämen? „Wir können das Thema nicht mehr zehn Jahre verschleppen.“

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