Projekt

Im Wuppertaler Zoo auf den Gipfeln des Himalajas klettern

Maya und ihr Bruder Emil sind auf dem Kula Kangri im Wuppertaler Zoo unterwegs.
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Maya und ihr Bruder Emil sind auf dem Kula Kangri im Wuppertaler Zoo unterwegs.

Wuppertal. Der Naturspielplatz „Kula Kangri“ wurde eingeweiht. Das Projekt wurde durch Spenden finanziert.

Von Alina Komorek

Der Kula Kangri ist ein Berg im Himalaja an der Grenze zwischen Tibet und Bhutan. Er ist 7 538 Meter hoch – um seinen Gipfel pfeifen Schnee und Wind und die Luft dort oben ist schon merklich dünner. So dünn nämlich, dass man sich gefühlt in Zeitlupe bis zum Gipfel vorarbeitet.

Fast wie beim Aufstieg auf den Kula Kangri im Himalaja zieht sich der steilste Weg im Wuppertaler Zoo, der in Richtung Löwen führt: Oben dann, wo sich der Blick den Hügel hinunter über den Zoo erstreckt, haben Maya und Emil den Naturspielplatz „Kula Kangri“ eingeweiht. An Seilen, Baumstämmen und über Steine hangeln sie sich, sie klettern behände die Stämme hinauf und machen Rollen an den gespannten Seilen. Die Idee dahinter erklärt der Vater von Emil und Maya, Jörn Karger: Mit dem Blick über das Tal gehen die Kletterstämme und Hangelseile so ineinander über, dass es scheint, als spielten die Kinder im Lebensraum der Roten Pandas und der Takine – Tiere, die im Himalaja leben. Pfotenabdrücke der Roten Pandas schmücken deshalb die Stämme, die Hufabdrücke der ziegenartigen Takine sollen noch in den Beton gedrückt werden.

Ein nachhaltiger Spielplatz mit Eibe aus dem Burgholz

Dem Zoo war es dank einer Spende des Wuppertaler Ehrenbürgers Jörg Mittelsten Scheid möglich, den Himalaja ins Bergische Land zu holen, und auch der Zoo-Verein unterstützt das Projekt Kula Kangri. Mittelsten Scheid erklärte zu der Spende: „Ich war früher als Kind hier im Zoo – damals durfte man noch einen Apfel über den Zaun zu den Elefanten reichen, die ihn dann mit dem Rüssel entgegengenommen haben“, erinnert er sich. Zoodirektor Arne Lawrenz räumt gleich ein, dass dies zwar nicht mehr möglich sei, aber der Zoo nun mit diesem „Danger Freak-Spielplatz“ – also einem Spielplatz für diejenigen, die die Gefahr lieben – aufwarten würde. Bruno Hensel, Vorsitzender des Zoo-Vereins, verspricht, dass im kommenden Jahr auch die Tiere folgen werden – derzeit wird an den Gehegen für den Roten Panda und die Takine noch gebaut. Sie bekommen den Platz, an dem früher einmal die Rentiere und die Kiangs gewohnt haben.

Der Zoodirektor Lawrenz freut sich außerdem, dass das Projekt nun umgesetzt werden konnte. Es sei ein Glück, dass der Spielplatz trotz des aktuellen Fachkräftemangels nun fertiggestellt wurde. Außerdem betont er den nachhaltigen Aspekt des Baus: „Die schönen großen Bäume sind Eiben, die wir auf dem kurzen Wege aus dem Burgholz bekommen haben. Und die Steine kommen aus dem Steinbruch Oetelshofen. So könne der ökologische Fußabdruck, den dieses Projekt hinterlasse, klein gehalten werden, erklärt auch Hensel vom Zoo-Verein.

Derweil flitzen Maya und Emil über die Natursteine, hangeln sich die Seile entlang und balancieren auf den Baumstämmen, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Und tatsächlich haben die beiden schon einige Erfahrungen am Kula Kangri gesammelt: Weil ihr Vater Jörn Karger als Betriebsinspektor im Zoo arbeitet, haben die beiden Kinder die Bauarbeiten begleitet – und alle Stämme, Seile und Steine schon auf ihre Spielbarkeit getestet. „Es ist schwierig, so natürlich einen Spielplatz zu bauen – der auch vom TÜV abgenommen wird“, erklärt der Vater, während er den beiden dabei zuschaut, wie sie kraxeln und toben. Das sei aber geglückt: Denn an jeder Stelle gebe es für Kinder aller Größen immer eine passende Möglichkeit sich festzuhalten. Mittelsten Scheid freut sich, dass seine Spende so gut ankommt bei den beiden Testkindern – äußert aber auch Bedenken: „Hoffentlich kommen die Kinder dann nicht mehr nur zum Spielen in den Zoo...“Maya und Emil jedenfalls sind von dem Spielplatz erst einmal nicht wieder herunterzubekommen. Sie machen weiter Rollen und klettern durch die Himalaja-Region des Zoos.

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