Bierkultur

In der Barmer Brauerei läuft alles in Handarbeit

Marc Sondern gehört zu der Gruppe, die in der ehemaligen Gaststätte Rubarth auf dem Rott Bier braut. Archivfoto: Anna Schwartz
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Marc Sondern gehört zu der Gruppe, die in der ehemaligen Gaststätte Rubarth auf dem Rott Bier braut.

Freundeskreis aus Wuppertal will bergische Bierkultur wiederbeleben.

Von Eike Birkmeier

Wuppertal. Sie haben sich ihren Jugendtraum erfüllt. Ein Freundeskreis engagierter Barmer will mit eigener Brauerei dazu beitragen, die traditionsreiche Bierkultur im Bergischen Land wiederzubeleben. Dafür werden in der ehemaligen Gaststätte Rubarth auf dem Rott verschiedene Sorten des beliebten Gerstensaftes hergestellt.

Bei der Barmer Brauerei läuft alles in Handarbeit, automatisierte Prozesse sowie chemische Zusatzstoffe sind tabu. Damit wollen sich die Macher von der industriellen Massenproduktion abheben und setzen mit heimischen Produkten auf Nachhaltigkeit.

Trotzdem kann sich die Abfüllmenge mit 800 bis 1200 Litern pro Monat durchaus sehen lassen. Als nächsten großen Schritt planen die Bierliebhaber einen Ausschank an den Wochenenden. Dafür gibt es bereits eine entsprechende Lizenz. Derzeit werden noch Mitarbeiter für den Thekenbetrieb gesucht.

Wir sind regelmäßig ausverkauft.

Lothar Noll

„Eigentlich wollten wir schon im Juni eröffnen, aber leider lässt sich das aufgrund von Personalmangel nicht umsetzen“, berichtet Mitgründer Marc Sondern. Er und seine Mitstreiter hoffen, in den nächsten vier bis sechs Wochen eine Lösung zu finden. Bewerber sollten eine gewisse Bieraffinität mitbringen. „Es geht hier um den bewussten Genuss und die Hintergründe des Herstellungsprozesses, daher wäre es wichtig, dass Fragen der Gäste beantwortet werden können“, erklärt Sondern. Immerhin ist die Brauerei äußerst ambitioniert und hat sich von bescheidenen Anfängen zu einem Vorzeigeprojekt in Sachen Bierkultur entwickelt.

Gerade wurde das Barmer Weizen IPA (Indian Pale Ale) bei Meininger’s International-Craftbeer-Award mit der Silberplakette ausgezeichnet. „Das ist ein sehr renommierter Wettbewerb, daher sind wir sehr stolz darauf, dass unser Bier dort preisgekrönt wurde“, sagt Marc Sondern. Bei der Barmer Brauerei gibt es aber auch die bekannten Sorten Pils, Lager und Export. Demnächst können sie vor Ort probiert werden. „Außerdem wollen wir langfristig Biertastings, kleinere Speisen und Braukurse anbieten“, sagt Kollege Andreas Sauerwein. Er unternahm schon während des Abiturs eine Studienreise nach München und schrieb danach eine Hausarbeit über die Braukunst.

Die Gründer verstehen sich als Mikrobrauerei und gehen ihrer Leidenschaft nebenberuflich nach. Gleichwohl wird der Betrieb professionell geführt. Abgefüllt in Flaschen kann das Bier direkt bei der Barmer Brauerei bezogen werden. „Die Resonanz ist sehr erfreulich und wir sind regelmäßig ausverkauft“, berichtet Lothar Noll.

Die gleichberechtigten Partner im Alter zwischen 50 und 60 Jahren kennen sich über ihre Begeisterung für den Handballsport. Außerdem teilen sie schon lange eine Vorliebe für gutes Bier und seine Feinheiten. Regelmäßig verbinden die Barmer Fahrradtouren mit dem Besuch von Mikrobrauereien.

Die Idee zur Gründung einer eigenen Brauerei war die logische Konsequenz. Schnell war die Erstausstattung in Form eines kleineren Braukessels und den nötigen Brauzutaten besorgt. Im Keller eines der Freunde erfolgte der erste Versuch – und erwies sich als erfolgreiches Experiment.

Danach tüftelten die Barmer weiter, verfeinerten ihre Rezepturen und schafften größere Braukessel an. Vor knapp zwei Jahren hatten sie dann die Chance, die leerstehende Gaststätte Rubarth für ihre Zwecke zu mieten und dort eine Brauküche einzurichten. „Das war natürlich ein absoluter Glücksfall“, betont Marc Sondern.

Langfristiges Ziel ist für die Barmer Brauerei, ihre Produkte im lokalen Einzelhandel unterzubringen. Dafür achten sie auch bei den Flaschen und Etiketten auf professionelles Design. Künftig kann dann auf dem Rott nach Herzenslust Bier verkostet und gefachsimpelt werden. „Wir peilen im ersten Schritt einen Betrieb an den Wochenenden an, aber wenn es richtig gut läuft, könnte der auch ausgeweitet werden“, so Marc Sondern.
www.barmer-brauerei.de

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