Projekt

Kurzfilme gegen Kriminalität im Internet

Im interaktiven Film wird der zehnjährige Mike vom vermeintlichen Freund aufgefordert, Fotos von sich zu schicken.
+
Im interaktiven Film wird der zehnjährige Mike vom vermeintlichen Freund aufgefordert, Fotos von sich zu schicken.

Wuppertal. Projekt von Wuppertaler Studenten mit dem Landespräventionsrat sowie Justiz- und Innenministerium.

Von Johanna Christoph

Der zehnjährige Mike steuert seinen Charakter durch die Fantasiewelt eines Online-Videospiels. Im Spiel hat er einen Freund, der sich hinter dem Usernamen „Zinty“ versteckt. Mike und er verstehen sich gut, erzählen sich viel, doch bald fängt „Zinty“ an, nach Videoanrufen und Fotos zu fragen. Schnell stellt sich für den Zuschauer, nicht aber für Mike, heraus, dass es sich bei „Zinty“ um einen erwachsenen Mann handelt. Der Zuschauer entscheidet, wie die Geschichte weiter verläuft und wie sie endet.

Der interaktive Kurzfilm „Mein Onlinefreund“ ist einer der neun Filme, die insgesamt acht Studierende des Studiengangs Design Audiovisueller Medien an der Bergischen Universität Wuppertal in einer Kooperation mit dem Landespräventionsrat NRW, sowie den Ministerien der Justiz und des Inneren des Landes Nordrhein-Westfalen für die Präventionsarbeit im Bereich Cybercrime, also Kriminalität im virtuellen Raum, gedreht haben. Jetzt wurden die Filme in Wuppertal vorgestellt.

Unterschiedliche Formen von Cyberkriminalität

„Besonders am Herzen liegt mir die Warnung vor dem Cyber-Grooming“, sagt NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) bei der Filmpremiere. Dabei handelt es sich um die gezielte Kontaktaufnahme Erwachsener zu Minderjährigen mit Missbrauchsabsicht. Doch auch weitere Arten von Cyberkriminalität haben die Studierenden beleuchtet und einen Überblick gegeben, wie unterschiedlich Cybercrime aussehen kann.

„Wir stellen fest, dass kriminelle Handlungen gegen Kinder und Jugendliche zunehmen.“

NRW-Justizminister, Peter Biesenbach (CDU)

So informiert ein Film über die Tücken des sogenannten Enkeltricks, dabei richtet er sich mehr an die jüngere Generation, die ihre Eltern oder Großeltern über die Gefahren aufklärt. Ein Animationsfilm behandelt den Passwortschutz, welche Fehler es zu vermeiden gilt, um die eigenen Accounts vor fremden Zugriffen zu schützen.

Auch die Thematiken Ransomware (Erpressungssoftware), Oversharing (das übermäßige Teilen privater Informationen) oder Internetbetrug werden teils humorvoll, teils dokumentarisch in Szene gesetzt.

„Straftaten im Internet haben eine enorm hohe Dunkelziffer“, so Klaus Kaulich, Kriminalhauptkommissar und Sachgebietsleiter Kriminalprävention und Opferschutz. Die Bekämpfung und Prävention von Cyberstraftaten seien ein landesstrategischer Schwerpunkt.

Online-Straftaten gegen Kinder und Jugendliche nehmen zu

„Wir stellen fest, dass kriminelle Handlungen gegen Kinder und Jugendliche zunehmen“, so Biesenbach. Die Filme, die nun in Kooperation entstanden sind, sollten Problembewusstsein schaffen. „Wir haben festgestellt, dass dieser Weg ein sehr erfolgreicher sein kann, weil unsere Zielgruppen permanent im Internet unterwegs sind“, sagt er weiter.

Ein Semester lang hatten die Studierenden Zeit, ihre Werke zu realisieren. Nun werden sie in den nächsten Tagen und Wochen auf der Webseite des Landespräventionsrats hochgeladen und öffentlich zugänglich sein, so von Moeller.

Für die acht Studierenden Laura-Alina Blüming, Carolin Eckner, Josephine Behr, Johannes Speidel, Berfin Özcan, Sol Hüttich, Lena Dietrich und Yuqing Wang war dies das letzte große Projekt vor der Bachelorarbeit, so von Moeller.

NRW-Justizminister Peter Biesenbach kam zur Erstaufführung.

Im Vorfeld gab es dabei viele Veranstaltungen, bei denen sich die Studierenden zunächst selbst mehr mit der Materie auseinandersetzen konnten. Dabei mussten sie erst einmal verstehen, was etwa „Ransomware“ oder „Phishing“ ist, oder sie haben realisiert, dass ihre Passwörter nicht ganz so zugriffssicher sind. „Wir haben alle angefangen, wahnsinnige Passwörter zu generieren“, erzählt von Moeller vom Vorbereitungsprozess.

Der interaktive Film von Laura-Alina Blüming hat verschiedene Handlungsstränge und Enden, je nachdem, wie sich der Zuschauer entscheidet. Immer wieder wird Mike – und somit der Zuschauer – vor die Wahl gestellt, dem Onlinefreund „Zinty“ etwa ein Foto von sich zu schicken oder auch nicht.

„Die Organisation von verschiedenen Handlungssträngen ist super viel Arbeit“, sagt die 22-Jährige. „Aber es hat richtig viel Spaß gemacht“. Das Videospiel, das Mike im Film spielt, hat sie gemeinsam mit ihrem Bruder selbst programmiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nackte Menschen lagen in Wuppertal auf Krankenhausboden - Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Nackte Menschen lagen in Wuppertal auf Krankenhausboden - Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Nackte Menschen lagen in Wuppertal auf Krankenhausboden - Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Herbert Grönemeyer: Tour abgesagt - Trauer, Wut und Virus
Herbert Grönemeyer: Tour abgesagt - Trauer, Wut und Virus
Herbert Grönemeyer: Tour abgesagt - Trauer, Wut und Virus
Langenfeld: Bewaffneter Mann überfällt Tankstelle
Langenfeld: Bewaffneter Mann überfällt Tankstelle
Langenfeld: Bewaffneter Mann überfällt Tankstelle
Beyenburg: Ein bergisches Juwel erkunden
Beyenburg: Ein bergisches Juwel erkunden
Beyenburg: Ein bergisches Juwel erkunden

Kommentare