40 Jahre Uni für die Region

Die Strahlkraft, die die Bergische Universität auf die Region hat, soll die Beleuchtungsaktion zum Jubiläum unterstreichen. Lichtbänder markieren ab Oktober die Konturen der Gebäude am Grifflenberg. Fotomontage: Mischa Kuball

WUPPERTAL 1972 schlug die Geburtsstunde der Gesamthochschule, heute Bergische Universität.

Von Andreas Boller

Als offizieller Gründungstag der Bergischen Universität, die vor 40 Jahren noch Gesamthochschule Wuppertal hieß, gilt der 1. August 1972. Doch auf diesen einen „Feiertag“ bleibt das Jubiläum der Hochschule nicht beschränkt. Am 22. Oktober soll am Grifflenberg eine mit Spannung erwartete Lichtkunstaktion mit der Beleuchtung von Gebäudeteilen gestartet werden. Bereits heute Nachmittag findet ein Festakt statt, zu dem sich NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) angekündigt hat.

Die Existenzberechtigung der Uni steht nicht mehr zur Diskussion

Optimistischer als noch vor zehn Jahren dürfte während dieser Feier der Blick in die Zukunft ausfallen. „Klein aber fein“, so hatte unsere Zeitung 2002 die Ausrichtung der Hochschule damals beschrieben. Die Erwartungen waren gedämpft, weil der Hochschule eine tiefgreifende Umstrukturierung ins Haus stand. Der vom Land NRW bestellte Mediator Prof. Hans Weiler hatte ein Konzept zur Profilierung erstellt, das die Konzentration auf sieben Fachbereiche und erhebliche Personalreduzierungen vorsah. Die Bergische Universität, wie sie seit 2003 offiziell heißt, steckte im Strukturwandel, denn der Übergang von der Gesamthochschule zur „echten“ Universität ging nur schleppend voran.

Zehn Jahre später müssen zwar erneut Kosten eingespart werden, aber die strukturellen Probleme scheinen überwunden.

Die Verankerung in derBergischen Region

Unter dem amtierenden Rektor Lambert T. Koch hat man sich 2009 zudem ein Leitbild gegeben, dessen Kernsätze lauten: „Die Bergische Universität betreibt auf unterschiedlichen Feldern internationale Spitzenforschung. Besonders im Bereich von Ausbildung und Transfer handelt sie zugleich im Bewusstsein ihres regionalen Bezugs. Insgesamt geht es ihr darum, Gesellschaft, Kultur, Technik und Natur sowie deren Wandel zu verstehen und zu gestalten.“

Die Verankerung der Univer- sität in der Region des Bergischen Landes – das ist eine Kernaussage. Und alle Verbesserungen von Lehre und Forschung stärken daher auch die Region. Beispielhaft ist die Neuorientierung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften unter dem Markenzeichen „Schumpeter School of Business and Economics“, also die Beschäftigung mit Themen wie Strukturwandel, innovativen Unternehmenskonzepten und innovationsfördernden Marktstrukturen, den zentralen Themen und Herausforderungen der Wirtschaft im Bergischen Land.

Die Herausforderungen sind groß:Die Uni muss sparen

Die Herausforderungen in Zeiten leerer Kassen sind nicht kleiner geworden. Die Universität muss nach Wegfall der Studiengebühren Kosten senken, was angesichts des im kommenden Jahr anstehenden doppelten Abiturjahrgangs nicht leicht fallen dürfte. So wird die aktuelle Zahl von 16 500 Studierenden deutlich wachsen, und die Betriebs- und Energiekosten wachsen mit.

Sanierungsbedürftige Betonbauten –das Erbe der 70er Jahre

Das Motto „Klein aber fein“ ist längst Geschichte, große Pläne gibt es vielmehr in Bezug auf den Erhalt der Bausubstanz. Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro sind mittelfristig erforderlich, um die Betonbauten aus den 70er Jahren im laufenden Betrieb zu sanieren und neue Gebäudekomplexe auf dem Hauptcampus Grifflenberg und an der Außenstelle am Haspel auf der Talachse zu errichten. Der Jubilar geht mit rund 1500 Beschäftigten in sein fünftes Jahrzehnt. Wäre die Bergische Universität ein Mensch, dann könnte man in diesem Zusammenhang von einem gesetzten Alter sprechen, das die größte Schaffenskraft verspricht.

Dass in diesem Jahr 25 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben werden konnten, ist ein Indiz dafür, dass die Leistungsfähigkeit der Bergischen Universität in Forschung und Lehre Anerkennung findet – und die Profilierung gelungen ist.

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