Ein Kindergarten auf dem Rhein

So könnte die Kindertagesstätte auf dem Rhein aussehen. Die Freifläche ist durch den Rumpf des Schiffes abgesichert. Foto: Baubox Architekten

PLANUNG Kölner Architekten schlagen der Stadt eine Kita auf einem Containerschiff vor. Es gibt bereits Investoren.

Von Björn Boch

Köln. Die Stadt Köln prüft derzeit die Möglichkeit, in einem Containerschiff auf dem Rhein einen Kindergarten einzurichten.GENEHMIGUNGRHEIN Für die „Wasserstraße Rhein“ ist das Bundesverkehrsministerium zuständig. Das Fachreferat dort kennt allerdings keinen vergleichbaren Fall. Noch unklar ist dementsprechend die Genehmigungslage. KOSTEN Die Kosten sollen denen einer Einrichtung an Land entsprechen. „Wir führen Gespräche“, bestätigte Kölns Jugenddezernentin Agnes Klein. Es handele sich um eine anspruchsvolle und originelle Idee, die nicht einfach zu realisieren sei. Aber die Stadt wolle das Vorhaben möglich machen.

Ein konkreter Entwurf liegt schon vor. „Das ist ein realistischer Plan, der so umgesetzt werden kann“, sagte Architekt Peter Vanek von Baubox Architekten. Das Architekturbüro hat gemeinsam mit dem Designer Claas Reinhard die Pläne entworfen. Wichtige Aspekte wie Brandschutz, Behindertengerechtigkeit und Unfallverhütung seien geklärt, auch der Landschaftsverband Rheinland, der eine Betriebserlaubnis erteilen müsste, sehe Realisierungschancen. Und mögliche Investoren gebe es bereits. Die Rückmeldung der Stadt sei „extrem positiv“.

Auch Köln sucht nach geeigneten Flächen für Kindergärten

Attraktiv sei die Idee aus zwei Gründen. Zum einen verwies Dezernentin Klein auf einen akuten Mangel an geeigneten Grundstücken für Kindertagesstätten – auch Köln muss hunderte Plätze bereitstellen, um den gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen. „Es wird nicht so sein, dass bald ganze Kita-Flotten auf dem Rhein ankern“, sagte Klein. Aber man sei für jede Idee dankbar.

Zum anderen erfüllen die genormten Frachtschiffe genau die Quadratmeterzahlen, die für Kindergärten vorgeschrieben sind. „Das Schiff bietet mit 400 Quadratmetern Grundfläche genügend Platz für eine Kita mit drei bis vier Gruppen und den entsprechenden Freiflächen“, sagte Architekt Vanek.

Es gelte, Eltern die Ängste zu nehmen. „Die Seitenwände des Frachtschiffes umgeben den Außenbereich sicher, weitere Lauf- und Spielflächen sind von der Bordkante abgerückt. Und in den Gruppenräumen gibt es spezielle Sicherheitsfenster“, erklärte Vanek. Das Architekturbüro habe schon mehrere Kitas und Schulen gebaut und kenne sich mit den speziellen Sicherheitskonzepten aus.

Frühestens Ende des Jahres könne das Projekt realisiert werden. Das sei aber „sehr ambitioniert“.

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