Sanierung

Im neuen Tic wird ab dem 3. April wieder gespielt

Freuen sich auf ihr neues Tic: Ralf Budde und Stefan Hüfner in der neuen Cafeteria. Fotos: Andreas Fischer
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Freuen sich auf ihr neues Tic: Ralf Budde und Stefan Hüfner in der neuen Cafeteria.

Wuppertal. Das Cronenberger Theater präsentiert sich nach Sanierung und zweijähriger Spielpause mit neuem Gesicht.

Von Monika Werner-Staude

Blick von der großen Bühne in den neuen Zuschauerraum.

Es ist schon ein großer Glücksfall, ein Zeichen der Hoffnung, sagt Ralf Budde. In der einschneidenden Corona-Krise startet ein Wuppertaler Theater durch: Saniert, mit neuem Gesicht und mit viel Raum für begegnungsentwöhnte Menschen öffnet das Theater in Cronenberg (Tic) Anfang April wieder. Ein Neustart nach zweijähriger Zwangspause, ermöglicht durch das gleichnamige staatliche Förderprogramm, Überbrückungshilfen, den eigenen Förderverein und Sponsoren. Nicht zu vergessen das Publikum, das in der Pandemie seine Karten weitestgehend behalten hat. Die Geschäftsführer Budde und Stefan Hüfner freuen sich aufs Wiedersehen und sind schon gespannt, wie das neue Tic ankommt.

Alles ist großzügiger, heller – vom Foyer und der Cafeteria mit ihrer Beschränkung auf etwa 30 Sitz- und viele Steh-Plätze bis hin zur Beinfreiheit im neuen großen Theaterraum. Dafür wurde die Gesamtzahl der Bühnen im Haus von drei auf zwei reduziert, musste die Musikschule in andere Räume ausweichen. Nur die Bibliothek ist im Erdgeschoss geblieben.

„Wir sind offen, das ist auch ein Thema der Nachfrage, wir verschließen uns keiner Idee.“

Ralf Budde, Tic-Theater

75 Plätze umfasst der große Theatersaal: Klappstühle mit tiefrotem, samtartigem Stoff, beidseitigen Armlehnen und breiter Sitzfläche, die an Kinosessel erinnern und die die alten Bänke schnell vergessen machen. Im Oktober konnten Interessierte für 400 Euro eine Stuhlpatenschaft mit unbegrenzter Laufzeit erwerben. Ein Metallschild mit ihrem Namen wurde an einem Platz angebracht. Ein Angebot, das nach einer Woche vergriffen war. „Wir hatten viel mehr Anfragen als Stühle“, erinnert Budde. Zusammen mit dem Wohnzimmertheater erreicht man fast die gleiche Platzzahl wie früher. Insgesamt, so erklären die Geschäftsführer, sei es nicht um mehr Zuschauer, sondern um mehr Raum gegangen.

Dafür wurde die erste Etage des 1831 errichteten ehemaligen Schulgebäudes entkernt, wurden Mauerwerk und Fachwerkstreben sowie Sprossenfenster freigelegt. All das ermöglicht mehr Platz und Tageslicht, öffnet sich zur oberhalb gelegenen Kirche hin, die aus dem Theater heraus zu sehen ist. Die Elektrik wurde weitgehend erneuert, Vinylholzboden in dunkler Optik verlegt. In der Caféteria greifen rostfarbene Wände und Hängelampen im Industrielook Farben des Mauerwerks auf. Es gibt viel Schwarz und Dunkelbraun, Leder (bei der Bestuhlung) und Holz. An einer Wand glänzt der schwarze Lack eines Klaviers. All das schaffe ein authentisches und originales altes Ambiente im bergischen Industriestyle, findet Budde und betont das angestrebte Ziel, dass sich die Besucher im neuen Tic wohlfühlen sollen. Ob die Cafeteria nur zu Theateraufführungen geöffnet wird, weiß er noch nicht. „Wir sind offen, das ist auch ein Thema der Nachfrage, wir verschließen uns keiner Idee“, sagt er.

Auf der Bühne, die doppelt so groß ist wie ihre Vorgängerin, sind nun auch größere Inszenierungen möglich. Das Bühnenbild des Stücks „Die Therapie“ wurde bereits angepasst. Das Stück nach dem gleichnamigen Fitzek-Bestseller war zuletzt am 12. März 2020 aufgeführt worden, am darauffolgenden Tag war das Theater wegen der Pandemie geschlossen worden.

Nun wird seit einiger Zeit wieder geprobt, weil das Stück als erstes wieder aufgeführt werden soll. Premiere ist am Sonntag, 3. April, um 19 Uhr – krönender Abschluss eines Tags der offenen Tür, der von 12 bis 18 Uhr angesetzt ist und die Menschen mit dem neuen Tic vertraut machen soll (am Tages-Programm wird noch gefeilt). Die Wahl fiel auf den Krimi, weil für ihn viele Karten vorverkauft worden waren und später nur wenige zurückgegeben wurden. Nun kommt endlich die Möglichkeit, die raffiniert spannende Story live zu erleben.

Noch ist nicht alles fertig, fehlen die großen, neuen Theken zur Bewirtung, die vor der hinteren Fensterfront stehen werden, muss die Garderobe eingerichtet, die Treppengeländer im holzvertäfelten Aufgang gestrichen werden.

Auch der weitere Spielplan ist noch nicht festgezurrt, allein „Die Bluesbrothers“ sind wohl gesetzt. Für das aus dem Kultfilm entstandene Stück unter der Regie von Patrick Stanke waren ebenfalls viele Karten verkauft worden, es war ebenfalls Mitte März 2020 dem Lockdown zum Opfer gefallen.

Die Theatermacher sind vorsichtig, wollen erst mal die Resonanz des Publikums abwarten, das so gefehlt hat, „weil Theater ohne Publikum kein Theater und einfach sinnfrei ist“. Budde: „Wir wollen Schritt für Schritt die Planung vorantreiben – immer auch unter dem Gesichtspunkt, wie die Publikumsresonanz bei den ersten Vorstellungen ausfällt.“

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