Justitia mit der Lügen-Nase

Vieles geht nicht mit rechten Dingen zu: Das zeigt die Ausstellung der Macher Wicze Braun und Wolfgang Brudes einfallsreich, ernsthaft und häufig mit einem Augenzwinkern. Der Eintritt in die Kunst-Idylle ist frei. Fotos: Christian Beier

SINNESWALD 78 Künstler zeigen ihr Bildvon Gerechtigkeit.Morgen wird die Ausstellung eröffnet.

Von Kathrin Schüller

Leichlingen. Justitia hat den Sinneswald erobert. Die römische Göttin der Gerechtigkeit tauscht hier glatt die Augenbinde gegen eine Schlafbrille und ruht unter der Paragrafendecke. Dann wieder ist sie großen Verführungskünsten ausgesetzt. Mit spitzer, langer Nase wird sie in der hölzernen Skulptur gar zur „schönen Lügnerin“. 78 Künstler zeigen in der Ausstellung, die von Wicze Braun und Wolfgang Brudes organisiert wurde, bis zum Herbst ihre Vorstellungen von Recht und Unrecht.

Ein Lageplan hilft beim Kunst-Spaziergang durch die freie Natur

Das Thema „Gerechtigkeit“ erlaubt unzählige Blickwinkel. Da wird mit dicken Tauen an Paragrafen herumgezerrt. In die Waagschalen geworfen werden auf der einen Seite ein paar Brotkrumen, auf der anderen bündelweise Geldscheine. Das bekannte Schulterzucken – nach dem Motto „Ich habe keine Ahnung“ – gibt, aufs Wesentliche reduziert, die Umrisse einer Waage wieder.

Monumentale Tortenstücke auf einem sanften Plateau sind mit Sandalen und Pumps verziert. Wird Gerechtigkeit zu oft mit Füßen getreten?

Gerechtigkeit – oder Ungerechtigkeit – ist weltweit Thema. Beeindruckend zeigt das der über 200 Kilogramm schwere Globus auf Stahl, bespickt mit „Zetteln“, die auf die wahnsinnige Verteilung von Ressourcen oder verantwortungslose Banken hinweisen.

Augenzwinkernd oder ernsthaft, zum Betrachten oder zum ausdrücklich erwünschten Mitmachen: Der Kunstspaziergang unter freiem Himmel macht Spaß und regt zum Nachdenken an. Damit Kunstfreunde an Waldwegen, Teichen und Wiesen nicht die Orientierung verlieren, haben die Macher einen Lageplan erarbeitet, der vor Ort ausgelegt ist und im Netz eingesehen werden kann (<a href="http://www.sinneswald.net" target="_blank">http://www.sinneswald.net</a>).

Bewaffnen sollten sich Besucher außerdem mit Block und Stift. Denn ihr Votum wird über den „Sinneswaldpreis“ entscheiden. Eröffnet wird die Ausstellung „Gerechtigkeit“ morgen um 15 Uhr. Tango-Tänzer begleiten die Vernissage. Ab Balken ist das Gelände ausgeschildert. Festes Schuhwerk wird beim Besuch unbedingt empfohlen.

Weitere Fotos zur Ausstellung: <a href="//www.solinger-tageblatt.de" target="_blank">//www.solinger-tageblatt.de</a>

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