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Im Winter blühen die Bäume an der Heine-Universität Düsseldorf

Verzaubert die Menschen schon im Winter mit seinem leuchtend gelbblühenden Strauch: Derb aus China stammende Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum). Foto: HHU / Arne Claussen
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Verzaubert die Menschen schon im Winter mit seinem leuchtend gelbblühenden Strauch: Derb aus China stammende Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum).

Düsseldorf. Der botanische Garten der Heine-Universität Düsseldorf ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Von Stephan Eppinger

Der Botanische Garten im Süden des Campus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist immer einen Besuch wert. Auch Anfang Februar, denn jetzt sind die Winter- und die Frühblüher unter den Bäumen zu sehen und sogar zu riechen. Und allerorts sprießen die Knospen.

Zaubernuss und Winter-Jasmin, sie kommen einem wohl als erstes in den Sinn, wenn Pflanzen gefragt sind, die in der ersten Februarhälfte blühen. Tatsächlich sind sie, leuchtend gelb, auch im Botanischen Garten nicht zu übersehen. Doch geht man durch das weiträumige Freigelände, so sind noch manch andere Pflanzen zu finden, die jetzt schon bunte Farben tragen. Ein genauer Blick lohnt sich.

„Wenn die Blüten aufgegangen sind – also wenn die Pflanze Wasser in die Knospe gepresst hat –, dann kann auch der Frost diesen schaden.“

Andreas Fischbach, Gartenmeister

„Die Blüten des Winters sind nicht so ausladend wie die Frühlingsblüten, sie haben nur kleine Schauapparate. Aber auch im trüben Februar sind an vielen Bäumen Farbtupfer zu sehen“, berichtet Andreas Fischbach, Gartenmeister für Forschung und Lehre an der HHU. Die Blüten locken schon im Februar fliegende Bestäuber an. Fischbach: „Im milden Winter sind Spezialisten wie Wild- und Pelzbienen sowie Hummeln unterwegs. Wenn es beständig über acht Grad warm ist, treten auch die staatenbildenden Insekten in Aktion, allen voran die Honigbienen.“

Ein schönes blühendes Beispiel ist die in Europa bis hin in den Iran heimische Kornelkirsche (Cornus mas), die jetzt kleine, kugelig-gelbe Blüten ausbildet. Sie ist ein früher Vorbote des Frühlings, beginnt ihre Blühperiode doch stets im Februar. Damit ist sie auch eine der ersten Bienennährpflanzen des Jahres – und durch ihre im August bis September reifen, dunkelroten Kirschen auch für Vögel attraktiv; den Menschen schmecken die Früchte aber ebenso gut.

Auch der „Persische Eisenholzbaum“ (Parrotia persica), ein aus dem Iran stammendes Zaubernussgewächs, gehört zu den Winterblühern. Jetzt im Februar bildet er mehrere violett-rötliche kleine Blüten in dichten Blütenständen. Und im Winter kann es auch bereits duften: Schon aus der Ferne ist der intensiv-süßliche Geruch des aus China stammenden „Duftenden Schneeballs“ (Viburnum farreri) wahrnehmbar.

Manche blühenden Pflanzen sind nicht auf Bestäuber angewiesen. Hierzu zählt unter anderem die Strauch-Haselnuss (Corylus avellana), die sich auf den Wind verlässt. Überall an den Pflanzen sind jetzt die männlichen Blüten zu finden. Sie öffnen sich, wenn die Sonne scheint und geben ihre Pollen ab. Die weiblichen Blüten sind dagegen schwerer zu finden, sie haben nur einen kleinen, roten Fruchtstempel, der die mit dem Wind herbeigewehten Pollen aufnimmt.

Was passiert, wenn jetzt noch ein strenger Frost kommt? Dazu Andreas Fischbach: „Wenn die Blüten aufgegangen sind – also wenn die Pflanze Wasser in die Knospe gepresst hat –, dann kann auch der Frost diesen schaden. Aber im Normalfall blühen ja nicht alle Knospen zur gleichen Zeit. Um einem geschlossenen Blütenansatz zu schaden, müssen die Temperaturen schon auf unter -20 Grad Celsius fallen.“

Der rund acht Hektar große Botanische Garten wurde 1979 eröffnet. Er dient der Bevölkerung ganzjährig als Stätte der Bildung und Erholung, der Pflanzenforschung und der Studierendenausbildung an der HHU. Die umfangreichen, größtenteils öffentlichen Pflanzensammlungen werden als Arbeits- und Anschauungsmaterial für Forschung und Lehre vor allem in der Biologie und der Pharmazie genutzt.

Ein besonderer Schwerpunkt des Düsseldorfer Botanischen Gartens ist die sogenannte Kalthauskultur. In ihrem Zentrum steht das Wahrzeichen des Gartens, das 1000 Quadratmeter große Kuppelgewächshaus mit einer Höhe von 18 Metern. Es beherbergt Pflanzen des Mittelmeerraums und der Kanaren, aber auch solche aus Ozeanien, Asien und Amerika. In den Jahren 2004 und 2008 wurde die Einrichtung um zwei neue Gebäude erweitert, die Orangerie und das Südafrikahaus. Neben dem großen Sammlungs- und Forschungshaus und Versuchsflächen betreibt der Botanische Garten auch die hochmodernen Forschungsgewächshäuser auf dem Dach des Biologie-Neubaus.

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