Kein Anspruch: Beyenburger warten vergebens auf Hochwasserhilfe

Statiker stellte fest, dass die Schäden an einem der ältesten Fachwerkhäuser nicht nur von der Flut stammen

Von Jonas Meister

Wuppertal Die Menschen in östlichstem Stadtteil waren, und sind es teilweise noch immer, mit am schwersten vom Hochwasser im Juli betroffen. Im Zentrum von Beyenburg wurden dabei knapp 50 historische Gebäude von den Fluten getroffen und teilweise schwerst beschädigt, so wie eines der ältesten Fachwerkhäuser des Stadtteils am Untergraben. Ende September hatte ein Sachverständiger hier Alarm geschlagen und das Haus als „akut einsturzgefährdet“ deklariert.

Zwei Monate später hat sich an der Lage auch nichts geändert. „Wir waren zwei Tage vor Ort und haben ein Gerüst installiert, das die Standsicherheit gewährleistet, und haben das Gebäude dann als wieder begehbar aber nicht bewohnbar an die Eigentümerin übergeben“, erklärte nun THW-Sprecher Tim Oelbermann. Ein Zustand, der sich bis heute nicht geändert hat, denn das Metallkorsett des Technischen Hilfswerks steht noch immer dort. Die Frau und ihre beiden Kinder, die in der ersten Etage des Fachwerkhauses wohnten, sind laut dem letzten Mönch des Beyenburger Klosters, Bruder Dirk, inzwischen in einer freigewordenen Wohnung in der Nachbarschaft untergekommen.

Eine Tatsache, die Bezirksbürgermeister Andreas Bialas (SPD) im Gesamtkontext fassungslos macht: „Im Fall des Fachwerkhauses wurde im Nachgang festgestellt, dass das Gebälk nicht nur durch das Hochwasser beschädigt wurde. Deshalb gibt es hier keinen Anspruch auf Hochwasserhilfe. Stattdessen müssen Denkmalmittel beantragt werden, deren Bewilligung bis Mai dauern kann und das ist doch Wahnsinn.“ In diesen Zusammenhang kritisiert er auch die Stadt massiv, die aus seiner Sicht einen Wiederaufbaukommissar hätte einsetzen müssen, der sich um die Sachstände kümmert. So würden die Menschen aktuell hilflos mit ihren Häusern alleine gelassen.

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