Veranstaltung

Japanische Woche startet am 11. Oktober

Kenichiro Wada und Shu Kanemaki (v.l.) organisieren die Japanische Woche. Sie soll im Oktober die Bürger neugierig machen, das sogenannte „Little Tokyo“ kennenzulernen. Foto: Andreas Bretz
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Kenichiro Wada und Shu Kanemaki (v.l.) organisieren die Japanische Woche. Sie soll im Oktober die Bürger neugierig machen, das sogenannte „Little Tokyo“ kennenzulernen.

Der Japan-Tag kann in diesem Jahr nicht stattfinden – Es gibt aber eine Alternative.

Düsseldorf. Im Frühjahr noch hat sich Kenichiro Wada aufs Bierzapfen gefreut. Das sei nämlich eine der Aufgaben gewesen für den Marketing-Manager der japanischen Biermarke Kirin, die im Mai beim Japan-Tag in Düsseldorf wieder groß vertreten gewesen wäre. Aber wie so viele andere Großveranstaltungen ist der Japan-Tag abgesagt worden.

Ein großer Verlust für die japanische Community und für die Besucher, sagt Wada. Denn für die etwa 7000 in Düsseldorf lebenden Japaner stelle der Japan-Tag einen Jahreshöhepunkt dar, an dem in Restaurants, Supermärkten und auch in anderen Betrieben der Japaner hohe Umsätze gemacht wird.

Daher wollte Kenichiro Wada einen Komplettausfall nicht hinnehmen. Schon im April begann er, seine Idee einer „Japanischen Woche“ für Düsseldorf zu organisieren, um Bürgern und Geschäftsleuten einen Ersatz für den Japan-Tag zu bieten. Vom 8. bis zum 11. Oktober ist es so weit: Die erste Japanische Woche in Düsseldorf findet statt.

„Ich habe überlegt, wie wir die Menschen mit unserer Kultur ein wenig erfreuen können in dieser schweren Corona-Zeit“, sagt Wada, der vor drei Jahren nach Düsseldorf gekommen ist, um in der Kirin-Niederlassung in Düsseldorf zu arbeiten.

„Düsseldorf ist Europas beste Adresse zum Erleben japanischer Kultur.“

Kenichiro Wada

Um möglichst viele Geschäfte für seine Idee zu gewinnen, klapperte er persönlich viele Restaurants, Friseure, Buchhandlungen und Supermärkte seiner Landsleute ab. Die meisten Inhaber waren sofort begeistert von der Idee, denn auch die japanische Community hatte wegen der Corona-Krise große wirtschaftliche Einbußen hinzunehmen. Da kam ihnen jede Marketing-Aktion gelegen. Aber einige Ansprechpartner, so erzählt Wada, sagten auch ab. „Sie hatten im Lockdown das Personal reduziert und befürchten, eine höhere Besucherzahl nicht gut bewältigen zu können.“

Zugesagt aber hatte schnell die Firma Brickny, die von ihrem Sitz an der Immermannstraße viele bekannte japanische Restaurants in Düsseldorf betreibt. „Wir haben zum Beispiel geholfen, Belange mit den Düsseldorfer Behörden zu klären“, sagt Brickny-Mitarbeiter Shu Kanemaki. Er beobachtet zurzeit, dass die Gästezahlen in den Brickny-Restaurants wie Takumi, Umaimon und Kushi Tei of Tokyo wieder steigen. „Vor allem samstags ist im Japan-Viertel rund um die Immermannstraße wieder viel los“, sagt er. Aber das Einhalten der Regeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus’ bremse gute Geschäfte wie vor dem Lockdown noch aus.

Cosplayer dürfen nicht auftreten

Kenichiro Wada konnte die Inhaber von 53 Geschäften überzeugen, einen Beitrag zur japanischen Woche zu leisten. Jeder überlegte sich eine Aktion, um ihren Besuchern etwas Besonderes zu bieten. Einzige Einschränkung: Die geplante Aktion darf einen gewissen Umfang nicht überschreiten, damit die Besucherzahl unter Kontrolle behalten wird.

Konzerte, Tanz und Theater sind tabu. Das Ordnungsamt bremste auch aus, dass ein Restaurant mit Cosplayern (also Japan-Fans, die sich Comic- und Mangafiguren verkleiden) auf sich aufmerksam machen wollte. Mit diesen Einschränkungen war Organisator Wada einverstanden. „Wir können sehr gut auch mit kleinen Angeboten unsere Kultur präsentieren“, sagt er.

Viele Festwochen-Extras für die Kunden

Viele Restaurants bieten in der Japanischen Woche ein gratis Getränk zum Essen an oder eine kostenlose Beilage, bei manchem Friseur gibt es ein Pflegemittel oder reduzierte Massagen. Eine japanische Bäckerei hat sogar ein Gebäck entwickelt und wird das „Collab-Brötchen mit japanischen Sausages“ erstmals verkaufen. Die meisten der teilnehmenden Betriebe befinden sich in „Little Tokyo“ an der Immermannstraße. Aber auch Restaurants in anderen Stadtteilen machen mit.

Kenichiro Wada und Shu Kanemaki hoffen, dass die Düsseldorfer wieder Lust haben auf einen Streifzug durch die japanischen Geschäfte ihrer Stadt. Dass Gäste aus dem Ausland kommen, wie sonst beim Japan-Tag, sei unwahrscheinlich. „Aber unsere Aktion soll zeigen, dass Düsseldorf noch immer Europas beste Adresse ist zum Erleben japanischer Kultur“, sagt Organisator Kenichiro Wada.

Info

Japan-Tag: Wirtschaft Nordrhein-Westfalen ist mit mehr als 600 japanischen Unternehmen der stärkste Japan-Standort in Deutschland und Kontinentaleuropa. Bedeutung „Das Event ist viel mehr als ein spektakuläres Feuerwerk“, sagt Ole Friedrich, Geschäftsführer von Düsseldorf Tourismus. „Der Japan-Tag wirkt als Fest der deutsch-japanischen Freundschaft weit über Düsseldorf hinaus und bringt Kulturen und Menschen zusammen. Die Japan-Woche ist eine tolle Initiative und eine gute Gelegenheit, die europaweit einzigartige Konzentration japanischer Kultur in Düsseldorf zu erleben.“

Erfolg und Zukunft: Der erste Japan-Tag fand 2002 statt. Zuletzt kamen 2019 etwa 500 000 Besucher an den Rhein zum Feuerwerk. Ob der Japan-Tag 2021 stattfinden kann, ist wegen der Corona-Pandemie noch ungewiss.

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