Statistik

Immer weniger Familien in Düsseldorf

Für Familie Preden hat sich der Umzug aufgrund des Hauses mit dem schönen großen Garten vollkommen gelohnt. In Düsseldorf hätte sich die Familie dieses Haus längst nicht leisten können. Foto: Preden
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Für Familie Preden hat sich der Umzug aufgrund des Hauses mit dem schönen großen Garten vollkommen gelohnt. In Düsseldorf hätte sich die Familie dieses Haus längst nicht leisten können. 

DÜSSELDORF Die Landeshauptstadt wächst. Aber viele können sich die hohen Preise nicht mehr leisten.

Von Alexander Esch

Düsseldorf. Christina Preden (37) und ihr Mann Stephan (35) sind Gymnasiallehrer in Düsseldorf; beide arbeiten Vollzeit. „Doch ein Haus können wir uns in Düsseldorf nicht leisten“, sagt Christina Preden. Gerne wäre die Familie mit Emil (3) und Loki (5) in der Landeshauptstadt geblieben. Doch mit der Schmerzgrenze von 500 000 Euro sei man nicht weit gekommen. „Die Häuser zu diesem Preis waren in indiskutablem Zustand, auch nur mit sehr kleinen Gärten ausgestattet.“ Mit Glück tat sich eine Möglichkeit in Haan auf.

Die Predens stehen für einen Trend, der so gar nicht zur wachsenden Stadt Düsseldorf zu passen scheint. Tatsächlich hat die Deutschland-Studie des ZDF aktuell aufgezeigt, dass Düsseldorf, wie einige andere Großstädte auch, Familien verliert. Es ziehen nämlich mehr von ihnen aus der Stadt raus als zu. Im Vergleich von 401 Landkreisen und Städten mit Blick auf die Familienfreundlichkeit landet Düsseldorf sogar auf Platz 25, deutlich vor allen anderen Großstädten Deutschlands. Aber in der Kategorie „Familienwanderer“, in der Zu- und Wegzüge von Personen unter 18 Jahren und zwischen 30 und 50 Jahren ins Verhältnis gesetzt werden, liegt die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens nur auf Platz 377. Und passend dazu bei den Wohnkosten auf Rang 351.

29 Prozent ihres verfügbaren Einkommens geben die Menschen demnach in Düsseldorf im Durchschnitt für die Miete aus. Die Preise für Eigentum sind noch stärker gestiegen, sie haben sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt. Durchschnittlicher Quadratmeterpreis für neue Eigentumswohnungen oder gebrauchte, frei stehende Eigenheime (wo dann oft noch horrende Sanierungskosten anfallen): 5000 Euro pro Quadratmeter.

Investoren kaufen etwa jede zweite Immobilie in Düsseldorf

Dass Düsseldorf zunehmend Familien verliert, stellt Jörg Schnorrenberger schon länger fest. Der Vorsitzende des Bezirksverbands des Rings Deutscher Immobilienmakler sieht eine Reihe von Gründen. So sei Düsseldorf eine Stadt mit sehr vielen Single- und Zwei-Personen-Haushalten. „In der Konkurrenz zu Double-Income-no-Kids haben es Familien, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, schwer. Der Markt ist völlig überhitzt, die Preise sehr hoch.“

Doch noch eine viel massivere Konkurrenz macht sich auf dem Düsseldorfer Immobilienmarkt breit. „Wir vermitteln aufgrund der Niedrigzinsphase mittlerweile bestimmt jede zweite Immobilie an Investoren, die selber gar nicht der Nutzer sein werden.“

ZAHLEN

STATISTIK Quelle für die Daten zur Wanderungsbewegung sind die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Die aktuellsten Zahlen liegen für das Jahr 2017 vor. Während dort 4452 Personen unter 18 Jahren nach Düsseldorf zuzogen, verließen 5084 die Landeshauptstadt. Bei den 30- bis 50-Jährigen kamen 15 076, es gingen 15 481. Demgegenüber steht eine Zahl von insgesamt 42 499 Zuzügen, aber nur 38 749 Fortzügen.

Schnorrenberger schlägt vor, dass sich die Politik noch einmal Gedanken machen sollte, wie sie mit dem Handlungskonzept Wohnen auch den Erwerb von Eigentum besser fördern könnte. Und noch etwas sei dringend geboten, ein besserer öffentlicher Nahverkehr, um die Region besser anzubinden, in die immer mehr Familien ziehen.

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