Aktion

Kinder sind nach einer Woche Zirkusprofis

Seiltanznummer und Clownssketche saßen perfekt.
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Die Kinder sorgten mit einer großartigen Galavorstellung dafür, dass ihr Publikum mehr als zwei Stunden lang Zirkusatmosphäre erlebte. 

Ferienprojekt mit dem Mitmachcircus Jonny Casselly in Remscheid gipfelte in einer Gala

Von Sabine Naber

Remscheid. „Manege frei für den Einmarsch der Artisten!“ hieß es am Samstag im großen Zirkuszelt der Familie Casselly auf dem Schützenplatz. Aber es waren keine ausgebildeten Zirkuskünstler, sondern eine große Schar Kinder in prächtigen Kostümen, die da winkend und fröhlich lachend einzogen.

Nach einer Woche hatten sich die 90 Kinder in Zirkusprofis verwandelt.

Sie sorgten mit einer großartigen Galavorstellung dafür, dass ihr Publikum mehr als zwei Stunden lang Zirkusatmosphäre erlebte. Wie die Profis zeigten sie am Boden, hoch in der Luft oder auf dem Seil ihr Können, das sie in nur einer Woche unter Anleitung der Artisten im Ferienzirkus der Cassellys gelernt hatten.

„Das ist super, wenn die so einen Quatsch machen.“

Piet (8) und Willem (5)

Den Anfang machten die „Latino-Kids“. Da wurde getanzt und Rad geschlagen, Salti wurden bestaunt. Da standen Mädchen und Jungen auf den Händen des Profis und ließen sich hochheben, da gab es für eine tolle Menschenpyramide ganz viel Applaus. „Wie kann man denn so gelenkig sein?“, staunte ein kleiner Zuschauer. „Ich präsentiere Ihnen Löwen, Braunbären, Himbeeren“, pries ein lustig bunt gekleideter Clown sein Können als Tierdompteur an. Peng!, da sauste von hinten ein Gummihammer auf seinen Kopf. Und der nächste Clown – pardon, der nächste Dompteur – behauptete, er sei der echte. Und als der dann mitkriegte, dass der Zirkusdirektor hinter ihm stand, da haute er sich gleich selbst mit dem Gummihammer auf die Clownsmütze. Die Gäste amüsierten sich.

Auch Clownssketche saßen perfekt.

Dann sorgten die Jongleure für ein buntes Bild. Scheiben drehten sich erst auf Holzstäben, dann auf den Fingerspitzen der kleinen Künstler. Reifen flogen durch die Luft, wurden gekonnt mit ausgestreckten Armen wieder aufgefangen. Als das Licht in der Manege ausging, wirbelten unzählige, leuchtende Bälle über ihren Köpfen. Und es sah aus, als ob die Sterne tanzten.

„Mein hochverehrtes Publikum – wir präsentieren Ihnen unseren Flohzirkus“, verkündeten zwei Clowns. „Bitte einen Floh“, hieß es dann. Und Florian, der einen dreifachen Salto zeigen sollte, wurde weitergereicht. Als Florian versagte, kam Fritzchen an die Reihe. Der hatte aber auch keine Lust auf Kunststücke und entschwand. „Geh Fritzchen suchen!“, befahl der große dem kleinen Clown. Der ging auf die Suche – und fand ihn in den blonden Haaren einer Zuschauerin. Nach gründlicher Begutachtung befand der Chefclown allerdings: „Das ist der Falsche, bring ihn zurück.“ Und prompt saß er wieder auf dem Kopf der blonden Dame. Die beiden Kinder spielten den Sketch einfach hinreißend.

Akrobaten und Trapezkünstlerinnen beweisen Mut

Die Akrobaten schlugen Purzelbäume durch Reifen, sprangen über brennende Fackeln, Trapezkünstlerinnen schwebten hoch oben durchs Zelt. Dann marschierten die „Alten Kameraden“ in blau-weißen Ringelshirts, kurzen Hosen und Kniestrümpfen in die Manege. Es wurde geturnt, dass die Schnurrbärte wackelten. Und weil der Kleinste nicht spurte, wollte ihm der Stärkste eine Backpfeife geben. Aber der Kleine duckte sich im richtigen Moment und klatschte – da bekam der starke Mann die Ohrfeige. „Das ist super, wenn die so einen Quatsch machen“, hatten Piet (8) und Willem (5) Spaß.

Eine tolle Vorstellung, die für die Daheimgebliebenen auch per Livestream übertragen wurde.

Dann hatten die Piraten ihren großen Auftritt. Die Säbel rasselten, Fackeln brannten, über ein Stahlseil wurde das Schiff überquert. Und am Ende fanden sie tatsächlich den Schatz. Ein weiteres Highlight war die Kunstfertigkeit der Truppe, die mit dem römischen Tuch auftrat. Bis unter die Zirkuskuppel schwebten sie elegant nach oben, wickelten sich das Tuch dabei um Füße und Arme, so dass immer wieder wunderschöne, neue Figuren zu sehen waren.

Alles, was die Kinder zeigten, klappte so hervorragend, als hätten sie nicht nur ein paar Tage, sondern wochenlang dafür geübt. Eine tolle Vorstellung, die für die Daheimgebliebenen auch per Livestream übertragen wurde.

Das Zirkusprojekt ist eine feste Größe in Remscheid

Nach seiner Premiere 2004 hat sich das Zirkusprojekt zu einer festen Größe im Ferienangebot der Stadt Remscheid entwickelt und begeistert Kinder und Eltern jedes Jahr gleichermaßen. Die Nachfrage nach Plätzen zur Teilnahme 2021 war so groß, dass bereits im ersten Vorverkaufsdurchgang alle Plätze für beide Wochen vergeben wurden. Egbert Willecke und Til Rebelsky vom Jugendamt bedankten sich im Zelt bei ihren Kooperationspartnern: dem Stadtteilverein, den Schlawinern und dem DRK für die Unterstützung. Ebenso bei den vielen Helfern und den Artisten, die eine Woche lang für die 95 Kinder im Einsatz waren. Vonseiten des Familiencircus Jonny Casselly hieß es, man sei froh, endlich vor Publikum spielen zu dürfen. Heute startet die zweite Woche des Ferienprojekts, die ebenfalls ausgebucht ist.

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