„Kriegserklärung an den Karneval“

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Die Rabaue bei der Venetiensitzung in der Rheinterrasse. Foto: Sabine Hanna

Mieterhöhung in den Düsseldorfer Rheinterrassen machen Sitzungen dort fast unmöglich.

Von Andreas Krüger

Düsseldorf. Schon lange war klar, dass die Firma Stockheim Preiserhöhungen für die Karnevalsvereine in der Düsseldorfer Rheinterrasse vorgesehen hatte. Doch die Zahlen, die die Vertreter der Vereine bei einer Besprechung in dieser Woche vorgelegt bekamen, trieb ihnen die Zornesröte ins Gesicht. Das Comitee Carneval (CC) ging sogar noch einen Schritt weiter, Organisationschef Sven Gerling sagte: „Das ist eine Kriegserklärung an den Düsseldorfer Karneval.“

Das CC hat als Konsequenz den eigenen Sponsoringvertrag mit der Firma Stockheim gekündigt. „Das kostet uns zwar Geld, aber wir wollen nicht mit einer Firma zusammenarbeiten, die so aggressiv gegen unsere Vereine vorgeht. Wir wollen auch nicht vom erwirtschafteten Geld profitieren, das den Vereinen aus der Tasche gezogen wird.“

Bei Stockheim begründet man die Preiserhöhungen mit den hohen Verlusten, die man angeblich mit den Veranstaltungen machen würde: „Wir haben in den Jahren 2015 bis 2019 einen Verlust in Höhe von 579 386 Euro mit den Karnevalssitzungen gemacht“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Und nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens wolle man nun keine Veranstaltungen mehr dieser Art haben.

Am Beispiel der Karnevalsfreunde der katholischen Jugend sieht die Preiserhöhung wie folgt aus: 2018 kostete der Radschlägersaal 462,18 Euro Miete plus sonstige Kosten in Höhe von 534,16 Euro. 2019 belief sich die Endabrechnung durch plötzlich zusätzlich erhobene Kostenstellen auf 3021,16 Euro für eine Veranstaltung.

2020 soll diese Summe noch einmal leicht ansteigen, auf 3281,66 Euro. Hinzu kam nun wieder eine neue Gebühr: eine Handlingspauschale für Fremdbier von 420 Euro. Die Firma Stockheim hat einen Vertrag mit der Brauerei Füchschen, die Kakaju allerdings mit der Brauerei Schlösser. Wird die Technik nicht vom Kooperationspartner Gahrens und Battermann gestellt, wird eine Pauschale von 150 Euro fällig. Außerdem muss ein Mitarbeiter die Aufbauarbeiten beaufsichtigen und überprüfen. Pro Stunde werden 58 Euro fällig – und der Auf- und Abbau dauert zwischen 12 und 15 Stunden.

Nächste Stolperfalle für 2020 ist die Anzahl der Veranstaltungen. Sollten die Karnevalisten gemeinsam nicht mindestens zehn aufeinander folgende Veranstaltungen buchen können, wird eine 5000-Euro-Pauschale fällig.

„Monopol ausgenutzt“: Jetzt denken Karnevalisten an ein Zelt

Der Gipfel erreicht wird im Jahr 2021. Dann fallen alle Rabatte weg und der Radschlägersaal kostet 7790 Euro Miete, der Gelbe Salon 2330 Euro. Dazu kommen die Technik- und Fremdbierpauschalen und sonstige Kosten.

Erst dann arbeite man profitabel, sagt Stockheim. Für Thomas Puppe, Präsident der Kakaju, ist jedoch klar: „Diese Preise sind eine Unverschämtheit. Die Firma Stockheim nutzt ihre Monopolstellung aus, weil sie genau weiß, dass es eigentlich keine Saal-Alternativen in der Stadt gibt.“ Solche Eintrittspreise zahle niemand – schließlich kommen die Kosten für die Künstler noch obendrauf.

Bei der Kakaju gibt es nun Überlegungen, ein Zelt aufzubauen und dort zu feiern.

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