Konzert

Junger Solist eröffnet den Orgelsommer

Simon Schuttemeier hob die Schönheiten von Bachs Präludium und Fuge in e-Moll mühelos hervor. Foto: Gerhard Bartsch
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Simon Schuttemeier hob die Schönheiten von Bachs Präludium und Fuge in e-Moll mühelos hervor.

Simon Schuttemeier spielte Werke von Bach.

Von Daniel Diekhans

Wuppertal. Nicht nur für Fans ist es eine gute Nachricht: Corona kann den Sommerlichen Orgelkonzerten nichts anhaben. Schon allein deshalb, weil die beiden Konzertorte – die Kirchen St. Antonius in Barmen und St. Laurentius in Elberfeld – genug Platz bieten für Musikgenuss auf Abstand.

Ungestört startete also der Orgelsommer, und der Auftakt wurde vom Jüngsten der vier Solisten gestaltet. Simon Schuttemeier ist Anfang 20 und hat sich bereits fest etabliert. Im Teenageralter sammelte er Erfahrungen als Kirchenmusiker und Chorleiter. Seit 2018 wirkt er in der St. Laurentius-Gemeinde – unter anderem als Kantor an St. Suitbertus.

Die Besucher konnten sich ganz auf die Musik konzentrieren

In der Antonius-Kirche nahm Schuttemeier an einer Klais-Orgel Platz, deren Klangspektrum die Interpretation verschiedener Stilrichtungen, von der barocken bis zur französisch-romantischen, erlaubt. Entsprechend versammelte sein Programm so unterschiedliche Komponisten wie Bach und Louis Vierne.

Die Orgel im Rücken, konnten sich die Kirchenbesucher ganz auf die Musik konzentrierten. Von der üblichen Geräuschkulisse des Alten Markts war nichts mehr zu hören. Die andächtige Stimmung brachte einige dazu, die Hände zum Gebet zu falten. Im Publikum saßen auch die drei, denen Wuppertal die Konzertreihe verdankt: Regionalkantor Dieter Leibold sowie die beiden Seelsorgebereichsmusiker Stefan Starnberger (St. Antonius) und Hans Küblbeck (St. Laurentius).

Für ihren Gast war die Musik des Thomaskantors eine sichere Bank. Bachs Präludium und Fuge in e-Moll (BWV 533) gilt als eines der gelungensten Frühwerke – und Schuttemeier hob seine Schönheiten mühelos hervor. Das Präludium glänzte mit Akkordtrillern und aufsteigenden Bassfiguren, während in der Fuge das Thema klar und angenehm flüssig entwickelt wurde.

Mit Orgelstücken hat sich Beethoven keinen Namen gemacht. Dafür hat er – ebenso wie Haydn und Mozart – für Flötenuhren komponiert. Das sind mechanische Uhren, die zu vorgegebener Zeit Orgeltöne erklingen lassen. Schuttemeier gab dem Kleinod „Allegretto und Trio“ ordentlich Schwung.

Das romantische Repertoire ist bei ihm ebenfalls gut aufgehoben. Mit seinem Opus 31 schrieb der Franzose Vierne Stücke, die sich quasi-improvisatorische Freiheiten nehmen. Sein Interpret fügte ihnen noch Farbigkeit und rhythmische Raffinesse hinzu. Mit Arvo Pärts „Pari intervallo“ war die Gegenwart erreicht. Der Clou waren hier zwei sich parallel bewegende Stimmen, deren Abstand zueinander konstant derselbe blieb.

Das nächste Konzert des Orgelsommers kann man am 9. August in der Laurentius-Kirche hören. Um 16.30 Uhr musiziert dann Organist Hans Küblbeck.

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