Vergiftung

Kohlenmonoxid: Zahl der Patienten steigt

DÜSSELDORF 180 Fälle von Vergiftung in Düsseldorfer Klinik.

Die Problematik ist bekannt und dennoch steigt die Zahl der Fälle immer weiter an: Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) hat einen erneuten Anstieg der Behandlungen von Kohlenmonoxidvergiftungen gemeldet. Bis Ende November wurden mehr als 180 Fälle in der Druckkammer mit der Hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt, darunter auch einige Kinder.

Rund 50 Vergiftungen sind davon auf das Rauchen von Shishas (Wasserpfeifen) zurückzuführen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es rund 100 Behandlungen, davon 40 durch Shishas. 2016 waren es fünf Fälle, 2015 war es nur ein Patient, der in der Druckkammer behandelt werden musste.

Mediziner rät zu CO-Meldern auch für Privathaushalte

Für Pressesprecher Tobias Pott eine ernstzunehmende Entwicklung. In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es nur zwei Druckkammern, neben Düsseldorf ist die nächste in Aachen. Erst im November hatte es einen Vorfall in einer Bochumer Shisha-Bar gegeben: 120 Menschen mussten die Gastronomie verlassen, vier Personen wurden leicht verletzt, zwei Personen landeten in einer Spezialklinik. Cem S., Betreiber der Atashkadeh Bar an der Moorenstraße, vermutet, dass es sich um alt eingerichtete Lokalitäten handeln muss. „Ich habe Lüfter und Melder. Da ist in fünf Jahren nichts passiert. Das Ordnungsamt kontrolliert auch immer. Man muss seine Grenzen kennen, aber es ist natürlich einfacher, es auf den Laden zu schieben“, sagt er.

Dr. Sven Dreyer, leitender Druckkammerarzt der Uniklinik Düsseldorf, kümmert sich um die Betroffenen und steht Sisha-Bars kritisch gegenüber. „Kohlenmonoxidvergiftungen sind lebensgefährlich.“ Im Notfall verabreicht er den Betroffenen unter Zuhilfenahme von Überdruck 100 Prozent Sauerstoff, um das Kohlenmonoxid aus dem roten Blutfarbstoff und Organen zu verdrängen. Der Bochumer Fall macht erneut deutlich, was viele nach wie vor anscheinend unterschätzen: Bei der Verbrennung der Wasserpfeifenkohle entsteht Kohlenmonoxid (CO) – insbesondere beim schnellen Rauchen ohne Absetzen der Pfeife in geschlossenen Räumen ohne ausreichende Luftzufuhr. Das Fatale dabei: Das giftige Gas kann man nicht sehen, riechen und nicht schmecken. Anschließende Benommenheit, Übelkeit und Bewusstlosigkeit sind auf das Kohlenmonoxid und nicht auf die Stärke des Tabaks zurückzuführen.

Dr. Sven Dreyer: „Die Vergiftungssymptome bei CO-Vergiftungen beginnen mit Schwindel, gehen über in Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, bis hin zur Bewusstlosigkeit und dann irgendwann zu Krampfanfällen.“ Der Mediziner rät zu einer guten Lüftung und ausreichend Sauerstoffzufuhr – sowohl für Shisha-Bars als auch für Privathaushalte. „CO-Melder können dabei helfen, die Gefahr zu erkennen.“ nd

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