Stadt sieht Bemalung kritisch

Posse um Graffiti auf der Mauer am Islandufer

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Die Mauer am Islandufer sollte, so der Plan, mit dem Motiv von Kois besprüht werden. 

WUPPERTAL Stadt Wuppertal lehnt Übermalung ab. Sie vergaß aber, die Initiative Wupperplan zu informieren.

Von Manuel Praest

Der Plan von Wupperplan steht schon seit einigen Monaten: Die Initiative um Michael Kirchner will das Islandufer verschönern, dafür sorgen, dass das Areal direkt an der Wupper lebendiger wird. Durch Veranstaltungen, mehr soziale Kontrolle und optisch durch ein Graffiti. Dessen Finanzierung ist gesichert, mit dem Wuppertaler Künstler und Sprayer Marko Leckzut steht auch schon jemand bereit, der das Motiv – angedacht sind Kois – auf die Natursteinmauer bringt.

Doch die angedachte Einweihung mit einem Bürgerfest fand am Wochenende nicht statt: Die Stadt hatte Bedenken angemeldet. Graffiti dürften nicht auf die Wand aufgetragen werden. Das ist im Rathaus schon länger bekannt. Die Initiative hat die Verwaltung aber erst kürzlich, nach drei Monaten informiert – als die Vorbereitungen schon längst liefen.

Der Grund für das „Nein“, so ist zu hören, sind unter anderem Förderrichtlinien. Das Islandufer war in den 2000er Jahren aufwendig umgebaut worden. Knapp 1,6 Millionen Euro investierte die Stadt, 70 Prozent davon aber gefördert vom Land NRW. 2008 war das umgestaltete Ufer dann den Wuppertalern übergeben worden. Ein wichtiger Punkt damals: die Natursteinmauer.

Auch im zuständigen Ressort der Stadt sieht man eine Bemalung kritisch. Michael Kirchner zeigt dafür wenig Verständnis. Die Idee von Wupperplan sei der Stadt seit Monaten bekannt. Auch Wupperal Oberbürgermeister Andreas Mucke, dem das Graffiti in einer Präsentation vorgestellt worden war, hatte die Initiative Anfang März für das Engagement gelobt.

Ziel war es damals, bis zum Langen Tisch Ende Juni bereits mit dem Graffito fertig zu werden. „Der Vorschlag für den Termin kam von Herrn Mucke selbst“, erinnert sich Kirchner. In dem Gespräch, an dem unter anderem auch Rüdiger Bleck, Ressortleiter für Stadtentwicklung und Städtebau, teilnahm, sei nur kurz von Bedenken wegen der Mauer die Rede gewesen. Die sollten aber geklärt werden, sagt Kirchner. Als feststand, dass die Eröffnung zum Langen Tisch seitens Wupperplan nicht klappt, hatte sich Kirchner nach eigener Aussage zwischenzeitlich noch zweimal in Schreiben an die Stadt gewandt. Eine Reaktion geschweige denn die Antwort, dass die Verschönerung grundsätzlich gar nicht erlaubt sei, gab es nicht, so Kirchner. „Kein Veto“, betont er.

Ein Bürgerfest soll es jetzt am 31. August geben

Erst als die Finanzierung gesichert war und Wupperplan bei der Stadt anfragte, wie und wann Leckzut jetzt loslegen könne, gab es die Absage, ärgert sich Kirchner. „Anfang Juli war das.“ Rüdiger Bleck habe ihm gesagt, dass wohl ein Schreiben an Wupperplan „untergegangen“ sein soll.

Bleck räumt den Fehler in der Verwaltung ein. Bereits auf den 18. März sei ein Schreiben datiert, das Kirchner über die Absage informieren sollte. Nur verließ dieses nie das Rathaus. „Dafür können wir uns nur entschuldigen.“ Zu den Bedenken der Verwaltung steht Rüdiger Bleck. Auch er selbst sehe das Besprayen der Wand kritisch.

WUPPERPLAN

INITIATIVE Die Initiative Wupperplan hat sich „Mehr Lebensqualität für Wuppertal“ auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen Wuppertaler bewegen, sich für Wuppertal zu engagieren“, heißt es auf ihrer Homepage.

wupperplan.de

Diese Info hätte Kirchner gerne früher gehabt. Dass das Vorhaben von Wupperplan nicht nur Fans hat, ist kein Geheimnis. Unter anderem der Verein Neue Ufer lehnt ein Graffito ebenfalls ab. Kirchners Hoffnung sei aber auch noch eine andere gewesen, sagt er. Schon jetzt gebe es regelmäßig Graffiti am Islandufer. Illegale wohlgemerkt, die die Stadt entfernen lassen muss, was vierstellige Beträge kostet. Ein schönes Motiv von einem Profi aufgetragen, dazu mit umwelt- und natursteinverträglicheren Farben, würde vielleicht verhindern, dass illegale Sprayer anrücken, hofft Kirchner auf den Ehrenkodex der „Szene“.

Bleck sieht das anders. Ein „schönes“ Graffito nur, damit es keine illegalen mehr gibt, sei keine Lösung. Er will aber zusammen mit Wupperplan nach einer anderen Lösung suchen, wie man die Mauer verschönern könne. Und ein Bürgerfest, kündigt Kirchner an, soll es jetzt am 31. August geben.

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