Forschung

Komplexer 3D-Drucker feiert Weltpremiere

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3D-Druck in Aktion: Die neuen Netzwerker Prof. Sebastian Weber, Achim Ihlefeld und Frank Balkenhol (von l.) schauen zu. 

SOLINGEN Netzwerk für die neue Technologie in Solingen gegründet. Bergische Universität als Partner.

Von Philipp Müller

Zunächst sieht man nichts. Dann fährt an einem Dreibein ein futuristisches Gebilde hinunter auf eine Plattform und trägt Schicht um Schicht eine geschmolzene Plastikmasse auf. Am Ende des Prozesses steht ein dreidimensionales Produkt, etwa ein Schlüssel oder ein Spielzeug.

In Solingen konnte der Prototyp des Druckers aus dem niederländischen Haus von Opiliones am Dienstag als Weltpremiere besichtigt werden. Weltpremiere auch deshalb, weil das Karlsruher Unternehmen Indmatec einen völlig neuen, hoch erhitzbaren Kunststoff für die Drucktechnik entwickelt hat.

3D kennen alle aus dem Kino oder vom eigenen TV – doch in 3D drucken? So neu ist das Verfahren aber gar nicht. Schon 1983 wurde der 3D-Drucker erfunden, später patentiert. Aber die Technologie war unerschwinglich. Mit dem Auslaufen der Patente werden die Drucker jetzt preiswerter.

In der Industrie kommen die Drucker bereits zum Einsatz. Achim Ihlefeld, technischer Leiter beim Solinger Maschinenbauer Automat, berichtet, in seiner Firma laufe ein solcher Drucker rund um die Uhr, aber man benötige einfach mehr Wissen rund um die Technik.

Gerade deshalb hat sich in Solingen auf Initiative der Wirtschaftsförderung das 3D-Netzwerk gegründet. Der Ort der Vorstellung ist bezeichnend für die Idee: Die Bergischen Universität, Lehrstuhl für Neue Fertigungstechnologien und Werkstoffe von Professor Sebastian Weber. Hier wird Materialforschung betrieben, Schwerpunkt Metalle.

Wirtschaftförder Frank Balkenhol erklärt: „Wir möchten, dass sich nicht nur Solinger Unternehmen beim 3D-Thema austauschen. Alle Teilnehmer sollen über das Netzwerk Verbindung aufnehmen, sich gegenseitig helfen.“ Das begrüßt auch Ihlefeld, der sich Kooperationen bei der Herstellung von Prototypen wünscht.

Prof. Dr. Brando Okolo von Indmatec erklärt zu den Zukunftsaussichten der Technologie: „Die Industrie muss uns fordern, wir schaffen dann die Lösungen für Material und Maschine.“

www.3d-druck-solingen.de/

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