Umbau

Im Park Ville d’Eu geht es beim Boule zur Sache

Angelika Fries (v. l., Bauleitung Pavillon), Silke Böhm (Stadtplanung) und Elisabeth Gallandt (Landschaftarchitektin) haben die beliebte Flaniermeile wieder freigegeben. Foto: Stephan Köhlen
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Angelika Fries (v. l., Bauleitung Pavillon), Silke Böhm (Stadtplanung) und Elisabeth Gallandt (Landschaftarchitektin) haben die beliebte Flaniermeile wieder freigegeben.

Park an der Haaner Königstraße nach Umbau wieder geöffnet.

Von Peter Clement

Haan Die Boule-Fans haben ihre beiden Bahnen bereits wieder in Beschlag genommen. Ein Pärchen, das genüsslich Wein zum mitgebrachten Picknick trinkt, beobachtet das Spiel interessiert. Es ist fast so, als wäre er nie geschlossen gewesen – der Park Ville d’Eu.

Dabei hatte Haans beliebteste Grünanlage und älteste Flaniermeile ein ganzes Jahr Pause. „Wir haben uns mit den Renovierungsarbeiten bewusst Zeit gelassen“, berichtet Peter Kannemann, der zusammen mit einem Dutzend Stadt-Offiziellen, Handwerkern und Politikern im Pavillon, dem Herzstück des Parks, steht und der kleinen Festgesellschaft zur Wiedereröffnung Bericht erstattet: „Bei Regen haben wir hier nicht weitergemacht, um die Wege nicht zu schädigen“, sagt der Projektleiter des städtischen Betriebshofs.

Überhaupt sei viel Wert auf tragfähigen Unterbau für alle befestigten Flächen gelegt worden. Zu diesem Zweck wurden 120 Tonnen Lavabasalt in den Boden eingearbeitet. Die wasserdurchlässige Deckschicht der Wege sei jetzt auch bei Schlechtwetter sicher begehbar. „Sogar während des Starkregens ist uns hier nichts weggespült worden“, berichtet Kannemann stolz. Den Kostenrahmen von 430 000 Euro hat die Stadt nach eigenen Angaben auch nicht ausschöpfen müssen. Die Wegeführung wurde erneuert, dabei sei auch weitgehende Barrierefreiheit erreicht worden, betont Kannemann. Ausnahme: die zwei bestandsgeschützten Treppenanlagen. Immerhin steht der 1927 nach Plänen des Stadtbaumeisters Pabst entstandene Park auf der Denkmalliste, da darf nicht alles umgestaltet werden. Das Gefälle am oberen Ausgang zur Kaiserstraße wurde dagegen reguliert. Zur leichteren Pflege der Rasen- und Wegübergänge hat die Stadt zudem „Berliner Tiergartenband“ verlegt – ein Band aus feuerverzinktem Stahl, mit dem Wege, Beete oder Rasenflächen sauber abgegrenzt werden können.

„Wir sind uns sicher, dass wir dem Original sehr nahegekommen sind.“

Angelika Fries vom Gebäudemanagement über den historischen Pavillon

Alle Wege sind mit vier Meter hohen Mastleuchten versehen. Die Lichtkegel sind laut Angaben der Stadt „punktgenau zu steuern und werden nachts gedimmt. Es werden insektenfreundliche Leuchtmittel verwendet“. Das Stromnetz sei sowohl im Park als auch im Pavillon erneuert worden, betont Kannemann.

Der war nach einem Brand im Jahr 2000 schon einmal saniert worden – allerdings nicht besonders gründlich, wie Angelika Fries vom städtischen Gebäudemanagement erläutert. Gemeinsam mit Landschaftsarchitektin Elisabeth Gallandt vom Büro „Kraft.Raum“ hat sie sich dem Rundbau gewidmet. Keine leichte Aufgabe, „denn es gab keinerlei Unterlagen darüber, wie der Pavillon ursprünglich einmal ausgesehen hat“, sagt Fries. Nach gründlicher Recherche sei sie sich mittlerweile aber relativ sicher, „dass wir dem Original mit unseren Maßnahmen sehr nahegekommen sind“. So seien beispielsweise bergische Farben verwendet worden.

Der Landschaftsverband habe den Pavillon auch für gut befunden. Neue Möbel mit seniorengerechten Bänken, Mülleimern und Geländern habe der Park ebenfalls bekommen, fügt Kannemann hinzu. Zwei größere Mülleimer, die hauptsächlich Pizzakartons aufnehmen sollen, kommen demnächst noch hinzu: ein Zugeständnis an die jüngeren Parkbesucher.

Die Stadt hatte mehrere Beteiligungsveranstaltungen für eine gemischte Gruppe aus Kinder- und Jugendparlamentariern auf die Beine gestellt. Die jungen Leute hätten viele Ideen geäußert, heißt es am Rande der Eröffnung – etwa Smart Benches, Pfandringe für Pfandflaschen oder die Übernahme von Patenschaften durch interessierte Bürger.

Der Park an der Königstraße hätte in der ursprünglichen Konzeption des Barons von Engelhardt übrigens auch einen Teich bekommen sollen. Finanzprobleme der Stadt Haan hätten dies seinerzeit aber verhindert, plaudert Kannemann aus dem Nähkästchen. Immerhin: „Wir haben versucht, den Teich jetzt zumindest in der Bepflanzung nachzuempfinden.“ Auch die Boule-Bahnen wurden erneuert.

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